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Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien

(Weitergeleitet von BITKOM)

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) ist der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Derzeitiger Präsident des Bitkom ist Thorsten Dirks. Hauptgeschäftsführer ist Bernhard Rohleder. Insgesamt arbeiten über 100 Mitarbeiter für die Bitkom-Gruppe, zu der die Bitkom Servicegesellschaft mbH (BSG) und die Bitkom Research GmbH gehören.

Bitkom e.V.
Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1999
Ort Berlin
Präsident Thorsten Dirks
Vizepräsidenten
Achim Berg
Ulrich Dietz
Timotheus Höttges
Schatzmeister

Michael Kleinemeier
Geschäftsführer Hauptgeschäftsführer
Bernhard Rohleder
Geschäftsleitung
Anja Olsok
Joachim Bühler
Susanne Dehmel
Niklas Veltkamp
Mitglieder 1.600
Website www.bitkom.org
Bitkom auf der Hannover Messe 2016

Inhaltsverzeichnis

PräsidentenBearbeiten

Seit der Gründung des Bitkom steht an der Spitze des Verbands der Vorstand mit einem Präsidenten.

GeschichteBearbeiten

Der Verband wurde im Oktober 1999 in Berlin gegründet. Gründungsverbände des Bitkom waren der Bundesverband Informations- und Kommunikations-Systeme (BVB), der Bundesverband Informationstechnologien (BVIT) sowie die Fachverbände Informationstechnik im VDMA und Kommunikationstechnik im ZVEI. Sie wurden, ebenso wie die folgenden sechs VDMA-Arbeitsgemeinschaften zum 1. Januar 2001 mit dem Bitkom verschmolzen:

  • Kopiererhersteller und -importeure (AG KHI)
  • European Printer Manufacturers and Importers (EPMI)
  • Telefax (AG Telefax)
  • Aktenvernichter (AG Aktenvernichter)
  • Telekommunikations-Mehrwertdienste (AG TMD)
  • Altgeräte (AG CYCLE)

In den Folgejahren gingen vier weitere Verbände und Organisationen auf den Bitkom über:

  • Unternehmensverband Informationssysteme (UVI)
  • Deutsche EDI Gesellschaft (Dedig)
  • European Net Economy Forum (e-nef)
  • European Thin Clients Forum (ETCF)

Neben Volker Jung als Präsident wurden Willi Berchtold, Jörg Menno Harms sowie Gerhard Jörg mit der Gründung als Vizepräsidenten des Bitkom gewählt. Dem ersten Bitkom-Präsidium gehörten unter anderem Erwin Staudt (IBM), Josef Brauner (Deutsche Telekom AG), Eberhard Färber (Ixos AG) sowie Werner Schmücking (Siemens AG) an.

Bis Ende 2000 ließ die Bitkom-Satzung nur die Mitgliedschaft weiterer Verbände zu, danach auch direkte Firmenmitgliedschaften. Der Verband organisiert die fachliche und politische Arbeit in den Geschäftsfeldern Politik, Wirtschaft & Technologien, Vertrauen & Sicherheit und Start-ups. Innerhalb dieser Bereiche werden in den ca. 120 Arbeitskreisen, Ausschüssen, Branchendialogkreisen und Foren mit Vertretern der Mitgliedsunternehmen und Mitarbeitern des Bitkom Studien und Grundsatzpapiere, Leitfäden, Konzepte sowie neue Geschäftsmodelle erarbeitet und veröffentlicht.

Der Verband ist Mitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und im europäischen Spitzenverband der Informations- und Telekommunikationsbranche DIGITALEUROPE.

MitgliederBearbeiten

Als Interessenverband vertritt er 2.400 Unternehmen. Davon sind etwa 1.600 Direktmitglieder, die zusammen etwa 140 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften und 700.000 Beschäftigte haben. Unter den Mitgliedern sind Geräte-Hersteller, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, sowie von Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Unterhaltungselektronik sowie Unternehmen der digitalen Medien und der Netzwirtschaft.[1] 79 Prozent der Mitglieder haben ihren Hauptsitz in Deutschland, weitere 9 Prozent kommen aus Europa, 8 Prozent aus den USA. 4 Prozent stammen aus Asien, davon die meisten aus Japan.

ZieleBearbeiten

Der Interessenverband will optimale politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die ITK-Branche erreichen. Dabei geht es insbesondere auch um eine Stärkung des ITK-Mittelstands und die Förderung von Innovationen. Der Verband setzt sich zudem für eine strategische ITK-Politik ein, die die Politikebenen von der EU über Bund und Länder bis zu den Kommunen umfasst. Zugleich will Bitkom die Politik dazu bewegen, ihre Maßnahmen in den erfolgskritischen Handlungsfeldern zu integrieren. Die Felder sind:

  • Bildungspolitik
  • Forschungspolitik
  • Wachstumsfinanzierung
  • Public Sector
  • Standort- und Arbeitsmarktpolitik

Der Bitkom tritt weiterhin öffentlich als Lobbyorganisation in der Diskussion um computerimplementierte Erfindungen auf. Zudem hat Bitkom immer wieder Kritik an der IT-Strategie der Bundesregierung geäußert.[2]

ThemenBearbeiten

Im Kern der politischen Agenda des Bitkom stehen

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft Bitkom Research GmbH,[3] die das EITO-Portal betreibt, liefert dem Verband durch eigene Marktforschung aktuelle Marktdaten und -analysen zu den europäischen und internationalen Märkten für Informations- und Kommunikationstechnik. Die Branchenzahlen des Bitkom werden unter anderem auf der CeBIT in Hannover vorgestellt. Die ebenfalls hundertprozentige Tochtergesellschaft Bitkom Servicegesellschaft mbH bietet dagegen Dienstleistungen für Mitglieder und Nichtmitglieder an, unter anderem über die Bitkom Akademie [4], Bitkom Consult und den WEEE-FULL-SERVICE[5].

VeranstaltungenBearbeiten

Der Bitkom führt jährlich mehrere Veranstaltungen durch, in denen Mitglieder und andere Interessenten sich über Themen des Verbandes austauschen. Besondere mediale Beachtung erfährt dabei stets der sogenannte Bitkom Trendkongress, an dem hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft teilnehmen. In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wurde er unter dem Motto „Create.Innovate.Grow“ durchgeführt.[6] [7] [8] Seit 2015 stellt sich die Veranstaltung international auf und erhielt zunächst mit dem Namen hub conference einen neuen Titel, der dann 2017 mit "hub.berlin" ein weiteres Mal umbenannt wurde.[9]

KritikBearbeiten

Im Mai 2017 wurde dem Bitkom der Negativ-Preis Big Brother Award in der Kategorie Wirtschaft verliehen. In ihrer Laudatio führte Rena Tangens drei Hauptgründe an:[10][11]

  1. „unkritisches Promoten von Big Data
  2. „penetrante Lobbyarbeit gegen Datenschutz
  3. weil er „de facto eine Tarnorganisation großer US-Konzerne ist, die bei Bitkom das Sagen haben“.

Der Vorwurf, eine Tarnorganisation großer US-Konzerne zu sein, wird damit begründet, dass 5 von 16 Menschen im Bitkom-Präsidium (32 %) von einer US-Tochterfirma entsandt seien, während nur 8 % der Bitkom-Mitglieder aus den USA kämen.[10][11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitgliederstruktur laut Eigendarstellung des Bitkom. Abgerufen am 15. November 2012.
  2. Interview: Marc Thylmann, Sprecher des Branchenverbands Bitkom. In: Netzwelt. 10. Juni 2011, abgerufen am 15. November 2012.
  3. Offizielle Website der Bitkom Research GmbH. Abgerufen am 15. November 2012.
  4. Offizielle Website der Bitkom Akademie. Abgerufen am 18. Mai 2016.
  5. WEEE-FULL-SERVICE: Komplettlösung für die Entsorgung von Elektroaltgeräten. In: www.garantiesystem-altgeraete.de. Abgerufen am 22. Dezember 2016.
  6. Lars Budde: Bitkom Trendkongress: Berlin wirft einen Blick in die digitale Zukunft. In: t3n Magazin. 12. November 2012, abgerufen am 15. November 2012.
  7. Johannes Schuba: Die Trends der digitalen Wirtschaft auf dem Bitkom Trendkongress erleben. In: t3n Magazin. 16. Oktober 2013, abgerufen am 20. Dezember 2013.
  8. Die Innovation trägt nicht mehr Anzug. In: heise. 26. November 2014, abgerufen am 16. Mai 2015.
  9. Der BITKOM Trendkongress wird zur internationalen hub conference. Abgerufen am 27. Januar 2016.
  10. a b Rena Tangens: Der BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Wirtschaft geht an den deutschen IT-Branchenverband Bitkom, vertreten durch seinen Präsidenten Thorsten Dirks. In: BigBrotherAwards.de. 5. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017.
  11. a b Jonas Jansen: Bitkom bekommt den „Big Brother Award“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017.