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Braut mit Brautstrauß und Brautschleier
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Der Brautschleier ist ein symbolische Kennzeichnungsmerkmal einer entweder in den Stand der Ehe oder in den des geweihten Lebens eintretenden Frau.

Der Brautschleier ist bereits für das frühe dritte Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien belegt, beispielsweise trug die Göttin Inanna den Beinamen „die Verschleierte“, „die Verhüllte“. Im Gilgamesch-Epos verweist die Erklärung Gilgameschs auf die frühe Existenz des Brautschleiers: „Da verhüllte er [Gilgamesch] den Freund so wie das Antlitz einer Braut.“ In Assyrien sind Ende des zweiten Jahrtausends v. Chr. in der Regierungszeit des Tukulti-apil-Ešarra I. (1114 bis 1076 v. Chr.) erstmals Gesetzesregeln hinsichtlich des Brautschleiers bezüglich eines rechtlich definierten Frauentypus konkret fassbar. Der mittelassyrischen Rechtssammlung ist zu entnehmen, dass ein Mann, der eine Konkubine heiraten wollte, der Braut vor fünf oder sechs Zeugen einen Schleier anlegen und die Worte sprechen musste: „Sie ist meine Frau“.[1]

Im antiken Rom legte der Bräutigam „am Hochzeitstag die schneeweiße Toga an, das Gewand des freien Bürgers und Sinnbild männlicher Würde“; die Braut trug über ihrer Tunika noch einen safranfarbenen, Flammeum genannten Brautschleier. Der besondere Farbton des Schleiers wurde wahrscheinlich in Anklang an die Farbe des Herdfeuers gewählt, als Symbol für den Bestand und Zusammenhalt der Familie.[2]

Im Christentum wird der Brautschleier seit dem 4. Jahrhundert verwendet. Zuvor war der Brauch bereits im Judentum üblich. Im Christentum war er der Schleier, mit dem die Braut am Tag der Hochzeit erschien, während sie in früherer Zeit in langem, aufgelöstem Haar, dem Zeichen der bewahrten Unschuld, einherging. Er war von weißer, später auch roter Farbe und stellte ein Symbol der Jungfräulichkeit dar. Der Brautvater führte die verschleierte Braut vor den Altar, wo der Schleier vom Bräutigam gelüftet wurde. Die Schließung einer zweiten Ehe geschah ohne Brautschleier.

In den Vereinigten Staaten führt man die Einführung des Schleiers in die Brautmode auf das Vorbild von Eleanor Parke Custis Lewis (1779–1852, heir. 1799) zurück, eine Stiefenkelin von George Washington.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. H. Waetzoldt: Kopfbedeckung, § 10: Schleier, Bedecken des Gesichts. In: Dietz-Otto Edzard u. a.: Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Bd. 6. de Gruyter, Berlin 1983, ISBN 3-1101-0051-7, S. 202.
  2. Provinzialarchäologin Andrea Rottloff, München.
  3. Bride's Book of Etiquette. Perigee, New York 2003, ISBN 0-399-52866-0, S. 12 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).