Abraham Hondius

niederländischer Maler, Radierer und Zeichner
Zugefrorene Themse 1677

Abraham Danielsz. Hondius, auch de Hondt oder de Hont, (* um 1631 in Rotterdam; † September 1691 in London) war ein niederländischer Maler, Radierer und Zeichner.

LebenBearbeiten

Hondius war der Sohn des Maurers Daniel Abramsz. de Hondt. Über seine Lehre ist nichts bekannt[1] (früher wurde behauptet, dass er in Rotterdam bei Cornelis Saftleven (um 1607–1681) in die Lehre ging). Sein frühestes bekanntes Werk ist 1651 datiert. Er zog 1659 von Rotterdam nach Amsterdam, war 1665 bis 1670 wieder in Rotterdam und ab 1671 in London, wo er starb. Ein Aufenthalt in Amsterdam kann nicht belegt werden.

Er wird vom 21. Februar 1673 bis 25. Juni 1679 im Tagebuch von Robert Hooke 25-mal erwähnt, ist also in London. Hooke unterstützte Christopher Wren beim Aufbau Londons nach dem Brand (1666) und vermittelte auch Hondius dafür Aufträge für Gemälde. In London malt er auf Leinwand statt Holz und es entstehen einige großformatige Bilder mit blutigen Tierkämpfen (ohne Beteiligung von Menschen), was dem damaligen Geschmack in England entsprach. Er malt auch Winterdarstellungen der Stadt nach den Kälteeinbrüchen 1676/77 und 1683 (zugefrorene Themse, Markt im Winter).

Er ist vor allem für Tierszenen bekannt, zum Beispiel Jagdszenen miteinander kämpfender Tiere (sein letztes Bild zeigt einen Affen und eine Katze, die sich um Geflügel streiten) und Tierstudien. Er malte auch Landschaften, historische Genreszenen und religiöse und mythologische Sujets. Ein einziges Porträtbild von ihm ist bekannt aus seiner holländischen Zeit.

Hondius starb im September 1691 in London. Er wurde am 17. September 1691 im Kirchspiel St. Bride in der Fleet Street begraben.

Am 4. April 1653 heiratete er Geertruyd van den Eyck in Rotterdam vor dem Gericht in Rotterdam, mit der er eine Tochter hatte. Damit gehört er nicht der reformierten Kirche an, sondern war sehr wahrscheinlich Katholik. Dafür spricht auch dass er 1665 bis 1671 im Ossenhoofd in Rotterdam Mieter war. Dort war eine katholische Untergrundkirche.

LiteraturBearbeiten

  • Adriaan van der Willigen, Fred G. Meijer A dictionary of Dutch and Flemish still-life painters working in oils : 1525-1725, Leiden: Primavera 2003
  • A. Hentzen Abraham Hondius; Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, Band 8, 1963, S. 33–56
  • B. Rapp Abraham Hondius; een vooraanstaand dieren- en jachtschilder van de 17de eeuw, Oud-Holland, Band 64, 1949, S. 65–70
  • M. Peyser-Verhaar Abraham Hondius: his life and background, Oud Holland, Band 112, 1998, S. 151–156
  • W. Stechow, Artikel im Thieme-Becker

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Allgemeines Künstlerlexikon, de Gruyter, abgerufen am 19. April 2019