Adposition

Begriff der Grammatik, der vor allem Präpositionen und Postpositionen als Oberbegriff zusammenfasst

Adposition ist ein Begriff der Grammatik, mit dem eine Klasse von Wörtern zusammengefasst wird, deren bekannteste Vertreter Präpositionen sind. Diese lassen sich definieren als Wörter, die typischerweise unveränderlich sind, einen Kasus an genau eine Ergänzung vergeben und eine sehr schematische, oft auch nur grammatische Bedeutung haben.[1] Solche Wörter können vor oder nach ihrer Ergänzung stehen, also im engeren Sinn jeweils Präpositionen oder Postpositionen sein. Der Begriff der Adposition wurde geprägt, um eine zusammenfassende Bezeichnung für diese verschiedenen Fälle zu haben; allerdings wird oft die Bezeichnung Präposition in einem Sinn verallgemeinert, dass sie auch entsprechende Wörter in anderen Positionen mitumfasst. Adposition ist so gesehen also eine präzisere Bezeichnung für „Präposition in einem weiteren Sinn.“ (Als Kategoriesymbol in der Syntaxtheorie wird dennoch immer P verwendet.)

Die Sprachen der Welt haben meistens entweder Präpositionen oder Postpositionen; das Deutsche ist jedoch ein Beispiel einer Sprache mit gemischtem Bestand.

Arten von AdpositionenBearbeiten

Die Unterarten von Adpositionen werden nach der Position relativ zu ihrer Ergänzung klassifiziert:

  • Präposition (im engeren Sinne; auch: vorangestellte Präposition): In der Präpositionalphrase geht die Präposition voran, die Ergänzung folgt nach:
in der Bäckerei
auf dem Bahnhof
während der Abfahrt
ab dem Bahngleis
Die Präposition ist in den Sprachen Europas weit verbreitet.
  • Postposition (auch: nachgestellte Präposition): In der Postpositionalphrase wird die Ergänzung vorangestellt:
den Kindern zuliebe
  • Eine Ambiposition ist demgegenüber kein eigener Stellungstyp, sondern ist eine Adposition, die wahlweise entweder als Präposition oder als Postposition auftreten kann:
des Kindes wegen, wegen des Kindes
  • Daneben existieren im Deutschen auch Zirkumpositionen (auch: umklammernde Präpositionen). Dies sind mehrteilige Ausdrücke, die die Ergänzung von beiden Seiten umgeben, aber als Ganzes dieselbe Funktion haben wie sonst eine einzige Präposition:
um Himmels willen
von diesem Zeitpunkt an

Einige Adpositionen sind ursprünglich aus komplex aufgebauten Phrasen entstanden, deren Wortlaut sich im Laufe der Zeit verfestigte (wobei die Bedeutung des darin enthaltenen Nomens in der Regel verblasste), sodass sie als zusammengesetzte Adpositionen angesehen werden können:

aufgrund des Unwetters
anstelle der alten Strategie

Es gibt auch Wörter, die mit Adpositionen gleichlautend sind, jedoch einer anderen (u. U. auch flektierbaren) Wortart angehören. Die Bedeutungen dieser Wörter können miteinander verwandt sein. So wird das Wort ab nicht nur als Präposition, sondern auch als Partikel (im engeren Sinne) eingesetzt:

als Präposition: ab dieser Linie
als Partikel (in der Funktion eines Prädikativums): Der Zweig ist ab.

Adpositionen in der SprachtypologieBearbeiten

Zusammenhänge mit WortstellungstypenBearbeiten

Übergänge zwischen Adpositionen und KasusBearbeiten

In den Sprachen der Welt zeigt sich, dass ein Teil der Sprachen Kasusmarkierungen verwendet, wo ein anderer Teil Adpositionen benutzt, das heißt, der Unterschied zwischen beiden Strategien äußert sich häufig nur in der Morphologie, nicht jedoch in der Funktion (Semantik). Von einigen zeitgenössischen Sprachtypologen wird daher der englische Begriff flag bzw. flagging („Flagge“ beziehungsweise „Beflaggung“)[2] verwendet, um beide Phänomene im Hinblick auf ihre Semantik unter einem Oberbegriff zusammenzufassen.

Unterscheidung von ähnlichen WörternBearbeiten

Das Wort Apposition hat zwar denselben lateinischen Ursprung (ad = ‚bei‘, positio von ponere = ‚setzen‘; hier lediglich mit Assimilation von ad-zu „ap-“), bezeichnet aber einen völlig anderen grammatischen Begriff.

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Adposition – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Angelehnt an die Definition in: Dennis Kurzon & Silvia Adler: Introduction In: D. Kurzon & S. Adler (eds.): Adpositions: Pragmatic, semantic and syntactic perspectives. John Benjamins, Amsterdam 2008, S. 2.
  2. Martin Haspelmath: Argument marking in ditransitive alignment types. In: Linguistic Discovery. Bd. 3, Heft 1, 2005, S. 1–21.