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Überleitstelle

Betriebsstelle der Eisenbahn an der freien Strecke für höhengleichen Gleiswechsel
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Überleitstelle Richthof zwischen den Bahnhöfen Kirchheim und Langenschwarz auf der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg

Eine Überleitstelle (Abkürzung Üst) ist eine Betriebsstelle der freien Strecke einer Eisenbahn. Sie ist zugleich eine Blockstelle. Der Begriff Überleitstelle wird in Deutschland und Österreich verwendet, in der deutschsprachigen Schweiz wird Spurwechsel verwendet.

Definition in DeutschlandBearbeiten

Aus der in Deutschland gültigen Definition, gemäß der eine Eisenbahnstrecke ausschließlich eingleisig oder zweigleisig sein kann, ergibt sich, dass Züge an einer Überleitstelle von einem Gleis eines ein- oder zweigleisigen Streckenabschnitts auf ein anderes Gleis eines zweigleisigen Abschnitts derselben Strecke übergehen können. Je nach eingerichteter Sicherungstechnik kann dieses andere Gleis ausnahmsweise oder regelmäßig (Gleiswechselbetrieb) entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren werden.

Der betriebliche Begriff der Überleitstelle als Teilmenge der Abzweigstelle ist in Deutschland erst mit dem Bau der Schnellfahrstrecken entstanden. Es gab zwar bereits vorher Betriebsstellen, an denen Züge lediglich auf ein anderes Gleis derselben Strecke übergehen konnten, doch waren sie in der Bezeichnung Abzweigstelle mit inbegriffen. Auch weiterhin können Abzweigstellen und Bahnhöfe zum Übergang zwischen Streckengleisen verwendet werden.

Die Überleitstelle ist für Deutschland in § 4 Absatz 6 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) beschrieben.

Definition in der SchweizBearbeiten

In der Schweiz ist dieser Ausdruck nicht gebräuchlich. Hier wird in den Fahrdienstvorschriften der Ausdruck Spurwechselstelle (französisch poste à diagonales d’échange, italienisch posto di cambio di binario) verwendet. Vereinfachend und im mündlichen Sprachgebrauch ist meist von Spurwechsel (französisch diagonale d’échange, italienisch cambio di binario) die Rede.[1]

AufbauBearbeiten

 
Beispiel für eine Überleitstelle mit vier Weichen und vier Blocksignalen an einer zweigleisigen Strecke; die Anordnung der beiden Gleiswechsel ergibt ein Weichentrapez

Eine Überleitstelle benötigt mindestens eine Weiche. Bei zweigleisigen Strecken sind einfache oder doppelte Gleiswechsel verbreitet, wobei jeder Gleiswechsel aus zwei Weichen und einem Zwischenstück besteht. Der doppelte Gleiswechsel ist als sogenanntes Weichentrapez angelegt, da die vier Weichen und die eingeschlossenen Gleise der Strecke die Form eines Trapezes ergeben. Sehr oft – aber nicht zwingend – werden die Weichen und Blocksignale einer Überleitstelle von einem Zentralstellwerk ferngestellt oder ferngesteuert.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zum Beispiel R300.11 Ziffer 2.1.2