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Baerler Busch

Naherholungsgebiet in Duisburg

Baerler Busch [ˈbaːrlər ˈbuʃ] ist sowohl die Bezeichnung für ein Naherholungsgebiet im Nordwesten Duisburgs, als auch für einen Wohnplatz in der Stadt Moers. Das Gebiet erstreckt sich über die Stadtgrenze von Duisburg hinaus und wird von der A 42 durchschnitten. Das Gebiet am westlichen Rand des Duisburger Stadtteils Baerl ist ein Heidewald. Zu ihm gehören etwa 3,2 km² Wald und der 0,5 km² große Lohheider See, der durch den Abbau von Kies und Sand entstand. Im Süden, bereits auf Moerser Stadtgebiet, liegt der Waldsee, eine weitere, kleinere, renaturierte Kiesgrube. Hier grenzt der Baerler Busch an die Halde Rheinpreußen an.

Baerler Busch
Stadt Duisburg / Moers
Koordinaten: 51° 29′ 5″ N, 6° 39′ 7″ O
Höhe: 26 (33–103) m ü. NN
Fläche: 1,74 km²
Einwohner: 67 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 47445
Vorwahl: 02841
Baerler Busch (Nordrhein-Westfalen)
Baerler Busch

Lage von Baerler Busch in Nordrhein-Westfalen

Der sandige Boden des Waldes ließ Eichen und mannshohe Farne wachsen. Besonders häufig sind dort der Essigbaum und die Robinie anzutreffen.

Im Baerler Busch finden sich viele Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg, die ein Bild von weniger friedlichen Zeiten vermitteln. Noch beim Bau der Autobahn 42 wurden Fliegerbomben gefunden. So ist zu vermuten, dass noch heute unentdeckte Blindgänger verborgen sind. Südlich des Loheider Sees befinden sich die überwucherten Wälle eines Schießstandes der SS, an dem auch der Duisburger Volkssturm für seinen sinnlosen Kampf ausgebildet wurde, ein Ort für ein stilles Gedenken. Im Südwesten unmittelbar südlich der A 42 liegt der Waldfriedhof Lohmannsheide, auf dem sich unter anderem 141 Gräber von Zwangsarbeitern befinden, die während des Zweiten Weltkrieges im Moerser Raum vor allem im Bergbau in der nahegelegenen Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 und in den Benzinwerken in Meerbeck jenseits der Halde eingesetzt wurden und durch Unterernährung und unmenschliche Lebensbedingungen den Tod fanden.

Wohnplätze von Moers; Baerler Busch liegt im nordöstlichen Bereich von Moers

Der Regionalverband Ruhr hat im Jahre 2006 den Baerler Busch erworben, um ihn für die Naherholung zu sichern. Der Wald im Städtedreieck Duisburg/Moers/Rheinberg soll zu einem ökologischen Naherholungsgebiet ausgebaut werden. So sind der Ausbau von Parkplätzen für Wanderer und Erholungssuchende am Rande des Waldgebietes geplant, damit ein ungeregeltes Parken vermieden wird.

Die bislang genutzten Trampelpfade sollen einem groß angelegten Wanderwegenetz mit Bänken, Wegweisern und Infotafeln weichen. Weiterhin sind neue Wegeverbindungen im Norden und im Süden des Waldgebietes geplant. Besonderen Wert soll auf die Waldpflege gelegt werden. Standortfremde und kranke Bäume sollen durch Laubhölzer ersetzt werden.

Wohnplatz Baerler BuschBearbeiten

 
Waldsee

Wie angeführt gehört aktuell ein kleiner Teil der historischen Gemarkung Baerler Busch als ein Wohnplatz zur Stadt Moers. Dieser südwestliche Teil, der im Wesentlichen die Bereiche des Waldsees und die Bergbauhalde Rheinpreußen betrifft, wurde zum 1. Januar 1975 bei der Aufteilung der Kommune Rheinkamp vom Baerler Gebiet abgetrennt und dem Moerser Teil zugeteilt. Er liegt nördlich vom Wohnplatz Meerbeck und wird von drei Seiten von Baerler und damit Duisburger Gebieten umgeben. Der Wohnplatz Baerler Busch ist nur wenig besiedelt. Der Siedlungsbereich betrifft fast ausschließlich die Gutenbergstraße, die südöstlich der 103 m hohen Halde Rheinpreußen liegt.[1]

Im Bereich des Wohnplatzes sind sowohl für die frühe und mittlere Eisenzeit Spuren einer zeitweisen menschlichen Besiedlung gefunden worden. Diese liegen überwiegend im nordöstlichen Bereich am Waldsee. Im Einzelnen wurden an fünf verschiedenen Stellen Keramikscherben, ein Gräberfeld mit Urnenscherben und ein einzelnes Bronzeschwert ausgegraben. Im südwestlichen Ortsteil, Nahe zum Wohnplatz Eick, wurden jeweils an einer Stelle Keramikscherben aus der mittleren Eisenzeit und ein römischer Siedlungsplatz mit Ziegeln, Keramikscherben, Amphoren und einem Mahlstein gefunden.[2]

Die Gemarkung Baerler Busch gehörte zu einem großen Waldgebiet, das sich seit dem Mittelalter nordöstlich zwischen Moers und Rheinberg erstreckte. Kommunal und kirchlich gehörte es zum Kirchspiel Baerl. Nur an wenigen kleinen Bereichen wurden Siedlungsstellen angelegt und es fehlen weitgehend schriftliche Nachweise bis zum 19. Jahrhundert für das Gebiet, da sich keine Bauerschaft entwickelte. Weder 1836 wurde in einer Untersuchung des Niederrheins der Baerler Busch als Weiler oder Bauerschaft angeführt noch 1901 in einem Orts- und Adressenverzeichnis. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann aber eine geringe Besiedelung. 1904 führte die Postagentur Repelen für die zu betreuenden Landzustellbezirke neben Anderen auch den Ortsbereich Baerler Busch an.[3]

Der Baerler Busch, auch als „Königlicher Forst“ bezeichnet, war für den Adel ein Jagdgebiet. Beispielsweise wurde 1841 im königlich preußischen Amtsblatt dieses Jagdrevier zur Verpachtung ausgeschrieben.[4] 1911 erwarb die Zechengesellschaft Rheinpreußen den Baerler Busch, die damit ihr Areal für den Kohlebergbau erweiterte, die bereits in der Nähe in Utfort und Hochstraß in Betrieb befindliche Zechengruben abgeteuft hatte.[5] Im Gebiet des Baerler Buschs wurde kein zusätzlicher Zechenschacht errichtet, aber im angrenzenden südöstlichen Ortsbereich von Gerdt. Hier wurde Anfang der 1940er Jahre der Schacht 8 als Wetterschacht für die in Betrieb befindlichen Kohlegruben der Zechen Rheinpreußens angelegt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Moers – Stadtteile und Wohnplätze. Abgerufen am 15. August 2015.
  2. Wensky, Margret, in: Moers. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. 2000, Böhlau Verlag, Köln, Band 1, S. 412/4 + 432. ISBN 3-412-04600-0
  3. In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. 1904, Nr. 46, S. [526]381. Onlinefassung
  4. In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. 1841, Nr. 13, S. [737]52. Onlinefassung
  5. In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. 1911, Nr. 205, S. [2439]1640. Onlinefassung

WeblinksBearbeiten