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Die Blutgruppentätowierung war ein Kennzeichen der Mitglieder der SS-Verfügungstruppe, der SS-Totenkopfverbände und später des größten Teils der Waffen-SS. Ursprünglich zur Erleichterung medizinischer Hilfe gedacht, wurde es in der Endphase des Kriegs oder nach Kriegsende eine Hilfe, wenn es darum ging, untergetauchte Angehörige der Waffen-SS zu identifizieren, die sich als gewöhnliche Wehrmachtssoldaten ausgaben.

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Lage und AussehenBearbeiten

Die Tätowierung lag auf der Innenseite des linken Oberarms, bzw. in der Achselhöhle[1] und war ungefähr sieben Millimeter groß. Sie bestand nur aus der Bezeichnung der Blutgruppe: A, B, 0 oder AB.

Die Rhesusformel wurde nicht angegeben, da diese erst kurz zuvor entdeckt worden war und die Forschung darüber noch in den Anfängen steckte.

Nutzen und FolgenBearbeiten

Der eigentliche Zweck war, zu verhindern, dass die Träger bei Verwundungen eine Bluttransfusion der falschen Gruppe bekamen.

Da diese Tätowierung ein eindeutiges Erkennungszeichen war, versuchten viele Angehörige der Waffen-SS, sie nach dem Ende des Krieges loszuwerden – beispielsweise, indem sie sich in den Oberarm schossen.

In den Nachkriegswirren des besiegten Deutschlands tauchten letztlich immer mehr angeblich „reguläre“ Soldaten auf, die eine Verwundung an der eigentlich tätowierten Stelle trugen. So etwa durch Selbstbeschuss oder verlangten Beschuss durch Kameraden. Ebenso verbreitet war die Entfernung durch einen bezahlten Arzt. Hiermit wollten viele ehemalige Angehörige der Waffen-SS eine Entdeckung ihrer Organisationszugehörigkeit, ihrer wahren Identität und die damit möglicherweise verbundene Bestrafung verhindern.

AusführungenBearbeiten

Die Tätowierung gab es in zwei verschiedenen Ausführungen: einmal mit deutschen Schriftzeichen und einmal in lateinischer Schrift. Letztere wurde zu Kriegsende ausschließlich verwendet, da sie nicht so aufwändig war bzw. die lateinische Schrift von Hitler zur Normalschrift im Reich gemacht worden war (siehe Normalschrifterlass). Das spielte vor allem eine Rolle, nachdem die Aufnahmekriterien für die Waffen-SS im Kriegsverlauf herabgesetzt wurden.

LiteraturBearbeiten

  • Nicholas Kulish, Souad Mekhennet: Dr. Tod: Die lange Jagd nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher. C. H. Beck 2015, ISBN 3-406-6726-20.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Guido Knopp: Die SS: Eine Warnung der Geschichte. C. Bertelsmann Verlag 2013, ISBN 3-641-1084-11.