Babo (Jugendsprache)

Begriff der Jugendsprache

Der Begriff Babo (Aussprache: [baːbo]) bedeutet in der deutschen Jugendsprache so viel wie Boss, Anführer oder Chef und wurde ab 2012 im deutschsprachigen Raum durch den Song Chabos wissen wer der Babo ist (sinngemäß: „Jungs wissen, wer der Boss ist“) des Rappers Haftbefehl bekannt.[1]

EtymologieBearbeiten

Das Wort stammt ursprünglich aus dem Zazaischen[2] und bedeutet Vater. Das Wort ist in gleicher Lautung auch im Bosnischen[3] und balkanischen Romani[4][5][6] belegt.

Des Weiteren findet sich ein ähnliches Wort im Türkischen, Arabischen, Kurdischen, Persischen und Aramäischen, jedoch in der Form baba.

Verbreitung und Verwendung im DeutschenBearbeiten

Die türkeistämmige Diaspora hat den Begriff aufgegriffen und in Deutschland vor allem in der Gang-Szene verbreitet. Er wird dort für einflussreiche Respektspersonen verwendet.[7]

Im November 2013 wählte eine Jury um den Langenscheidt-Verlag „Babo“ zum Jugendwort des Jahres 2013.[8] Dabei wurde es der türkischen Sprache zugeordnet, was so nicht stimmt.[9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Babo“ ist Jugendwort des Jahres 2013 abgerufen auf www.haz.de, 20. Dezember 2013.
  2. Matthias Heine: Babo ist zazaisch. 26. November 2013, abgerufen am 29. November 2013.
  3. debs.dict.cc: babo. 3. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  4. Dieses Wort findet sich vor allem im balkanischen Romani anstelle des andernorts üblichen bato, vgl. hierzu die ausführliche vergleichende etymologische Diskussion bei Bernhard Helzle-Drehwald, Der Gitanismo im spanischen Argot, 2004, S. 101f.
  5. vgl.a. den Text des Liedes Ederlezi und die Herkunft des Wortes Chabo aus demselben Umfeld.
  6. Wissen Chabos was ein Babo ist?, abgerufen am 1. April 2018. Zeigt einen Übergang des Wortes aus dem Romani in eine Varietät des Jenischen.
  7. Clixoom: Haftbefehls Rapanalyse: Chabos wissen wer der Babo ist, Minute 1:15–1:25, 17. Januar 2013, abgerufen am 15. September 2013.
  8. Jugendwort des Jahres 2021. Abgerufen am 10. August 2021.
  9. Anatol Stefanowitsch: Nachgedanken zum Jugendwort 2014. Auf: Sprachlog, 26. November 2013