Rechtschreibprüfung

Rechtschreibprüfung bezeichnet softwaregestützte Verfahren zur Korrektur von Rechtschreib- oder Tippfehlern in elektronisch vorliegenden Texten. Einsatzzwecke sind die klassischen Officeprogramme, die bereits zuvor verwendeten Textverarbeitungsprogramme und Schreibmaschinen mit elektronischer Anzeige, die einen Druck nach Fertigstellung des gesamten Textes erlauben. Inzwischen werden auch Datenbanken, Webeditoren, E-Mail-Clients und zahlreiche weitere Programme mit integrierten Rechtschreibprüfungen ausgestattet.

Monitoranzeige (zur manuellen Korrektur)

Rechtschreibprüfung früher

Bis in die neunziger Jahre wurde das oft mithilfe einfacher Wortlisten realisiert, mit deren Hilfe der geschriebene Text verglichen wurde. Dies erfordert keine komplexen Algorithmen, die in der Anfangszeit des Computers zu viel Rechenzeit erfordert hätten. Die Nachteile sind zahlreich. Zum einen werden zusammengesetzte Wörter generell als Fehler erkannt, sofern sie nicht ebenfalls in der Wortliste stehen. Auch Wörter mit Prä- und Suffixen, Partikeln usw. müssen in der Wortliste stehen, um nicht als Fehler markiert zu werden. Der begrenzte Speicher erforderte Kompromisse; gängige Zusammensetzungen wurden berücksichtigt, seltene nicht. Andere Wörter wie Komposita ohne Bindestrich hingegen werden fälschlicherweise als richtig eingestuft.

Rechtschreibprüfung heute

Mit zunehmender Rechenleistung heutiger Computer werden bessere Rechtschreibprüfungen möglich, oft sogar mit Prüfung der Grammatik und der Worttrennung.

Orthografische Fehler

→ Dieser Fall lässt sich mit relativ einfachen Mitteln korrigieren. Das Korrekturprogramm vergleicht Zeichenketten, die nicht im Wörterbuch gefunden werden können, mit den Wörterbucheinträgen und wählt diejenigen als Korrekturvorschläge, die der fehlerhaften Zeichenkette (dem Wort) am ähnlichsten sind. Die Editierdistanz (auch Levenshtein-Distanz) zwischen der fehlerhaften Sequenz und dem Korrekturvorschlag ist minimal, das heißt, dass das fehlerhafte Wort mit möglichst wenigen Änderungen in den Korrekturvorschlag überführt werden kann.

Weiteres Beispiel:

Wenn die automatische Rechtschreibprüfung ein falsches Wort vorschlägt und dieses dann auch übernommen wird, spricht man auch vom Cupertino-Effekt.

Grammatikalische Fehler

→ Dieser Fall kann durch eine reine, wortbezogene Rechtschreibprüfung nicht gefunden werden, wohl aber durch eine grammatikalische Prüfung des Satzes, da hier ein Possessivartikel im Maskulinum („deine“) auf ein Neutrum („Buch“) angewendet wird.

Semantische Fehler

→ Dieser Fall wird durch die ersten beiden Korrekturmaßnahmen nicht gefunden. Hier wäre eine semantische Prüfung des Textes notwendig; eine Funktionalität, die in herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen nicht enthalten ist.

Komposita

Schwierigkeiten ergeben sich ferner insbesondere bei deutschen Texten durch zusammengesetzte Wörter. Um die Quote der zu Unrecht als fehlerhaft deklarierten Ausdrücke nicht zu hoch werden zu lassen, akzeptieren moderne Rechtschreibprogramme auch Zusammensetzungen, die nicht in Standardwörterbüchern stehen (z. B. „Bildungsmisere“). Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass teilweise auch semantisch unsinnige Zusammensetzungen (z. B. „Fordergrund“, „Hautnachrichten“) nicht mehr als Fehler ausgewiesen werden.

Siehe auch

Weblinks