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Bienengarten

landschaftsarchitektonische Installation auf dem Wartberggelände in Stuttgart

Der „Bienengarten“ (auch: „Bienenpflanzengarten mit Figurenstöcken“) ist eine landschaftsarchitektonische Installation der Bildhauerin und Landschaftsarchitektin Jeanette Zippel auf dem Wartberggelände in Stuttgart.

Bienengarten
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Name Bienengarten (auch: Bienenpflanzengarten mit Figurenstöcken)
Objekt Landschaftsarchitektonische Installation
Künstler Jeanette Zippel (* 1963)
Ausführung  ?
Baujahr 1993
Lage Stuttgart, Wartberg
Höhe über NN ca. 310 m
Material 6 Skulpturen aus Eichenholz, Roggenstroh, Lehm und Weidengeflecht, Klinker
Maße Grundfläche: Durchmesser 16m
Figuren: Höhe 2,20–2,60 m

In einem runden Areal mit Bienentrachtpflanzen sind sechs figurenförmige Skulpturen aus Naturmaterialien installiert. Sie bieten Wild- und Honigbienen eine Behausung. „Der choreographische Aufbau“ des Kieswegs, der den Garten in der Mitte durchschneidet, „erinnert an die Kommunikationsform der Bienen, den Schwänzeltanz“.[1]

Der „Bienengarten“ ist eine der „Kunststationen“, die zur Internationalen Gartenbauausstellung 1993 (IGA '93) in der Parklandschaft des Grünen U in Stuttgart errichtet wurden und nach der Ausstellung erhalten blieben.

Inhaltsverzeichnis

Hinweis: Ziffern in Klammern, z. B. (12), verweisen auf die entsprechenden Nummern im Plan des Wartberggeländes.

LageBearbeiten

 
Plan des Wartberggeländes.[2]

Die Kunststation Bienengarten (1) liegt zwischen Stresemannstraße und Gunterstraße am St.-Helens-Weg (17).

BeschreibungBearbeiten

GeländeBearbeiten

Der Bienengarten wurde in der Lichtung eines Waldstücks in einem kreisrunden Areal von ca. 16 m Durchmesser angelegt. Die Anlage der Kieswege zwischen den einzelnen Skulpturen wurde „dem Schwänzeltanz der Honigbiene nachempfunden, wodurch die Tanzform der Biene zur Laufform für den Menschen wird“.[3]

Die Pflanzenfelder wurden ausschließlich mit Bienennährpflanzen besetzt, die sich hier frei entfalten dürfen und daher teilweise auch die Skulpturen umwuchern.

FigurenstöckeBearbeiten

In jedem der beiden Pflanzenfelder sind drei Bienenstockskulpturen aufgestellt, zu denen sich Jeanette Zippel durch schlesische Figurenstöcke und die Bannkörbe in der Lüneburger Heide anregen ließ (siehe Konzept). Die sich in der Mitte verjüngenden, über zwei Meter hohen Rundplastiken bestehen aus zwei spindelförmigen Teilen, „einem bienenähnlichen Unterkörper und [einem] menschlichen Oberkörper“, und stellen „einen kulturhistorischen Bezug zur Artemis, der Fruchtbarkeits- und Schutzgöttin der Bienen dar“.[4]

Drei Skulpturen aus dunklem, geschichtetem Eichenholz „umschließen zwei Bienenräume, die dem Platzbedarf der Honigbiene angepasst sind. In den gefäßartigen Innenräumen errichten die Honigbienen ihren Naturwabenbau. Die anderen Skulpturen sind für unterschiedliche Wildbienen gedacht.“[5] Einer der Wildbienenstöcke ist aus Lehm und Weidengeflecht geformt, zwei sind wie die Eichenholzstöcke schichtweise aufgebaut, einer aus Roggenstroh, der andere aus Rundlochklinkern mit eingesteckten Bambusstäben. Durch den Einsatz von Naturmaterialien will die Künstlerin einen direkten Bezug zu den natürlichen Lebensräumen des Bienenvolks herstellen.[6]

ZustandBearbeiten

Der Figurenstock aus Klinker ist gut erhalten, während die übrigen Skulpturen teilweise lädiert sind, einem Figurenstock aus Eichenholz fehlt das Oberteil. Es ist nicht bekannt, ob die Stöcke, in denen früher „mehrere Völker von Honig- und Wildbienen“ lebten,[7] auch heute noch (2013) bewohnt sind.

KonzeptBearbeiten

Jeanette Zippel legte ihrer Installation folgende Überlegungen zu Grunde:[8]

  • Die künstlerische Gestaltung des Bienenpflanzengartens ist dem Schwänzeltanz der Honigbiene nachempfunden, wodurch die Tanzform der Biene zur Laufform für den Menschen wird. Kreisförmig umschließt die Wegform zwei Pflanzenfelder, die durch den mittleren Weg des Schwänzeltanzes, der „Schwänzelphase“, voneinander getrennt sind. In den Pflanzenfeldern, sowie in der gesamten Umgebung des Bienengartens sind ausschließlich Bienennährpflanzen mit besonderer Rücksicht auf gegenseitig spezialisierte Wildpflanzen und -bienen angelegt. Der Bienenpflanzengarten trägt die Blüten und läßt dadurch die Bienen tanzen.
  • Sechs Skulpturen stehen in den Innenkurven der „Schwänzelphase“. Anregung zur Gestaltung der Skulpturen war die traditionelle Form der „Figurenstöcke“ aus Schlesien, figürlich in Holz geschnitzter Bienenbehausungen, die vorwiegend Heilige darstellten, sowie die „Bannkörbe“ der Lüneburger Heide, als Menschenköpfe und -fratzen gestaltete Bienenkörbe aus Roggenstroh.
  • Der „Bienenpflanzengarten mit Figurenstöcken“ ist als künstlerisches Projekt auf eine weit über die IGA hinausreichende Verbesserung des am Standort vorhandenen Naturbestandes angelegt. Das Angebot an Nistgelegenheiten durch die Skulpturen und das vermehrte Angebot an Nährpflanzen werden das Habitat der Wildbienen Jahr für Jahr vergrößern und somit dem Begriff „Skulptur im öffentlichen Raum“ eine Dimension hinzufügen.

Siehe auchBearbeiten

Ein verkleinerter Ableger des Bienengartens mit einem Figurenstock aus Eichenholz befindet sich im Patientengarten des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart. Siehe: Robert-Bosch-Krankenhaus, Jeanette Zippel: Bienengarten.

LiteraturBearbeiten

  • Ralf Arbogast: Stuttgart, das grüne Erlebnis. Erholungslandschaften, Parks und Gartenschauen in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 1993, Seite 91–92.
  • Rolf Fischer: Stuttgart und das Grüne U. Die Parklandschaft vom Killesberg bis zu den Schlossgärten, Stuttgart 2003, Seite 18–95, hier: 82.
  • Tamara Hub: Jeanette Zippel, Bienengarten 1993. In: Bärbel Küster (Herausgeberin); Wolfram Janzer (Fotos): Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart, Heidelberg 2006, Seite 229–231.
  • Stadt Stuttgart (Herausgeber): Jeanette Zippel: Bienengarten, 1993. Online (Abruf 2013): [1].
  • Frank Werner (Herausgeber); Christof Luz (Essay); Hans Luz (Essay): Kunst-Natur-Schauspiel. Earthworks beyond the IGA 1993 Stuttgart, Stuttgart 1993, Seite [58–59].

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bienengarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Jeanette Zippel: Bienengarten, 1993 auf der Webseite der Stadt Stuttgart [2].
  • Bienengarten IGA '93 auf der Webseite von Jeanette Zippel [3].

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. #Stuttgart 2013
  2. Der Plan basiert auf einer OpenStreetMap-Karte.
  3. #Werner 1993.3, Seite [59].
  4. Quelle: Erklärungstext auf der Hinweistafel zu Jeanette Zippels Belebte Wildbienenskulptur mit Bienengarten im Patientengarten des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart.
  5. #Hub 2006, Seite 230.
  6. #Hub 2006, Seite 229–230, #Stuttgart 2013, #Werner 1993.3, Seite [59].
  7. #Stuttgart 2013.
  8. #Werner 1993.3, Seite [59].

Koordinaten: 48° 48′ 22,7″ N, 9° 10′ 35,3″ O