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BirGün (deutsch „Ein Tag“) ist eine landesweit vertriebene türkische Tageszeitung. Die in Istanbul produzierte Zeitung steht Gewerkschaften sowie der Freiheits- und Solidaritätspartei (ÖDP) nahe und ist Gegner sowohl der regierenden moslemischen Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) als auch des Kemalismus der derzeitigen Opposition. Das auf dem Titelkopf gedruckte Motto der Zeitung lautet Halkın Gazetesi („Zeitung des Volkes“).

BirGün
Logo
Beschreibung Türkische Tageszeitung
Verlag Birgün Yayıncılık
Hauptsitz Altan Erbulak Sok. No.9/A, Mecidiyeköy, Şişli/İstanbul
Erstausgabe 14. April 2004
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 14.116 Exemplare
(Januar 2017[1])
Chefredakteur Barış İnce
Weblink Birgün

Neben bekannten linken Autoren fanden bei BirGün auch immer wieder Journalisten aus größeren Medienhäusern ein Refugium, die aus politischen Gründen dort nicht mehr arbeiten konnten, so etwa Ece Temelkuran, Bülent Mumay oder İrfan Değirmenci.[2] Auch der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink gehörte zu den regelmäßigen Autoren der Zeitung.

In den vergangenen Jahren machte die Zeitung immer wieder durch kämpferische, teils auch ironische Titelseiten und Schlagzeilen von sich reden.

Im März 2016 wurde der Chefredakteur Barış İnce wegen Beleidigung des Staatsoberhaupts Recep Tayyip Erdoğan in erster Instanz zu 21 Monaten Haft verurteilt. Anlass war ein Artikel in der BirGün, in dem er in einem Akrostichon eine Kritik an Erdoğan versteckt hatte.[3] Im August 2017 wurde gegen den Herausgeber der Zeitung, Burak Ekici, Haftbefehl erlassen. Er wird beschuldigt, der Gülen-Bewegung anzugehören.

Seit 2016 erscheint ein Teil der Artikel im Internet als BirGün Daily auch auf Englisch.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Durchschnittlich verkaufte Auflage in der Woche vom 16. bis 22. Januar 2017 gemäß Medya Tava.
  2. NDR: Türkei: Medienkonzentration bedroht Pressevielfalt. 2. Mai 2018, abgerufen am 3. Mai 2018 (deutsch).
  3. „Erdogan Dieb zu nennen, ist keine Beleidigung“, Barış İnce im Interview, Die Welt, 10. März 2016.