Attika (Landschaft)

Historische Region

Koordinaten: 38° 0′ N, 23° 49′ O

Attika (altgriechisch Ἀττική Attikē) ist eine Halbinsel und historische Landschaft in Mittelgriechenland mit dem Hauptort Athen.

Attika in der Antike
Attische Landschaft (1959)

LageBearbeiten

Attika grenzt im Westen mit dem Gebirge Kithairon an Böotien. Im Süden wird die Halbinsel durch das Kap Sounion begrenzt. Wichtige Orte waren der Hafen von Piräus bei Athen, Marathon im Nordosten, Eleusis im Westen und Thorikos im Osten. Neben dem Heiligtum der Athene auf der athenischen Akropolis waren das Heiligtum des Poseidon am Kap Sounion, die Mysterien von Eleusis und das Artemis­heiligtum in Brauron bedeutende Kultstätten Attikas.

Die Entstehung der Pflanzenart Crocus sativus, aus dem Safran, das teuerste Gewürz der Welt gewonnen wird, kann durch pflanzengenetische Untersuchungen in Attika lokalisiert werden.[1]

Die besonderen Lichtverhältnisse von Attika werden als attisches Licht bezeichnet.

BevölkerungBearbeiten

Die Gesamtbevölkerung betrug am Ende des 4. Jahrhunderts etwa 169.000 Einwohner. Dabei handelte es sich um 84.000 Bürger, 35.000 Metöken und 50.000 Sklaven. Dazu sei gesagt, dass Bevölkerungszahlen aus vergangenen Epochen immer mit Vorsicht zu genießen sind, da sie sich schwerlich überprüfen lassen.[2]

LandwirtschaftBearbeiten

Aufgrund der Geographie Attikas, war die Landwirtschaft in dieser Region kleinstrukturiert, das heißt viele Grundbesitzer besaßen mehrere, nicht zusammenhängende Flächen, was wiederum darauf schließen lässt, dass viele Grundstücke an Kleinbetriebe verpachtet wurden. Aufgrund dieser Einschränkung war es schwer möglich Sklaven einzusetzen, da sich deren Beaufsichtigung bei den nötigen Transportarbeiten als sehr aufwendig erwies.

Neben wenigen großen Fruchtlandebenen, dominierten kleine Täler das Landschaftsbild. Weiters erschwert wurde die Bewirtschaftung der Flächen durch den trockenen, steinigen Boden. Gerade die erosionsgefährdeten Hangflächen und die Notwendigkeit von Terrassen, verhinderten die rentable Bewirtschaftung durch landwirtschaftliche Großbetriebe

Der Fokus der Produktionsweise in der bäuerlichen Landwirtschaft lag auf der Selbstversorgung. Zudem waren als Arbeitskräfte meist nur Familienmitglieder verfügbar. Diese zwei Faktoren führten dazu, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Bereich stagnierte. Die Bauern schränkten ihre Ansprüche so weit wie möglich ein, um ihre freie Existenz zu sichern. Denn hätten sie ihr Land nicht mehr halten können, wären sie vermutlich zum Lohnarbeiter bzw. Söldner geworden.[3]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zahra Nematia, Dörte Harpkea, Almila Gemicioglu, Helmut Kerndorff, Frank R.Blattner: Saffron (Crocus sativus) is an autotriploid that evolved in Attica (Greece) from wild Crocus cartwrightianus. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 136, 2019, S. 14–20, doi:10.1016/j.ympev.2019.03.022.
  2. Ernst Kluwe: Bemerkungen zu den Diskussionen über die drei „Parteien“ in Attika zur Zeit der Machtergreifung des Peisistratos. In: Klio. Band 54. Akademie-Verlag, 1972, ISSN 0075-6334, S. 151.
  3. Gert Audring: Grenzen der Konzentration von Grundeigentum in Attika während des 4. Jh. v. u. Z. In: Klio. Band 56, Nr. 2. Akademie-Verlag, 1974, ISSN 0075-6334, S. 445–448.