Bonner Marktplatz

Platz in Bonn
Marktplatz mit Altem Rathaus
Blick auf den mittleren und westlichen Teil des Marktplatzes, im Hintergrund das Stadthaus (2016)
Der mittlere und östliche Teil des Marktplatzes von oben (2018)
Blick über den Marktplatz auf das alte Rathaus im Jahr 1904, links das Hotel „Zum goldenen Stern“

Der Bonner Marktplatz (offizielle Adresse: Markt) ist ein Platz in Bonn. Er entstand im 11. Jahrhundert als Mittelpunkt einer Gewerbesiedlung an einer vielbefahrenen Straße durch Bonn. Seine Form ist annähernd dreieckig. In seiner Mitte befindet sich die sogenannte Marktfontaine (auch Obelisk genannt) und an seiner Kopfseite das barocke alte Rathaus, in dem die Bürgermeister residieren. Auf dem Marktplatz findet der tägliche Bonner Markt statt.

Am Marktplatz befindet sich eine Vielzahl von historischen Gebäuden. Bekannte Bauwerke sind außer dem Rathaus die historische Gaststätte „Em Höttche“ aus dem Jahr 1389, wo Kurfürst Gebhard Truchsess von Waldburg am 2. Februar 1583 seine Hochzeit mit Agnes Gräfin von Mansfeld feierte, was zum Ausbruch des „Kölnischen Kriegs“ führte.

Weithin bekannt war das vornehme Hotel „Zum goldenen Stern“ (1894/95 abgebrochen), heute „Sternhotel“ (Markt 8), dessen Ballsaal auch zu Konzerten genutzt wurde. Im Rahmen einer Soiree von Clara Schumann fand dort am 12. November 1853 die Uraufführung der Märchenbilder op. 113 von Robert Schumann statt, gespielt von Wilhelm Joseph von Wasielewski (Viola) und Clara Schumann (Klavier). Ein weiteres, heute nicht mehr vorhandenes Gebäude war die Gaststätte „Zehrgarten“, in der Ludwig van Beethoven verkehrte. Das zeigt sein 1792 angelegtes Stammbuch, in dem sich mehrere Gäste des Lokals eintrugen, darunter die Wirtstochter Babette Koch und deren Bruder.

Die öffentliche Tiefgarage unter dem Marktplatz wurde am 7. November 1970 eröffnet.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Max Braubach: Von den Menschen und dem Leben in Bonn zur Zeit des jungen Beethoven und der Babette Koch-Belderbusch. Neue Forschungserkenntnisse. In: Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, ISSN 0068-0052, Band 23 (1969), S. 51–121.
  • Max Braubach (Hrsg.): Die Stammbücher Beethovens und der Babette Koch. Bonn 1995, ISBN 3-88188-008-9.

WeblinksBearbeiten

Commons: Markt Bonn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Gutzmer: Chronik der Stadt Bonn. Chronik-Verlag, Dortmund 1988, ISBN 3-611-00032-9, S. 244.

Koordinaten: 50° 44′ 7,3″ N, 7° 6′ 8″ O