Berichtigungsbewegung

Die Berichtigungsbewegung, auch bekannt als Yan'an-Berichtigungsbewegung (chinesisch: 延安整風運動 / 延安整风运动; Pinyin: Yán'ān Zhěngfēng Yùndòng), von 1942 bis 1945 war die erste ideologische Massenbewegung, die von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) initiiert wurde.[1][2][3][4] Die Bewegung festigte Mao Zedongs oberste Führung innerhalb der Kommunistischen Partei.[1][3][4]

Mao Zedong nimmt an einem Treffen in Yan'an teil (1942).

Die Bewegung fand in Yan'an in der Provinz Shaanxi statt, die nach dem „Langen Marsch“ (1934–1936) die Basis der Kommunistischen Partei war.[5] Obwohl während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges, erlebte die KPCh eine relativ friedliche Zeit, in der sie sich auf innere Angelegenheiten konzentrieren konnte.[6] Diese Bewegung formalisierte Maos Abweichung von der Ideologie Moskaus und betonte die Bedeutung von Maos Idee der „Anpassung des Kommunismus an die Bedingungen Chinas“.[1][7] Die Berichtigungskampagne war erfolgreich darin, die anderen Führer der KPCh zu überzeugen oder zu zwingen, Mao zu unterstützen.[4][8]

Eine große Anzahl von Menschen, insbesondere Intellektuelle, wurden in der Bewegung verfolgt.[3][7] Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass über 10.000 Menschen an den Folgen der Berichtigungsbewegung starben.[9] Darüber hinaus bemühte sich die Kommunistische Partei, die Kultur der „Bewegung des vierten Mai“ durch die der kommunistischen Kultur zu ersetzen.[10][11] Viele Forscher betrachten die Berichtigungsbewegung als den Ursprung von „Mao Zedongs Personenkult“.[4][12][13]

Nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 verwendete Mao wiederholt einige der Taktiken, die in der Berichtigungsbewegung erfolgreich waren, wenn er das Bedürfnis verspürte, die politische Macht zu monopolisieren.[14] Das relevanteste Beispiel ist die „Anti-Rechts-Bewegung“, die 1957 von Mao ins Leben gerufen wurde und sich an Intellektuelle und politische Dissidenten richtet.[15][16][17]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Roland Banken: Die sowjetisch-chinesischen Beziehungen von 1949–1969 im Rahmen der weltweiten Interdependenz: Entstehung, Wandel und Verfall des Bündnisses zwischen beiden kommunistischen Mächten. LIT Verlag Münster, 2005, ISBN 978-3-8258-8405-5.
  2. Ivo De Gennaro, Hans Christian Günther: Artists and Intellectuals and the Requests of Power. BRILL, 2009, ISBN 978-90-04-17213-5.
  3. a b c Gao Hua, Stacy Mosher, Guo Jian: How the Red Sun Rose: The Origins and Development of the Yan’an Rectification Movement, 1930–1945. The Chinese University of Hong Kong Press, Hong Kong 2018, ISBN 978-962-996-822-9 (englisch).
  4. a b c d Mark Selden: Yan'an Communism Reconsidered. In: Modern China. Band 21, Nr. 1, 1995, ISSN 0097-7004, S. 8–44, JSTOR:189281.
  5. Melanie Haas: Statt babylonischer Gefangenschaft eine Partei für alle Fälle? Bündnis 90/Die Grünen nach der Bundestagswahl 2005. In: Die Parteien nach der Bundestagswahl 2005. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, ISBN 978-3-531-15245-5, S. 101–133.
  6. Cheng, Yinghong. Creating the "New Man": From Enlightenment Ideals to Socialist Realities, University of Hawaii Press, 2009. S. 59–70 (ab dem Teil "The Yan'an Period: Beginning the Systematic Remolding of Human Minds").
  7. a b 延安整风. Abgerufen am 7. August 2020 (chinesisch).
  8. Gao Hua: How the Red Sun Rose: The Origin and Development of the Yan'an Rectification Movement, 1930–1945. The Chinese University of Hong Kong Press, 2019, ISBN 978-962-996-822-9.
  9. US Joint Publication research service. (1979). China Report: Political, Sociological and Military Affairs. Foreign Broadcast information Service. No ISBN digitized text March 5, 2007
  10. Twitchett, Denis and Fairbank, John K. The Cambridge history of China.
  11. Apter, David Ernest. (1994). Revolutionary Discourse in Mao's Republic. Harvard University Press.
  12. Noriyuki Tokuda: Yenan Rectification Movement: Mao Tse-Tung's Big Push toward Charismatic Leadership during 1941–1942.
  13. Fang He: “延安整风”与个人崇拜 (zh) In: Modern China Studies.
  14. Lieberthal, Kenneth. (2003). Governing China: From Revolution to Reform, W.W. Norton & Co.; Second edition. S. 45–48.
  15. The 1957–1958 Anti-Rightist Campaign in China: History and Memory (1978–2014) Archiviert vom Original am 28. November 2019. In: Hal-SHS. September.
  16. Fang Lizhi (方励之): The Chinese Amnesia. 27. September 1990, abgerufen am 7. August 2020 (englisch).
  17. Jin Guantao (金观涛), Liu Qingfeng (刘青峰): 反右运动与延安整风. In: Chinesische Universität Hongkong. Abgerufen am 7. August 2020.