Bahnstrecke Svor–Jablonné v Podještědí

Svor–Jablonné v Podještědí[1]
Kursbuchstrecke:8n (1975)
Streckenlänge:17,124 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Ebersbach (Sachs) (vorm. BNB)
Bahnhof, Station
(-0,072) Svor früher Röhrsdorf
   
0,000 nach Bakov nad Jizerou (vorm. BNB)
   
4,539 Cvikov früher Zwickau i. B.
   
6,977 Lindava früher Lindenau
   
9,436 Kunratice u Cvikova früher Kunnersdorf
   
von Řetenice (vorm. ATE)
Bahnhof, Station
17,124 Jablonné v Podještědí früher Deutsch Gabel
Strecke – geradeaus
nach Liberec (vorm. ATE)

Die Bahnstrecke Svor–Jablonné v Podještědí war eine regionale Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich durch die k.k. priv. Böhmische Nordbahn (BNB) als Lokalbahn erbaut und betrieben wurde. Sie führte am Fuß des Lausitzer Gebirges von Svor (Röhrsdorf) über Cvikov (Zwickau i.B.) nach Jablonné v Podještědí (Deutsch Gabel).

GeschichteBearbeiten

Am 26. Dezember 1885 wurde der privilegirten Böhmischen Nordbahn-Gesellschaft das Recht zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Röhrsdorf-Zwickau der der privilegirten Böhmischen Nordbahn-Gesellschaft nach Zwickau erteilt.[2] Da kaum Kunstbauten nötig waren, wurde die kurze Strecke schon am 1. September 1886 eröffnet. Im Fahrplan von 1900 waren vier gemischte Zugpaare 2. bis 3. Klasse verzeichnet, die für die acht Kilometer lange Strecke 17 Minuten benötigten.[3]

 
ehem. Bahnhof Lindava, abgedeckt der frühere Name Lindenau

Erst nach der Errichtung der Nordböhmischen Transversalbahn von Teplitz nach Reichenberg in den Jahren 1897–1900 wurde der Bau in Richtung Deutsch Gabel fortgesetzt. Am 9. Februar 1903 erhielt die BNB die Konzession für diesen Abschnitt. Als Baufrist waren zwei Jahre ab Konzessionserteilung festgesetzt. Ausgestellt war die Konzession bis zum 7. Jänner 1963.[4] Am 7. Oktober 1905 wurde die Strecke eröffnet.

1910 entstanden Pläne zur Errichtung einer elektrischen Eisenbahn entlang der Alten Leipaer Straße von Dobern über Bürgstein, Zwickau und Großmergthal nach Krombach, die jedoch seitens der k.k. Staatsbahnen wenig Unterstützung fanden und letztlich nicht zur Ausführung gelangten.

Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn vier gemischte Zugpaare 2. und 3. Klasse über die Gesamtstrecke aus. Die Züge benötigten für die 21 Kilometer etwas über eine Stunde. Weitere Züge bedienten die Teilstrecke Röhrsdorf–Zwickau.[5]

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als Kursbuchstrecke 162b Röhrsdorf (Sudetenl)–Deutsch Gabel enthalten.[6] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Strecke wieder zu den ČSD.

1973 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs. Bis 1986 wurde die Strecke noch für den Güterverkehr genutzt. Nach dessen Einstellung erfolgte die Demontage der Gleisanlagen. Ein Teil der Trasse wurde in den 80er und 90er Jahren für den Ausbau und die Verbreiterung der Fernstraße Nr. 13 (E 442) genutzt.

 
Relikt der Strecke am Zwickauer Teich (Cvikovský rybník); 50° 46′ 1,6″ N, 14° 39′ 49,2″ O

LiteraturBearbeiten

  • Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Dokořán 2009, ISBN 978-80-7363-129-1; S. 64–66
  • Siegfried Stelzig: 100 Jahre Lokalbahn Röhrsdorf–Zwickau, herausgegeben von Manfred Rimpler, Berlin, 2003

WeblinksBearbeiten

Commons: Bahnstrecke Svor–Jablonné v Podještědí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18860004&seite=00000077
  3. Fahrplan 1900 der BNB
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder – ausgegeben am 19. Februar 1903
  5. Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  6. Jahresfahrplan 1944/45 – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres