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Austral-Líneas-Aéreas-Flug 2553

Austral-Líneas-Aéreas-Flug 2553
105ba - Austral DC-9-32, LV-WHL@AEP,20.08.2000 - Flickr - Aero Icarus.jpg

Eine baugleiche DC-9 der Austral Líneas Aéreas

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Kontrollverlust nach Instrumentfehlern
Ort 21 km östlich von Nuevo Berlín, Uruguay
Datum 10. Oktober 1997
Todesopfer 74
Überlebende 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp McDonnell Douglas DC-9-32
Betreiber Austral Líneas Aéreas
Kennzeichen LV-WEG
Abflughafen Flughafen Posadas
Zielflughafen Flughafen Buenos Aires-Jorge Newbery
Passagiere 69
Besatzung 5
Listen von Flugunfällen

Am 10. Oktober 1997 befand sich eine McDonnell Douglas DC-9-32 auf dem Austral-Líneas-Aéreas-Flug 2553 zwischen Posadas und Buenos Aires in Reiseflughöhe über Uruguay. Doch auf dem Weg zum Ziel stürzte sie ab. Alle 74 Insassen starben beim schwersten Flugzeugabsturz in Uruguay.

Inhaltsverzeichnis

FlugzeugBearbeiten

Das Flugzeug war eine 28 Jahre alte McDonnell Douglas DC-9-32 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen LV-WEG, die mit zwei Pratt & Whitney JT8D-7B-Turbinen ausgestattet war und 56.854 Flugstunden absolviert hatte.

BesatzungBearbeiten

Die Piloten waren der 40-jährige Kapitän Jorge Cecere und der Erste Offizier Horacio Nunez.

VerlaufBearbeiten

Um 21:18 Uhr Ortszeit hob das Flugzeug vom Flughafen Posadas ab und stieg auf seine vorgegebene Reiseflughöhe von 35.000 ft (10.670 m). In dieser Höhe herrschten eine Temperatur von −59° und Winde mit 80 km/h. Das Flugzeug kam vom Kurs ab und flog in das Fluginformationsgebiet Montevideo, ohne Funkkontakt aufgenommen zu haben. Um 22:04 Uhr geriet es in eine Zone mit Eisverhältnissen. Drei Minuten später leitete der Erste Offizier ohne vorheriger Erlaubnis einen Sinkflug ein. Währenddessen nahm der Kapitän mit dem Fluglotsen in Ezeiza (Argentinien) Funkkontakt auf und bat um eine Erlaubnis zum Sinkflug. Dieser antwortete, dass sich die Piloten im uruguayischen Luftraum befinden und deshalb den Fluglotsen in Montevideo (Uruguay) um Erlaubnis bitten müssen. Während des Sinkfluges beschwerte sich der Erste Offizier, dass seine Geschwindigkeitsanzeige nicht richtig arbeitet. Als das Flugzeug unter 30.000 ft (9150 m) sank, fuhr der Erste Offizier die Vorflügel aus, um den Auftrieb zu erhöhen. Doch die Geschwindigkeit überschritt die Belastungsgrenze, sodass Teile abbrachen und einen asymmetrischen Auftrieb verursachten. Die Piloten verloren die Kontrollen, das Flugzeug ging in einen unkontrollierbaren Sturzflug, schlug um 22:10 Uhr mit einer geschätzten Vertikalgeschwindigkeit von 1200 km/h und einer Vertikalneigung von 70° nach unten auf den Boden auf und hinterließ einen großen Krater. Alle 74 Insassen starben.

UrsacheBearbeiten

Die Ursache war ein Vereisen des Geschwindigkeitsmessers auf der Seite des Ersten Offiziers, wodurch Geschwindigkeiten von 300 km/h statt der realen 800 km/h angezeigt wurden, was nahe der Strömungsabrissgeschwindigkeit liegt und dazu führte, dass er die Vorflügel ausfuhr. Weil die Geschwindigkeit über der Belastungsgrenze der Vorflügel lag, rissen Teile davon ab und erzeugten einen asymmetrischen Auftrieb, was zum Sturzflug und Absturz führte.

Ähnliche EreignisseBearbeiten

QuellenBearbeiten