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Adélaïde-Louise-Pauline Hus

Schauspielerin der Comédie Française und wurde als Kurtisane berühmt

Adélaïde-Louise-Pauline Hus (* 31. März 1734 in Rennes; † 18. Oktober 1805 in Paris) war eine Schauspielerin der Comédie Française und wurde als Kurtisane berühmt. Bekannt war sie in Paris unter ihrem Künstlernamen Mademoiselle Hus. Nicht zuletzt mit ihrem Liebesleben erlangte Hus kulturgeschichtliche Relevanz, weil berühmte Schriftsteller ihrer Zeit daraus Stoff für ihre Werke machten.

HerkunftBearbeiten

Hus stammte aus einer französischen Schauspielerfamilie. Sie war die Tochter von François Hus und von Françoise Gravillon. Ihre Mutter betätigte sich neben der Schauspielerei auch erfolgreich als Theaterautorin.[1] Die Familie von Adélaïde-Louise-Pauline Hus führte als reisende Theatertruppe ein Wanderleben in Europa mit längeren Aufenthalten in Nantes, in der Provence, in Italien und in den Niederlanden. Um 1750 löste sich die Truppe allmählich auf und Françoise Hus-Gravillon siedelte nach Paris über. Adélaïde-Louise-Pauline hatte mindestens vier Geschwister. Ihr Bruder war der Balletttänzer und Choreograph Jean-Baptiste Hus (um 1736–1805). Ihr Cousin Auguste Hus (1769–1829) war Tänzer und Schriftsteller.

LiebeslebenBearbeiten

Hus hatte eine langjährige Liaison mit dem Schatzmeister des Königs, Bertin de Blagny, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hatte, Louis Auguste Bertin d'Antilly (1760–1804), fils naturel Bertins. Dieser erhielt eine sorgfältige Erziehung, widmete sich der Literatur und dem Theater, gründete mehrere Zeitungen und floh nach der Französischen Revolution nach Moskau an den Zarenhof, wo er 1804, also noch vor seiner Mutter, verstarb.[2]

Ebenso wie ihr Liebhaber Bertin de Blagny pflegte Hus nebenbei eine Reihe von mehr oder weniger langen Beziehungen zu wechselnden Partnern.[3] Die Liaison der beiden endete, nachdem Bertin seine Geliebte in flagranti ertappt hatte und eine Affaire mit der Schauspielerin und Konkurrentin Sophie Arnould anfing.

1775 heiratete Hus den königlichen Apotheker und Destillateur Louis Èlis Lelièvre; sie ließ sich 1793 von ihm scheiden.

Schauspielkarriere und WirkungBearbeiten

Adélaïde-Louise-Pauline Hus gab am 26. Juli 1751 mit 17 Jahren an der Comédie-Française ihr Début, das wenig erfolgreich war. Nach einem zweiten Versuch zwei Jahre später, 1753, begann ihre Karriere am selben Haus. Hus übernahm unter anderem Rollen in Stücken von Molière und Voltaire. 1780 beendete Hus ihre Theaterkarriere, und ab 1786 erhielt sie durch den französischen König eine Pension von 500 Livres.

Zur Liebesaffäre zwischen Hus und Bertin wurde in den Salons der Zeit viel Gesprächsstoff produziert und sie schlug sich auch in einer Fülle von Anekdoten und Klatschgeschichten in der Memoirenliteratur und in Briefen der Zeit nieder. Berühmt wurde der Stoff als eines der Gesprächsthemen in Diderots Werk Rameaus Neffe zwischen der Figur des Philosophen und der des Rameau.[4] Diderot und Voltaire stellen in ihren Briefen zwar eine mittelmäßige Begabung fürs Theater fest, loben gleichzeitig aber ihre Schönheit und ihren Charme, die sie beim Pariser Theaterpublikum beliebt machten.

LiteraturBearbeiten

  • Joseph François Michaud; Louis Gabriel Michaud: Biographie universelle ancienne et moderne: histoire par ordre alphabétique de la vie publique et privée de tous les hommes. Supplément. Bd 67. Paris 1840, S. 491–494. Link
  • Émile Campardon: Les comédiens du roi de la troupe française pendant les deux derniers siècles. Documents inédits recueillis aux archives nationales. Paris, H. Champion, Paris [1879]. Reprint 2009. ISBN 978-1-115-85239-5

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag zu Françoise Nicole Gravillon Du Hausay, siefar.org, abgerufen am 15. Juli 2013.
  2. Michaud: Biographie universelle … Bd 58. S. 141–143; Galanteries d'une demoiselle du monde ou souvenirs de Mlle Duthé. Paris 1833. S. 410.
  3. Sophie Arnould et ses contemporaines. Recueil choisi d’anecdotes piquantes … de Mlle Arnould. Paris 1813. S. 62, 119; J. F. Falvey: Diderot. Le Neveu de Rameau. 1985.
  4. Agnes Pozzi: Mieux connaître Diderot (Memento des Originals vom 10. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/agnespozzi.blogspot.de, Mai 2010, agnespozzi.blogspot.de, abgerufen am 16. Juli 2013.