BRP-Rotax

Österreichischer Motorenhersteller im Bombardier- Konzern
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BRP-Rotax GmbH & Co KG[2] (bis 14. Juni 2016: BRP-Powertrain GmbH & Co. KG) ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Gunskirchen, Oberösterreich. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Produktion von Antriebssystemen für Produkte im Motorsportbereich spezialisiert. BRP-Rotax ist ein Tochterunternehmen der kanadischen Firma Bombardier Recreational Products (BRP Inc.), Komplementär der GmbH & Co. KG ist die BRP-Powertrain Management GmbH, Kommanditist die BRP Holdings (Austria) GmbH.

BRP-Rotax GmbH & Co KG

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1920
Sitz Gunskirchen, Österreich
Leitung Wolfgang Rapberger, Peter Ölsinger, Stefan Arndt
Mitarbeiterzahl 1500+[1]
Branche Maschinenbau
Website www.rotax.com

GeschichteBearbeiten

Die Firma wurde 1920 in Dresden als ROTAX-WERK AG gegründet, 1930 durch die Fichtel & Sachs AG übernommen und nach Schweinfurt verlegt. 1943 siedelte das Unternehmen nach Österreich über und wurde 1970 vom Bombardier-Konzern gekauft. Unter dem Markennamen Rotax produziert BRP-Rotax Hochleistungsmotoren für Schneeschlitten, Jet- und Sportboote, Geländefahrzeuge (ATVs und Quads), dreirädrige Roadster und für Motorräder der Hersteller Aprilia, BMW, Buell und MZ sowie für leichte Sportflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Tragschrauber, Motorsegler, Drohnen, Heißluft-Luftschiffe und Karts.

ProdukteBearbeiten

BRP-Rotax GmbH & Co KG, das österreichische Tochterunternehmen der BRP Inc., entwickelt und produziert Antriebssysteme für den Freizeit- und Powersportsbereich. Darunter Viertakt- und Zweitakt-Motoren für BRP-Produkte wie Ski-Doo und Lynx Schneeschlitten, Sea-Doo Personal Watercraft, Can-Am Onroad- und Offroad-Fahrzeuge, aber auch Antriebe für den Kartsport sowie Sportflugzeuge.

OEM-SegmentBearbeiten

Die OEM Business Unit produziert Produkte für Original Equipment Manufacturers (OEM). Diese Produkte umfassen unter anderem Komponenten wie Zylinderblock, Zylinderkopf, Kurbelwelle und -gehäuse, Nockenwelle und Pleuel.

LuftfahrtBearbeiten

Rotax produziert Motoren für Ultraleichtflugzeuge, Leichtflugzeuge und unbemannte fliegende Luftfahrzeugssysteme. Seit 1975 wurden mehr als 170.000 Einheiten der Rotax-Aircraft-Motoren verkauft. Es werden sowohl Zweitakt- als auch Viertakt-Motoren angeboten. Aktuelle Motoren-Modelle für die Luftfahrt:

Historische Motoren-Modelle (aus der Produktion genommen):

 
Flugzeugmotor Rotax 914
 
Motorradmotor Rotax 804

KartBearbeiten

BRP-Rotax entwickelte für den Kartsport den Rotax-MAX-Motor. Diese Spezialisierung wurde aufgrund der Erfahrung in der Entwicklung und Produktion leistungsstarker 2-Takt-Motoren entschieden, wodurch das Unternehmen 1997 mit der Produktion der Motorenserie Rotax 125 MAX begann.

ZweiradBearbeiten

  • Rotax V990 2-Zylinder-Viertakt-V-Motor mit 74–78 kW
  • Rotax 904 2-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 77 kW
  • Rotax 804 2-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 62,5 kW
  • Rotax 654 1-Zylinder-Viertaktmotor mit 37 kW
  • Rotax 258 V2-Zylinder-Zweitakt-Tandem-Rennmotor, >100 PS
    Einsatz in den Aprilia-Werksmaschinen RSV 250 bis Mitte der 1990er Jahre, diente Aprilia später als Vorbild für Eigenentwicklungen
  • Rotax 257
  • Rotax 256 2-Zylinder-Zweitakt-Tandem-Rennmotor >90 PS
  • Rotax 129 1-Zylinder-Zweitakt-Rennmotor
  • Rotax 128 1-Zylinder-Zweitakt-Rennmotor
  • Rotax 127 Einsatz in der Aprilia AF1
  • Rotax 126
  • Rotax 123 1-Zylinder-Zweitaktmotor mit 23 kW. Einsatz in der Aprilia RS 125 (GS)
  • Rotax 122 1-Zylinder-Zweitaktmotor in Varianten mit 11 und 22 kW, Einsatz in der Aprilia RS 125 (offen möglich: MP, SF, PY, gedrosselt: RD, RM)

AuszeichnungenBearbeiten

  • BRP-Rotax wurde zwischen 2021 und 2023 mit dem BGF Gütesiegel ausgezeichnet. Diese Auszeichnung honoriert Projekte der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF).[3]
  • 2022 erhielt BRP-Rotax den Mobilitätspreis EL-MO des Fachkongresses für Elektromobilität EL-MOTION. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für die Entwicklung des emissionsfreien Schneemobiles Lynx HySnow auf Wasserstoffbasis.[4]

Einsatz von Rotax-Motoren in WaffensystemenBearbeiten

Rotax Motoren werden immer wieder in Waffensystemen wie Drohnen verwendet. Neben den US-amerikanischen „Predator“-Drohnen verwenden auch türkische Bayraktar-TB2-Drohnen und iranische Shahed-129-Drohnen Rotax-Motoren. Im Jahr 2020 wurde nach Kritik die direkte Lieferung in „Länder mit unklarer Nutzung eingestellt“.[5][6] Da es sich bei den Motoren aber um „Freiwaren“ handelt, die ohne behördlichen Genehmigung exportiert werden dürfen,[6] ist davon auszugehen, dass weiterhin Rotax-Motoren verbaut werden. Im Russisch-Ukrainischen Krieg wurden Bayraktar-TB2-Drohnen auf ukrainischer Seite und Shahed-129-Drohnen auf russischer Seite eingesetzt.[7] Am 20. Oktober 2022 wurde laut CNN bekannt, dass Russland iranische Dronen mit Rotax-Motoren verwendet. Dabei handelt es sich um das Modell Mohajer-6, die vom Iran seit 2018 in Massenproduktion hergestellt wird.[8]

WeblinksBearbeiten

Commons: BRP-Rotax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BRP-Rotax GmbH & Co KG. karriere.at, abgerufen am 26. Mai 2021.
  2. Der Name ist Programm: Aus BRP-Powertrain wird BRP-Rotax. (Nicht mehr online verfügbar.) In: rotax.com. 15. Juni 2016, archiviert vom Original am 15. Juni 2016; abgerufen am 15. Juni 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rotax.com
  3. BGF-Gütesiegel-Betriebe. BGF Netzwerk, abgerufen am 21. März 2022.
  4. EL-MOTION: EL-MO Award Gewinner 2022. April 2022, abgerufen am 3. August 2022.
  5. Markus Sulzbacher: Lieferung gestoppt: Keine österreichischen Motoren für türkische Kampfdrohnen mehr. Der Standard, 26. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2022.
  6. a b Kersten Knipp: Triebwerke für iranische Kampfdrohen aus Europa? Deutsche Welle, 2. November 2020, abgerufen am 4. Oktober 2022.
  7. David Hambling: What Drones Is Iran Supplying To Russia And What Impact Will They Have In Ukraine? Forbes, 15. Juli 2022, abgerufen am 4. Oktober 2022.
  8. https://orf.at/stories/3290625/