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ARRIFLEX
Arriflex 435

Die ARRIFLEX[1] der Münchner Unternehmensgruppe Arnold & Richter Cine Technik war die erste in Serie gebaute Spiegelreflex-Filmkamera für gewöhnliche Aufnahmen. Die ARRIFLEX ist 1937 an der Leipziger Messe öffentlich vorgestellt worden.

Sie ist noch heute die kompakteste und leichteste Normalfilm-Spiegelreflexkamera mit Revolverkopf für drei Objektive. Das Gehäuse ist aus Hydronalium gegossen. Die ARRIFLEX wurde von der Wehrmacht neben Kameras von Bell & Howell, Debrie, Askania, Zeiss und anderen benutzt. Sie war die Kamera für Sportbilder, Reportage, wissenschaftliche und Naturaufnahmen.

Das Bauprogramm besteht im Wesentlichen aus vier Sandgußteilen, das sind die linke Gehäuseschale, die rechte Schale, der abnehmbare Deckel, in den das Sucherrohr eingelassen ist, und die Revolverscheibe. Das 1937 gezeigte Magazin war eine Linhof-Doppelkassette aus Stahlblech. Die so genannte Ur-ARRIFLEX war hellgrau lackiert, hatte keine Daumenkralle an der rechten Gehäuseschale und keine Griffe an der Revolverscheibe. Es gab eine zentrale Verriegelung für alle drei Objektive, ähnlich in der Funktion wie diejenige beim 8-mm-Filmo von Bell & Howell. Erste Arbeiten auf eine Handkamera mit einem Reflexsucher hin sollen 1932 begonnen worden sein. Im Herbst jenes Jahres war der Ingenieur Erich Kästner von August Arnold eingestellt worden. Ausführender Mechaniker war Rudolf Brüller. Die ersten vier Exemplare sind 1938 verkauft worden.

Das Reflex-System beruht auf einem Zweiflügel-Umlaufverschluß, der unter 45 Grad das vom Objektiv einfallende Licht umlenkt. Dank der Symmetrie ist ausgewogener Lauf möglich, wobei die Umdrehungszahl die halbe gegenüber dem Greiferantrieb ist. Im rechten Winkel zur optischen Achse befindet sich eine Mattscheibe in denselben Dimensionen wie das Bildfenster. Eine Sucherlupe ergibt vergrößerte Sicht der Mattscheibe. Auf Grund der Gehäuseform und der Konstruktion der Mechanik arbeitet der Spiegelverschluß nicht lichtdicht. Deshalb gehörte von Anfang an ein Lichtschutz dazu, der das Licht von den nicht benutzten Objektiven abhält.

Im Zweiten Weltkrieg wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika die praktisch baugleiche CINEFLEX fabriziert. Diese hatte im Unterschied zur ARRIFLEX keinen Stabelektromotor unten angeschraubt, sondern einen seitlichen Elektromotor. Es gab auch einen Federwerkmotor.

1951 wurde die ARRIFLEX 16 fertiggestellt und ab 1952 verkauft. Sie ist eine weltweit für Kino und Fernsehen extensiv gebrauchte Filmkamera geworden, mit der von der stummen Bildberichterstattung über Synchrontonaufnahme bis zu Trickarbeit fast alles möglich war. Zur ARRIFLEX 16 gab es ein Handkurbelzubehör, das an Stelle des Elektromotors eingesetzt wird, sowie einen Druckluftantrieb.

Arriflex ist ein Markenname der Firma Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co Betriebs KG (kurz ARRI).

Die Produktlinie der Arriflex 35 mm (auch 535, 535 B) wurde eingestellt. Nachfolgerin war die ArriCam, die aus Zusammenlegung mit der von Arri aufgekauften österreichischen Firma Moviecam entstand. 16-mm-Kameras von Arriflex wurden unter der Bezeichnung 16SR/HS und 416 vertrieben.

Inzwischen hat der Hersteller die Fertigung aller Filmkameras komplett eingestellt und produziert nur noch digitale Kameras.

KameratypenBearbeiten

Filmkameras werden nach den Filmformaten in 35 mm, 16 mm und 65 mm eingeteilt, nach der Verwendung der Kamera außerdem in MOS und SyncSound.

MOS-Kameras, auch „stumme Kameras“ genannt, werden für Aufnahmen verwendet, bei denen keine zeitgleiche Tonaufnahme stattfindet. Die Arnold & Richter, Cine-Technik Group, Ag., bezeichnet diese Typen als die 235- und 435-Serie, die mit bis zu 150 Bildern pro Sekunde auch für Zeitlupenaufnahmen tauglich sind.

SyncSound-Kameras werden für Aufnahmen mit 24/25 Bildern pro Sekunde verwendet. Parallel zum Bild wird hierbei der Ton aufgezeichnet. Sie sind mit weniger als 20 dB (A) leise. Arri bezeichnet diese Typen als die ArriCam-Serie. Nochmals unterteilt wird diese Serie dann in die ArriCam ST (für Studio, schwerer und leiser) und die ArriCam LT (für light, leichter und lauter).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Arriflex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. sie wurde mit Jugendstil-Großbuchstaben bezeichnet