Hauptmenü öffnen
AUR
Arch Linux logo.svg
aur.archlinux.org
Beschreibung Arch User Repository
Registrierung ja
Sprachen mehrsprachig
Erschienen 2005
Mitglieder 56400 Registrierte Mitglieder (Stand September 2018)
Paketliste vom AUR, September 2018

AUR (englisch Arch User Repository) ist ein Online-Repository für Kompilieranweisungen (PKGBUILDs). Es ist ein integraler Teil der Linux-Distribution Arch Linux.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das AUR entstand 2005[3] und ist seitdem auf über 50.000 PKGBUILDs angewachsen (die offiziellen Repositories beinhalten nur etwa ein Fünftel Pakete dieser Zahl[4]). Zwischen dem 8. Juni und 8. August 2015 wechselte AUR auf das Versionskontrollsystem git.[5]

Unterschiede zum offiziellen RepositoryBearbeiten

  • Lizenzfragen: Software, die nicht durch Dritte verteilt werden darf, die man aber kostenlos benutzen darf, kann im Arch-User-Repository aufgenommen werden. Dabei wird auf der Arch-Website lediglich ein Shell-Skript gehostet, das die aktuelle Version der Software herunterlädt. Beispiel hierfür ist proprietäre Freeware wie Google Earth.
  • Veränderte offizielle Pakete: Das Arch-User-Repository enthält auch viele Variationen von Paketen aus den offiziellen Repositories sowie git- und hg-Versionen von Software, die in den Repositories als stabile Versionen enthalten ist. Hierzu zählt z. B. Linux-pf, eine Variante des Linux-Kernels mit dem Brain Fuck Scheduler.
  • Seltenheit der Software: Neue oder selten verwendete Programme, die zu den offiziellen Repositories (noch) nicht hinzugefügt wurden. Nimmt sich ein sogenannter „Trusted User“ einem populären AUR-Paket an, kann dieses in das community-Repository verschoben werden.

VerwendungBearbeiten

Jedes registrierte Mitglied des AURs kann selbst PKGBUILDs hochladen. Danach ist ausschließlich er für die Pflege des Paketes zuständig, wie sie bei Software-Aktualisierungen nötig ist. Nur der ursprüngliche Autor kann seine PKGBUILDs aktualisieren.

PKGBUILDs können von jedem Arch-Linux-Anwender heruntergeladen und zum Erzeugen eines Pakets benutzt werden. Die PKGBUILDs werden im AUR als Tarball angeboten, der extrahiert werden muss.[6] Es gibt eine Reihe von Hilfsprogrammen (wie z. B. yay oder trizen), die den Prozess des Herunterladens, Extrahierens und Erstellens des Pakets automatisieren.[7] Häufig wurde yaourt von verschiedenen Seiten als AUR-Helper empfohlen. Dieser sollte aber aufgrund von Sicherheitsmängeln nicht mehr verwendet werden. Mögliche Gründe dafür, dass sich yaourt trotz dessen als Quasi-Standard etabliert hatte, sind die Verfügbarkeit seit 2006[8] und die Möglichkeit des Installierens über ein inoffizielles Repository mit Pacman.[9]

Manuell

 git clone https://aur.archlinux.org/$Paketname.git
 cd $Paketname
 makepkg -si

Optional kann -r dem makepkg-Befehl hinzugefügt werden, um nicht mehr genutzte Abhängigkeiten nach dem Kompilieren zu entfernen.

Automatisiert

 yay -S $Paketname

PKGBUILDBearbeiten

PKGBUILDs sind Skripte, die ähnlich wie die älteren ebuilds von Portage, der Paketverwaltung von Gentoo Linux, aufgebaut sind. Im oberen Abschnitt befinden sich Metadaten über Paketname, URL des Quelltexts, Hashsumme des Quelltextarchivs (hier im Beispiel SHA-256), zum Kompilieren benötigte Bibliotheken (Abhängigkeiten) und die Lizenz des Pakets. Die Abschnitte build() und package() enthalten Anweisungen zum Kompilieren und Installieren der Pakete.

PKGBUILDs werden von dem Programm makepkg geparst und in komprimierte Programmpakete übersetzt. Diese tragen üblicherweise die Dateiendung .tar.xz.[10]

Beispiel

# Maintainer: Your Name <youremail@domain.com>
pkgname=NAME
pkgver=VERSION
pkgrel=1
pkgdesc=""
arch=()
url=""
license=('GPL')
groups=()
depends=()
makedepends=()
optdepends=()
provides=()
conflicts=()
replaces=()
backup=()
options=()
install=
changelog=
source=($pkgname-$pkgver.tar.gz)
noextract=()
sha256sums=() #autofill using updpkgsums

build() {
  cd "$pkgname-$pkgver"

  ./configure --prefix=/usr
  make
}

package() {
  cd "$pkgname-$pkgver"

  make DESTDIR="$pkgdir/" install
}

QuellenBearbeiten

  1. Liane M. Dubowy, Kein Gramm zu viel, Maßgeschneidertes System mit Arch Linux, c’t 24/13, S. 168
  2. AUR. In: ArchWiki. Abgerufen am 16. Juli 2014 (englisch).
  3. http://aur.archlinux.org/ (Memento vom 12. April 2005 im Internet Archive)
  4. Package Search. In: Arch Linux. Abgerufen am 11. Oktober 2018.
  5. AUR: History. In: ArchWiki. Abgerufen am 8. September 2018 (englisch).
  6. AUR: Installing packages. In: ArchWiki. Abgerufen am 16. Juli 2014 (englisch).
  7. AUR helpers. In: ArchWiki. Abgerufen am 8. September 2018 (englisch).
  8. Package Details: yaourt. In: AUR. Abgerufen am 8. September 2018 (englisch): „First Submitted: 2006-07-04“
  9. SK: How To Install Yaourt In Arch Linux. In: OSTechNix. 9. März 2016, abgerufen am 8. September 2018 (englisch).
  10. Arch packaging standards. In: ArchWiki. Abgerufen am 16. Juli 2014 (englisch).