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Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur

Organ des öffentlichen Vermessungswesens bzw. Träger eines öffentlichen Amtes in Deutschland

Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur (ÖbVI, ÖbV) ist ein Organ des öffentlichen Vermessungswesens bzw. Träger eines öffentlichen Amtes in Deutschland. Er ist auf Grund der Vermessungsgesetze und der Berufsordnungen der Länder dazu befugt, Katastervermessungen auszuführen, an bestimmten Aufgaben der Landesvermessung mitzuwirken und Tatbestände, die durch vermessungstechnische Ermittlungen an Grund und Boden festgestellt werden, mit öffentlichem Glauben zu beurkunden.

Inhaltsverzeichnis

AufgabenBearbeiten

Der ÖbVI kann neben amtlichen Funktionen auch private Aufgaben übernehmen. Er ist im gesamten Bereich der amtlichen Katastervermessung und der technischen Ingenieurvermessung, der Geoinformation sowie der Grundstücksbewertung tätig:

In einigen Bundesländern (z. B. Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Sachsen) dürfen ÖbVI auch Auskünfte (Auszüge) aus dem Liegenschaftskataster (Liegenschaftskarte, Liegenschaftsbuch) erteilen.

Ausbildung und BestellungBearbeiten

Die amtliche Tätigkeit als ÖbVI erfordert eine öffentliche Bestellung durch die Aufsichtsbehörde, die nur erfolgt, wenn die Befähigung zum höheren bzw. gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst vorliegt und über mehrere Jahre Erfahrungen in der Ausführung von Katastervermessungen erworben wurden.

Der Werdegang des ÖbVI umfasst – abgesehen von länderspezifischen Zusatzanforderungen einiger Bundesländer – in der Regel ein Studium des Vermessungswesens bzw. der Geodäsie an einer wissenschaftlichen Hochschule mit Abschluss Diplomvermessungsingenieur, die mit der Diplomhauptprüfung (1. Staatsexamen) abschließt; seit der Neuordnung der Studiengänge wird ein entsprechender Masterabschluss verlangt. Nach zwei Jahren Referendariat bei der Vermessungsverwaltung und der großen Staatsprüfung (2. Staatsexamen) kann nach einem Jahr beruflicher Tätigkeit in der Katastervermessung (bei einem ÖbVI oder der Katasterverwaltung) die Bestellung zum ÖbVI beantragt werden.[1]

ÖbVI gibt es in allen Bundesländern außer Bayern. Dort werden die hoheitlichen Aufgaben der Katastervermessung durch die Katasterämter wahrgenommen.

Berufsverbände für öffentlich bestellte Vermessungsingenieure in Deutschland sind der Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI e. V) sowie der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV e. V).

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure in anderen LändernBearbeiten

Die Aufgaben eines deutschen ÖbVI werden in anderen Ländern von Vermessungsingenieuren wahrgenommen, deren Befähigung zur Ausübung amtlicher Funktionen von Behörden, Ministerien oder speziellen Ausschüssen erteilt wird.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur. (Memento vom 19. September 2010 im Internet Archive) Internetauftritt des BDVI
  2. Gutachten über die Bedeutung und die Notwendigkeit des Eidgenössischen Patents für Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-Geometer@1@2Vorlage:Toter Link/www.cadastre.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. vom 24. August 2005 im Auftrag des Schweizerischen Bundesrates (pdf-Datei, 407 KB)

WeblinksBearbeiten

  • Das Berufsbild des ÖbVI und weitere Informationen, Internetauftritt des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V. (BDVI)