7000-Kader-Konferenz

Die 7000-Kader-Konferenz (chinesisch 七千人大会 / 七千人大會) war eine der größten Arbeitskonferenzen der Kommunistischen Partei Chinas (KP Chinas), die vom 11. Januar bis zum 7. Februar 1962 in Peking stattfand.[1][2][3][4][5][6] An der Konferenz nahmen landesweit über 7000 Parteibeamte teil, die sich mit den Themen des Großen Sprungs nach vorne befassten, bei denen bei der Großen Chinesischen Hungersnot zig Millionen Menschen ums Leben kamen.[4][5][6]

Während der Konferenz hielt Liu Shaoqi, der 2. Präsident Chinas, eine wichtige Rede, in der 30 % der Hungersnot formell auf Naturkatastrophen und 70 % auf von Menschen verursachte Fehler zurückgeführt wurden, die hauptsächlich das Ergebnis der Politik des Linksextremismus seit 1958 waren.[3][5][7] Die Politik von Mao Zedong wurde kritisiert.[3][5][8][9] Die Konferenz förderte den „Demokratischen Zentralismus“ innerhalb der Kommunistischen Partei.[6][7] Lin Biao lobte Mao jedoch weiterhin auf der Konferenz.[5][6][9]

Nach der 7000-Kader-Konferenz übernahm Liu Shaoqi zusammen mit Deng Xiaoping die Verantwortung für die meisten politischen Maßnahmen innerhalb der Partei und der Regierung, während Mao teilweise in den Ruhestand trat.[7][9][10] Wirtschaftsreformen wie „sanzi yibao (三自一包)“, die den freien Markt ermöglichten, wurden von Liu Shaoqi, Deng Zihui (邓子恢) und anderen durchgeführt.[11][12] Die Reformen haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Großen Sprung nach vorne in gewissem Maße gemildert.[6]

Andererseits war seit 1962 die Meinungsverschiedenheit zwischen Mao Zedong und Liu Shaoqi (und Deng Xiaoping) offensichtlicher geworden, insbesondere aufgrund von Maos Aufruf, „den Klassenkampf niemals zu vergessen“.[10][13] Im August 1962 betonte Mao während eines Treffens in Beidaihe, dass über Klassenkämpfe „jedes Jahr, jeden Monat und jeden Tag (年年讲, 月月讲, 日日讲)“ gesprochen werden muss.[14] Mao bekräftigte seinen Standpunkt im September 1962 während einer nationalen Konferenz der Kommunistischen Partei Chinas (八届十中全会).[15] Mao kritisierte die Reformen später als "Versuch, den Sozialismus zu zerstören".[16]

1963 startete Mao die landesweite Sozialistische Erziehungskampagne und 1966 die Kulturrevolution, durch die Liu Shaoqi als „Verräter“ gebrandmarkt und im Jahr 1969 ermordet wurde.[4][13] Lin Biao hingegen wurde 1969 von Mao offiziell als sein Nachfolger ausgewählt.[10]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daniel Leese, Mareike Ohlberg, Hans van Ess: Geschichte, kulturelle Tradition, Ideologie | bpb. Abgerufen am 17. Juli 2020.
  2. DER AUFSTIEG CHINAS UND DIE NEUORDNUNG DER WELT. In: Universität Bern. Abgerufen am 16. Juli 2020.
  3. a b c Chinese Foreign Policy Database - Timeline. (Nicht mehr online verfügbar.) In: digitalarchive.wilsoncenter.org. Archiviert vom Original am 22. Juni 2020; abgerufen am 21. Juni 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/digitalarchive.wilsoncenter.orgVorlage:Cite web/temporär
  4. a b c Roderick MacFarquhar: The Origins of the Cultural Revolution: Volume III, the Coming of the Cataclysm 1961--1966. Columbia University Press, 1999, ISBN 978-0-231-11083-9 (englisch, google.com).
  5. a b c d e Henry He: Dictionary of the Political Thought of the People's Republic of China. Routledge, 2016, ISBN 978-1-315-50043-0 (englisch, google.com).
  6. a b c d e 七千人大会. In: Renmin Wang. Abgerufen am 21. Juni 2020 (chinesisch).
  7. a b c 刘少奇"三分天灾,七分人祸"提法的由来. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Renmin Wang. Archiviert vom Original am 7. August 2020; abgerufen am 21. Juni 2020 (chinesisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cpc.people.com.cn
  8. Mao Zedong: Talk At Working Conference. In: Marxists Internet Archive. Abgerufen am 9. August 2020 (englisch).
  9. a b c Yanchun Li: 七千人大会的现代启示录. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Yanhuang Chunqiu. Archiviert vom Original am 9. November 2020; abgerufen am 21. Juni 2020 (chinesisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.yhcqw.com
  10. a b c Three Chinese Leaders: Mao Zedong, Zhou Enlai, and Deng Xiaoping | Asia for Educators. In: Columbia University.Vorlage:Cite web/temporär
  11. Janet Vinzant Denhardt, Robert B. Denhardt: The New Public Service: Serving, Not Steering. M.E. Sharpe, 2007, ISBN 978-0-7656-2181-8 (englisch, google.com).
  12. Liu Shaoqi (1898-1969). In: Chinesische Universität Hongkong.Vorlage:Cite web/temporär
  13. a b 毛泽东与刘少奇政见分歧的由来. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Shandong-Universität. 8. Januar 2011, archiviert vom Original am 29. Juni 2020; abgerufen am 17. Juli 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zdyjs.sdu.edu.cn
  14. 1962年北戴河会议阶级斗争升温 走上文革之路. In: news.china.com. Abgerufen am 2. Juli 2020 (chinesisch).
  15. Mao Zedong: 在八届十中全会上的讲话. In: Marxists Internet Archive. Abgerufen am 9. August 2020.
  16. 党史百科. In: Renmin Wang. Abgerufen am 17. Juli 2020 (chinesisch).