(I Never Promised You A) Rose Garden

Countrysong von Joe South und Lynn Anderson

I Never Promised You a Rose Garden (oft verkürzt zu Rose Garden) ist ein Countrysong, der von Joe South geschrieben und 1967 von Billy Joe Royal erstmals aufgenommen wurde,[1] aber erst in der Interpretation von Lynn Anderson zu einem weltweiten Hit wurde. Der große Erfolg der Single sorgte dafür, dass Andersons Fassung des Stücks zu einem der bekanntesten Lieder der Country-Musik wurde. Der Titel des Songs ist ein im Englischen geflügeltes Wort, das auf den 1964 von Joanne Greenberg veröffentlichten und 1977 verfilmten Roman I Never Promised You a Rose Garden zurückgeht.[2]

EntstehungBearbeiten

Autor Joe South nahm den Song nach dem Original von Billy Joe Royal erst für sein 1969 veröffentlichtes Album Introspect auf und wollte damit ausdrücken, dass in seiner Beziehung nicht alles perfekt sei, sie aber das Gute darin sehen sollten und mit den schlechteren Aspekten leichter zurechtkommen sollten. Obwohl South ein bekannter Country- und Pop-Sänger war, erkannte er zunächst nicht das Erfolgspotential. Auch die Version von Soulsänger Dobie Gray, die 1969 als Single[3] veröffentlicht wurde, hatte keinen Erfolg. Eine weitere Version findet sich auch auf dem Album Fantastic der amerikanischen Soul- und Blues-Band 3rd Avenue Blues Band aus dem Jahre 1970, die ebenfalls als Single erschien.[4]

Erst ein Jahr später entwickelte sich das Stück zu einem großen Erfolg, als Lynn Anderson es coverte. Sie hatte 1967 mit Promises, Promises bereits ein Nummer-1-Album in den Country-Charts verbuchen können, aber bis dahin keine Nummer-1-Platzierung mit einer Single erreicht.

Bei Columbia Records war man zunächst nicht darüber erfreut, Souths Komposition einspielen zu sollen, da der Text laut dem Label durch Zeilen wie “I could promise you things like big diamond rings” deutlich auf einen männlichen Ich-Erzähler hinweist, und dies ließe nicht zu, dass eine Frau den Song glaubwürdig interpretieren könne. Anderson bestand jedoch darauf, das Lied aufzunehmen. Letztendlich wurde die Nummer nur aufgenommen, weil am Ende einer Session Zeit übrig geblieben war und man diese nutzen wollte.

Die Single wurde von Andersons Ehemann Glenn Sutton produziert und im Oktober 1970 veröffentlicht. Sie wurde sofort zu einem Erfolg. Der Song erreichte nicht nur den ersten Platz in den US-amerikanischen Country-Charts[5] im Billboard Magazine, so wurde er zu einem Crossover-Hit, der auch den dritten Platz der Pop-Charts erreichte.[6] Zeitgleich belegte die Nummer auch den dritten Platz der Charts in England[7] und weitere Top-Platzierungen in europäischen Ländern (darunter Platz 1 in Norwegen, Deutschland[8] und der Schweiz), was Rose Garden zu einem der erfolgreichsten Country-Songs in Europa macht. Außerdem belegte das Lied Platz 1 in Australien und Japan.

1971 gewann Anderson den Grammy Award in der Kategorie „Beste weibliche Gesangsdarbietung – Country“.

Später wurde der Song von weiteren Künstlern gecovert, unter anderem von Glen Campbell, Martina McBride, Dottie West oder auch Audrey Landers. Siw Malmkvist produzierte eine deutschsprachige Version des Liedes mit dem Titel Liebe wie im Rosengarten.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Billy Joe Royal - Billy Joe Royal Featuring "Hush". Abgerufen am 26. November 2020.
  2. Svenja Hein, Dominik Groß, Jean-Philippe Ernst: US-amerikanische Psychiatriegeschichte im Spiegel des Romans „I Never Promised You A Rose Garden“ von Joanne Greenberg. In: Dominik Gross, Stephanie Kaiser (Hrsg.): Medizingeschichte in Schlaglichtern. Beiträge des „Rheinischen Kreises der Medizinhistoriker“. kassel university press, Kassel 2011, ISBN 978-3-86219-000-3, S. 323.
  3. Dobie Gray - Rose Garden. Abgerufen am 26. November 2020.
  4. 3rd Avenue Blues Band* - Fantastic. Abgerufen am 26. November 2020.
  5. Roland, Tom: The Billboard Book Of Number One Country Hits. New York City / New York: Billboard Books; London: Guinness Publishing Ltd., 1991, S. 48
  6. Whitburn, Joel: Top Pop Singles 1955-1993. Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research Ltd., 1994, S. 15
  7. Nugent, Stephen / Fowler, Anne / Fowler, Pete: Chart Log of American/British Top 20 Hits, 1955-1974. In: Gillett, Charlie / Frith, Simon (Hrsg.): Rock File 4. Frogmore, St. Albans: Panther Books, 1976, S. 70
  8. Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Bilanz. Deutsche Chart Singles 1956-1980. Hamburg: Taurus Press, 1990, S. 17
  9. Liebe wie im Rosengarten auf der offiziellen Seite von Siw Malmkvist