Hauptmenü öffnen
Jerxheim–Helmstedt
Strecke der Bahnstrecke Jerxheim–Helmstedt
Im Februar 1993 verlässt ein Nahverkehrszug
Jerxheim Bahnhof in Richtung Helmstedt.
Streckennummer (DB):1940
Kursbuchstrecke (DB):ehem. 312 (2007)
Streckenlänge:22,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
von Magdeburg
Bahnhof, Station
-0,3 Helmstedt
   
von Weferlingen
   
0,0 nach Braunschweig
BSicon .svgBSicon eABZgl.svgBSicon exSTR+r.svg
(alte Trasse bis ca. 1940)
BSicon .svgBSicon BST.svgBSicon exSTR.svg
2,6 EEW Umspannwerk
BSicon .svgBSicon eABZg+l.svgBSicon exSTRr.svg
(alte Trasse bis ca. 1940)
BSicon exSTR+l.svgBSicon eABZgr.svgBSicon .svg
(alte Trasse bis ca. 1940)
BSicon exSTR.svgBSicon eHST.svgBSicon .svg
5,5 Neu Büddenstedt
BSicon exBHF.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
6,5 Büddenstedt
BSicon exABZgr.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Anschluss Tagebau Trendelbusch
BSicon exSTR.svgBSicon DST.svgBSicon .svg
8,4 Gbf Schöningen EEW
BSicon exSTR.svgBSicon ABZgl.svgBSicon STR+r.svg
BSicon exSTR.svgBSicon KDSTxe.svgBSicon STR.svg
9,1 Alversdorf
BSicon xKRZ.svgBSicon xKRZu.svgBSicon STRr.svg
Anschluss Kraftwerk Buschhaus
BSicon exSTRl.svgBSicon exABZg+r.svgBSicon .svg
(alte Trasse bis ca. 1940)
   
von Eilsleben
   
10,9 Schöningen
   
nach Braunschweig, nach Oschersleben
   
16,5 Söllingen (Braunschweig)
   
von Oschersleben
   
von Nienhagen
   
22,3 Jerxheim
   
nach Börßum
   
nach Wolfenbüttel

Die Bahnstrecke Jerxheim–Helmstedt ist eine 22 Kilometer lange Eisenbahnstrecke im Südosten Niedersachsens. Sie wurde 1858 eröffnet und erschließt den Bereich südöstlich des Elms. Bis zum 8. Dezember 2007 gab es auf dieser Strecke Personenverkehr in der Relation von Braunschweig über Wolfenbüttel, Schöppenstedt, Jerxheim und Schöningen nach Helmstedt, der zuletzt als Südelmbahn vermarktet wurde. Der Abschnitt von Helmstedt bis zum Güterbahnhof Alversdorf wird seither als Anschlussbahn der EEW Energy from Waste, vormals E.ON, betrieben.

GeschichteBearbeiten

Die erste staatliche Eisenbahn im Deutschen Bund war die von der Herzoglich Braunschweigischen Eisenbahn am 1. Dezember 1838 eröffnete Strecke von Braunschweig nach Wolfenbüttel. Sie verband die beiden wichtigsten Städte im damaligen Herzogtum Braunschweig.

Die Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben über Jerxheim wurde am 16. Juli 1843 eröffnet. Diese war bis zur Eröffnung der Berlin–Lehrter Eisenbahn 1871 Bestandteil der kürzesten Verbindung zwischen Hannover und Berlin.

Von Jerxheim wurde eine Stichstrecke über Schöningen nach Helmstedt gebaut, die am 20. Juli 1858 den Verkehr aufnahm. Diese war bis 1872 die einzige Bahnanbindung von Helmstedt. In jenem Jahr ging die Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg über Helmstedt mit einem Abzweig von Eilsleben nach Schöningen in Betrieb. Auch wenn die Strecke ebenso wie die Strecke Jerxheim–Helmstedt weiterhin vorwiegend lokale Bedeutung hatte, gab es zwischen Schöningen und Jerxheim einige Schnellzüge.[2] Über die 1868 eröffnete Bahnstrecke Jerxheim–Börßum konnte die Braunschweigische Südbahn nach Kreiensen und damit eine Verbindung nach Frankfurt am Main und ins südliche Ruhrgebiet erreicht werden. Der Abschnitt Jerxheim–Schöningen wurde zweigleisig ausgebaut. Im Güterverkehr war er vor allem für die Braunkohlengruben und Zuckerfabriken der Region wichtig.[2]

Später kamen Nebenbahnen wie die Bahnstrecke Jerxheim–Nienhagen (1890) und die Braunschweig–Schöninger Eisenbahn (1902) hinzu.

Mit der deutschen Teilung trennte die innerdeutsche Grenze alle nach Osten und Südosten abzweigenden Strecken; nur Helmstedt–Magdeburg blieb erhalten. Nach Einstellung mehrerer Nebenbahnen und der Strecke Jerxheim–Börßum war seit Ende der 1970er Jahre zwischen der Grenze und dem Höhenzug Elm nur noch die Verbindung Wolfenbüttel–Jerxheim–Helmstedt übrig. Sie wurde trotz mäßigem Verkehrsaufkommen aus strukturpolitischen Gründen erhalten; man schloss die Braunkohlentagebaue im Helmstedter Revier und das Kraftwerk Buschhaus daran an.

Bis Dezember 2006 fuhren die Regionalbahnen der Linie Braunschweig–Schöningen–Helmstedt montags bis samstags im Zweistundentakt mit zusätzlichen Verstärkerzügen in der Hauptverkehrszeit. Danach wurde die Bedienung im Abschnitt Schöppenstedt–Helmstedt auf sechs Zugpaare ausgedünnt und schließlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 ganz abbestellt.

Einstellung Schöppenstedt–HelmstedtBearbeiten

Eine Verlegung der Bahnstrecke wegen der Ausweitung der Tagebaue wurde von der Region Braunschweig als zu aufwendig eingeschätzt. Stattdessen wurde die Einstellung der Strecke genehmigt.[3] Auch zwischen Schöppenstedt und Schöningen wurde der Verkehr im Dezember 2007 aufgegeben. Grund dafür waren die geringen Fahrgastzahlen, die auf diesem Abschnitt bei knapp über 200 pro Tag lagen.[4] Die eingesparten Regionalisierungsmittel sollten für neue Stadtbahnfahrzeuge und ein verbessertes Angebot durch die Regionalstadtbahn von Braunschweig bis Schöppenstedt genutzt werden.

Der Abschnitt durch das geplante Tagebaugelände zwischen der Abzweigsanschlussstelle Alversdorf und Schöningen wurde durch das Eisenbahn-Bundesamt zum 15. November 2008 stillgelegt; das Teilstück Jerxheim–Schöningen folgte zum 21. Mai 2009 und Helmstedt–Alversdorf zum 26. April 2010, wobei dieser Abschnitt als Anschlussbahn der Firma EEW Energy from Waste in Betrieb bleibt.[5]

In einer Bewertung von 73 möglichen Reaktivierungskandidaten in Niedersachsen ist die Strecke bereits in der zweiten Stufe unter den Punkt „keine weitergehende Untersuchung“ gefallen. Im Februar 2014 hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Großraum Braunschweig über einen möglichen Trassensicherungsvertrag für den Abschnitt Schöppenstedt–Schöningen debattiert. Dabei wurde der Entschluss gefasst, die jährlichen Kosten von mindestens 140.000 € gutachterlich überprüfen zu lassen und anschließend zu entscheiden, ob die Trasse gesichert oder entwidmet werden soll.[6]

Bis 2009 wurden bereits Teile der Strecke zwischen Helmstedt und Schöningen für den Tagebau beseitigt. In Schöningen sind beide Bahnsteiggleise noch vorhanden, das Bahnhofsgebäude steht leer und die Nebengebäude verfallen. Der Abschnitt von Helmstedt in Richtung Schöningen wird im Güterverkehr bis kurz vor dem ehemaligen Bahnhof Alversdorf betrieben. Nördlich hiervon zweigt das Anschlussgleis zum Kraftwerk Buschhaus ab.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. a b Friedrich Brandes, Chronik des Bahnhofs Jerxheim, Helmstedt 1987, S. 24–26, online.
  3. Braunschweiger Zeitung vom 13. April 2005: Ende der Südelm-Bahn in Sicht. Verkehrsausschuss des Großraumverbands stimmte Beschlussvorlage zu (abgerufen am 18. Dezember 2012)
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zgb.de ZGB, Nahverkehrsplan 2008, S. 57
  5. Eisenbahn-Bundesamt, Liste der stillgelegten Strecken in Niedersachsen, online.
  6. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/apps.zgb.eu Beschlussvorlage zur Verbandsversammlung des ZGB