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Semmelweis-Universität

Universität in Ungarn
(Weitergeleitet von Asklepios Medical School)

Die Semmelweis-Universität (ungarisch: Semmelweis Egyetem; lateinisch: Universitas Budapestiensis de Semmelweis Nominata) ist eine staatliche Universität für medizinische Fächer und Sport in Budapest, Ungarn. Benannt wurde die Universität nach dem Budapester Arzt Ignaz Semmelweis.

Semmelweis-Universität
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Gründung 1769
Trägerschaft staatlich
Ort Budapest, Ungarn
Rektor Béla Merkely
Studierende ca. 11.000 (2017/18)
Mitarbeiter ca. 10.500, davon 1.700 Lehrkräfte (2007)
Netzwerke IAU[1]
Website www.semmelweis.hu

GeschichteBearbeiten

 
Das "Net" der Semmelweis Universität, in dem Lehr und Forschungsinstitute untergebracht sind

Die 1635 von Péter Pázmány als Universität für Theologie und Rechtswissenschaften in Nagyszombat gegründete Hochschule eröffnete 1769 eine medizinische Fakultät. Durch Verfügung von Maria Theresia wurde die Universität 1777 nach Buda verlegt und einige Jahre später auf die andere Donauseite nach Pest umgesiedelt. Seit 1848 ist es eine nationale Universität. Das Hygienische Institut war das zweite seiner Art in Europa. 1951 wurde die medizinische Fakultät von der Universität Budapest abgetrennt und wenige Jahre später durch eine zahnmedizinische und pharmazeutische Fakultät bereichert. Seit 1969, dem 200. Jahrestag der Gründung der Fakultät, ist die Universität nach dem ehemaligen Professor Ignaz Philipp Semmelweis, dem Entdecker des Kindbettfiebers, benannt.

Seit 2000 ist die Semmelweis-Universität für Medizinische Wissenschaften (ungarisch Semmelweis Orvostudományi Egyetem, SOTE) mit zwei anderen Universitäten zur Semmelweis-Universität (ungar. Semmelweis Egyetem, SE) zusammengelegt und verfügt seither auch über Fakultäten für Sport und Sportwissenschaften sowie Gesundheitswesen.

Seit 1983 wird Medizin, seit 1987 Zahnmedizin, seit 2011 Pharmazie auch auf deutsch unterrichtet, seit 1989 wird der Unterricht in allen drei klassischen Fakultäten auch auf englisch angeboten.

LehreBearbeiten

An den drei klassischen Fakultäten für Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie studierten im Studienjahr 2017/18 ca. 6.200 Studenten, die von 1.700 Lehrkräften unterrichtet werden. Von den ca. 6.200 Studierenden sind ca. 2.900 Studenten aus dem Ausland, darunter 1.143 aus Deutschland.[2][3] In den beiden vorklinischen Studienjahren sind jeweils ca. 150 bis 250 deutsche Studenten eingeschrieben. Nach Ablauf dieser zwei Jahre wechseln 90 % der deutschen Studenten zurück nach Deutschland, um dort ihr Medizinstudium zu beenden. Die restlichen 10 % studieren weitere vier Jahre bis zum Erhalt des ärztlichen Diploms in Ungarn, welches in Deutschland vollständig anerkannt wird.

Der Programmdirektor des deutschsprachigen Studienganges ist seit 2014 Attila Mócsai.[4]

KlinikenBearbeiten

In den angeschlossenen Kliniken (2769 Krankenbetten) können jährlich etwa 120.000 Patienten stationär und 2,1 Mio. Patienten ambulant versorgt werden. Die Hälfte der Einwohner Ungarns gehören zum Einzugsgebiet.

VorbereitungsjahrBearbeiten

Aufgrund der zahlreichen Bewerbungen bietet die Semmelweis-Universität in Kooperation mit "College International" ein Vorbereitungsjahr an, welches bei gutem Abschneiden die Zulassungschancen zu den medizinisch orientierten Studiengängen der ungarischen Universitäten erhöht. Dieses vermittelt dem Studenten in 2 Semestern naturwissenschaftliche Grundkenntnisse in den Fächern Chemie, Physik, Biologie und der ungarischen Sprache.

Das Vorbereitungsjahr, welches am MC Daniells College durchgeführt wird, ist insbesondere sinnvoll für Studenten, die in der gymnasialen Oberstufe Probleme oder wenig Unterricht in den Fächern Chemie, Physik, Mathematik und Biologie hatten. Es erleichtert das Studieren an der stark naturwissenschaftlich geprägten Universität.

Deutsche StudentenvertretungBearbeiten

 
Offizielles Emblem der DSVS

Im Jahre 2006 wurde aufgrund der immer größer werdenden Anzahl von deutschen Medizinstudenten in Budapest die „Deutsche Studentenvertretung Semmelweis“ (kurz DSVS) gegründet. Die DSVS vertritt die Interessen der deutschsprachigen Studenten gegenüber der Universität. Neben den akademischen Angelegenheiten ist die DSVS auch aktiv an der Freizeitgestaltung beteiligt. Ihr oberstes Ziel ist, das deutschsprachige Medizinstudium in Budapest für Studenten freundlicher zu gestalten. Sie ist untergliedert in mehrere Kompetenzbereiche (Akademische (Vorklinik und Klinik), Nicht-Akademische, Zahnmedizinische, Pharmazie, Finanzen, Webmaster sowie Kultur und Freizeit). Zurzeit besteht die DSVS aus 40 Vertretern aller sechs Jahrgänge, die in den bereits erwähnten Kompetenzbereichen unter dem Vorsitz von Maximilian Mohr[5] tätig sind.

Asklepios Campus HamburgBearbeiten

Im September 2008 eröffnete die Medizinische Fakultät der Semmelweis Universität in Zusammenarbeit mit den Asklepios Kliniken unter dem Namen Asklepios Campus Hamburg (ACH) einen externen Campus in Hamburg[6]. Dort können Studierende der Semmelweis Universität die klinischen Semester ihres Medizinstudiums nach ungarischem Curriculum in deutscher Sprache absolvieren.[7][8] Der ACH wird von der gemeinnützigen Asklepios Medical School GmbH betrieben und befindet sich auf dem Gelände der Asklepios Klinik St. Georg. Er stellt Studienplätze für bis zu 65 Studierende pro Jahrgang zur Verfügung.[9] Den praktischen Teil der Ausbildung übernehmen die Krankenhäuser der Asklepios Kliniken Hamburg sowie verschiedene kooperierende Praxen und Institute im Hamburger Raum.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 28. Juli 2019 (englisch).
  2. Facts and Figures. Abgerufen am 9. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).
  3. Numerus clausus - Uni-Flucht über die grüne Grenze, Spiegel Online, 4. Dezember 2008
  4. Dr. Attila Mócsai ist neuer Leiter des deutschsprachigen Studienganges. (semmelweis.hu [abgerufen am 15. Mai 2017]).
  5. Team 2018/2019 – Deutschsprachige Studentenvertretung Semmelweis. Abgerufen am 9. Juli 2019 (deutsch).
  6. Erste ausländische Uni in Deutschland eröffnet (Memento vom 9. September 2008 im Internet Archive), tagesschau, 8. September 2008
  7. Wie sich Numerus-Clausus-Flüchtlinge Studienplätze in Deutschland kaufen, Spiegel Online, 9. September 2008
  8. B. Taffertshofer: Dr. med. Ungarn (Memento vom 14. Juli 2009 im Internet Archive), Süddeutsche Zeitung, 31. August 2008
  9. Warum am Asklepios Campus Hamburg studieren? - Asklepios Campus Hamburg. Abgerufen am 9. Juli 2019.

Koordinaten: 47° 29′ 14,3″ N, 19° 4′ 2,3″ O