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Absaugen

das Entfernen von Atemwegssekret, Speichel, Blut oder aspirierten Stoffen mit einem biegsamen Absaugkatheter aus den Atemwegen
Absauggerät mit Zubehör: 1 Kompressor, 2 Sekretauffangbehälter, 3 Verbindungsschlauch, 4 steril verpackter Absaugkatheter

Absaugen ist eine Maßnahme des Atemwegsmanagements. In der professionellen Pflege und in der Notfall- und Intensivmedizin werden mit Hilfe einer Absaugpumpe und einem Absaugkatheter flüssiges Atemwegssekret, Speichel, Blut oder aspirierte Stoffe aus den Atemwegen entfernt.

Dabei wird zwischen Absaugen der Mundhöhle und des Rachenraums und tiefem Absaugen aus der Luftröhre und den Bronchien unterschieden. Es kann mit einem Absaugkatheter oral (die Länge des Absaugkatheters soll dann etwa dem Abstand Ohrläppchen–Nasenspitze entsprechen), transnasal (nasotracheal, wobei zur Vermeidung von Blutungen der Sog erst eingesetzt werden sollte, wenn die Katheterspitze im Rachenraum angelangt ist) oder über einen Endotrachealtubus bzw. eine Trachealkanüle abgesaugt werden (Bronchialtoilette). Gegebenenfalls wird unter laryngoskopischer oder endoskopischer Sicht abgesaugt. Auch im Rahmen einer Bronchoskopie wird abgesaugt.

Die Atmung wird im Moment des Absaugens unterbrochen. Mögliche weitere Atmungseinschränkungen können durch Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr, bei Verlegung des Atemweges durch den Katheter, durch den Wegfall des PEEP und durch negativen Sog-Druck, durch Agitiertheit oder Kehlkopfkrampf beim Patienten eintreten. Zusätzliche Komplikationen entstehen bei (nosokomialer) Infektion der Atemwege, die durch unsterile Materialien oder eine Verschleppung von Krankheitserregern von den oberen in die unteren Atemwege begünstigt werden kann; bei einer Verletzung der Schleimhäute durch den Katheter oder bei einer Vagusreizung mit der Folge von Bradykardie bis hin zur kurzfristigen Asystolie. Deshalb, und um eine Hypoxie und somit einen Sauerstoffmangel zu vermeiden, sollte der Absaugvorgang rasch und mit sterilen Materialien vollzogen werden.

In der Sterbephase sollte wegen der Belastung des Patienten und möglicher Komplikationen nur abgesaugt werden, wenn die Atmung durch starke Sekretion beeinträchtigt wird.[1]

QuellenBearbeiten

  • Eintrag im Pflegewiki
  • Intensivpflege und Anästhesie, S. 103 ff., Thieme Verlag Stuttgart 2005
  • P. Sporn, W. Hackl, W. Mauritz: Endotracheale Absaugung – Glasfiberbronchoskopie – Langzeitintubation – Tracheostomie. In: Jürgen Kilian, Herbert Benzer, F. W. Ahnefeld (Hrsg.): Grundzüge der Beatmung. Springer, Berlin u. a. 1991, ISBN 3-540-53078-9, 2., unveränderte Aufl. ebenda 1994, ISBN 3-540-57904-4, S. 314–325; hier: S. 314–318.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Elisabeth Albrecht: Symptome in der Sterbephase. In: Claudia Bausewein, Susanne Roller, Raymond Voltz (Hrsg.): Leitfaden Palliative Care. Palliativmedizin und Hospizbetreuung. Elsevier, München 2015, S. 349. ISBN 978-3-437-23313-5
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