Amastridae

Familie der Ordnung Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Amastridae
Carelia turricula, Hawaii

Carelia turricula, Hawaii

Systematik
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Heterobranchia
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Cochlicopoidea
Familie: Amastridae
Wissenschaftlicher Name
Amastridae
Pilsbry, 1910

Die Amastridae sind eine Familie landlebender Schnecken aus der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Die über 300 Arten der Familie sind bzw. waren ausschließlich auf den Hawaii-Inseln beheimatet. Möglicherweise sind aber bereits über 90 % der Arten ausgestorben oder ausgerottet worden[1][2].

MerkmaleBearbeiten

Die Gehäuse sind hochkonisch, eiförmig, subzylindrisch, niedrig-konisch bis fast flach. Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Gehäuse (ca. 50 mm) mit bis zu etwa acht Windungen. Die Mündung weist immer eine Spindellamelle auf, die parietalen und palaten Teile der Mündung besitzen aber keine Zähne oder Lamellen. Die Kiefer sind immer gut entwickelt, relativ dick und glatt, leicht gestreift oder auch berippt. Im zwittrigen Genitalapparat ist der Penis von mittlerer Länge; ein Epiphallus ist immer vorhanden. Die Innenwand des Penis zeigt unterschiedliche Reliefs, aber niemals ein Pfeilersystem. Meist ist ein Penisanhang entwickelt. Der Penisretraktor setzt an der Basis des Penisanhanges an. Die Prostata besteht aus vielen Azini, die mehr oder weniger ausgelängt sind. Der Samenleiter dringt immer am oberen Ende, am Epiphallus in den Penis ein. Er ist immer "frei", d. h. liegt nicht am Penis an. Die Albumindrüse ist gut entwickelt. Der Stiel der Spermathek ist relativ kurz.

Geographische Verbreitung und LebensweiseBearbeiten

Die Familie ist geographisch auf die Hawaii-Inselkette beschränkt. Die Tiere haben eine ovipare oder auch ovovivipare Lebensweise. Sie leben bzw. lebten vor allem am Boden in trockenen wie auch feuchten Habitaten. Möglicherweise sind aber bereits über 90 % der über 300 beschriebenen Arten ausgestorben oder ausgerottet worden.[1] Die ersten Artverluste entstanden bereits kurz nach der Ankunft der ersten polynesischen Siedler durch Habitatverluste. Nach der Ankunft der Europäer beschleunigte sich das Aussterbetempo aber enorm. Viele Artenverluste wurden nun durch eingeschleppte Arten verursacht, wie Ratten und eingeschleppte, bzw. bewusst ausgesetzte carnivore Schnecken, namentlich die Rosige Wolfsschnecke (Euglandina rosea).

SystematikBearbeiten

Die Familie Amastridae wird von Schileyko (1998) und Bouchet & Rocroi (2005) in zwei Unterfamilien unterteilt:

Keine Einigkeit herrscht in welche Überfamilie die Familie Amastridae gehört; Schileyko stellt sie in die Überfamilie Achatinelloidea, Bouchet und Rocroi rechnen sie zur Überfamilie Cochlicopoidea. Wenz stellt sie noch in die Überfamilie Pupilloidea.

BelegeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Charles Lydeard, Robert H. Cowie, Winston F. Ponder, Arthur E. Bogan, Philippe Bouchet, Stephanie A. Clark, Kevin S. Cummings, Terrence J. Frest, Olivier Gargominy, Dai G. Herbert, Robert Hershler, Kathryn E. Perez, Barry Roth, Mary Seddon, Ellen E. Strong und Fred G. Thompson: The Global Decline of Nonmarine Mollusks. BioScience, 54(4): 321-330, April 2004 PDF (Memento vom 6. Juni 2013 im Internet Archive)
  2. Alan Solem: How many Hawaiian Land Snail species are left? and What We Can Do for Them. Bishop Museum Occasional Papers, 30: 27-40, Honolulu 1990 PDF

LiteraturBearbeiten

  • Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi: Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47: 239-283, Ann Arbor 2005 ISSN 0076-2997
  • Anatolij A. Schileyko: Treatise Recent terrestrial pulmonate molluscs, Part 1. Achatinellidae, Amastridae, Orculidae, Strobilopsidae, Spelaeodiscidae, Valloniidae, Cochlicopidae, Pupillidae, Chondrinidae, Pyramidulidae. Ruthenica, Supplement 2(1): 1-127, Moskau 1998 ISSN 0136-0027
  • Wilhelm Wenz: Gastropoda. Teil I: Allgemeiner Teil und Prosobranchia. In: Handbuch der Paläozoologie Band 6, 948 S., Berlin, Verlag von Gebrüder Borntraeger, 1938 (S. 139)

WeblinksBearbeiten