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Anoxie (von griech. an- = „nicht“ und oxys = „sauer“) bezeichnet biologisch das vollständige Fehlen von Sauerstoff. Ein Bereich, in dem Anoxie herrscht, wird als anoxisch bezeichnet.

Anoxie in der Medizin und PhysiologieBearbeiten

In der Medizin ist die Anoxie eine Bezeichnung für den Sauerstoffmangel, wie er etwa einem Erstickungstod zugrunde liegen kann.[1] Der medizinische Ausdruck für Sauerstoffmangel ist Hypoxie.

Anoxie kann auch bei niedrigen Sauerstoffkonzentrationen auftreten, bei denen über Lunge oder Kiemen kein Sauerstoff mehr aufgenommen werden kann. Aufgrund des Stoffwechsels, der bei den meisten Organismen überwiegend aus oxidativen Prozessen besteht, kommt es beim Fehlen des dafür notwendigen Sauerstoffs zu Funktionsstörungen. Vor allem bei Wirbeltieren treten Unterversorgungen des Gehirns und des Herzens auf, bei letzterem kommt es zu Strukturveränderungen des Myokards.[2]

Anoxie in der ÖkologieBearbeiten

Vor allem bei verschiedenen Bakterien, aber auch bei einer Reihe von wirbellosen Tieren, ist das Fehlen von Sauerstoff die Normalbedingung. Bei diesen Organismen verlaufen die Stoffwechselvorgänge anaerob, also in Abwesenheit von Sauerstoff.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfgang Schwerd: Erstickung (Sauerstoffmangel). In: Wolfgang Schwerd (Hrsg.): Kurzgefaßtes Lehrbuch der Rechtsmedizin für Mediziner und Juristen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln-Lövenich, 3., überarbeitete und ergänzte Auflage 1979, ISBN 3-7691-0050-6, 71–84, hier: S. 71–73.
  2. Stichwort „anoxisch“ in: Herder-Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg 2003. ISBN 3-8274-0354-5.
  3. Stichwort „anoxisch“ in: Herder-Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg 2003. ISBN 3-8274-0354-5.