Yonaguni

Insel in Japan
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Yonaguni (japanisch 与那国島, -jima) ist eine im äußersten Südwesten Japans im Ostchinesischen Meer gelegene Insel, nur 110 km von Taiwan entfernt. Die Westspitze der Insel, Kap Irizaki, ist der westlichste Punkt Japans.

Yonaguni
Satellitenbild von Yonaguni aus dem Jahr 2014
Satellitenbild von Yonaguni aus dem Jahr 2014
Gewässer Ostchinesisches Meer
Inselgruppe Yaeyama-Inseln
Geographische Lage 24° 27′ N, 122° 59′ OKoordinaten: 24° 27′ N, 122° 59′ O
Yonaguni (Präfektur Okinawa)
Yonaguni
Länge 11 km
Breite 4 km
Fläche 28,95 km²
Höchste Erhebung Urabu-dake
231,4 m
Einwohner 1491 (1. Januar 2015[1])
52 Einw./km²
Hauptort Kubura
Yonaguni
Yonaguni

Unweit von Yonaguni wurde in den 1980er Jahren ein vor der Insel liegender terrassierter Monolith gefunden, der aufgrund seiner Geometrie und Gestalt den Anschein erweckt, von Menschenhand geschaffen worden zu sein und der als das Yonaguni-Monument bekannt geworden ist.

GeographieBearbeiten

 
Der Leuchtturm von Agarizaki im Osten der Insel

Yonaguni wird zu den Yaeyama-Inseln gerechnet und hat eine Fläche von 28,95 km². Die Einwohnerzahl der Insel lag zum 1. Januar 2015 bei 1491 Personen in 773 Haushalten.[1] Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt ca. 23,9 °C und die jährliche Regenmenge ca. 3.000 mm.

Auf der Insel befindet sich die Kleinstadt (chō) Yonaguni die zum Landkreis Yaeyama der Präfektur Okinawa gehört.

GeschichteBearbeiten

Für das 14. Jahrhundert sind Handelsbeziehungen zu Okinawa Hontō belegt. Yonaguni war bis 1522 unabhängig unter der in ihrer Existenz umstrittenen, riesenhaften Anführerin San’ai Isoba. Danach gehörte sie zum Königreich Ryūkyū und wurde 1879 mit dessen Eingliederung in Japan ebenfalls aufgenommen. Von 1945 bis 1972 war sie durch die USA besetzt. Daraus ergab sich die Besonderheit, dass die US-Besatzungsbehörden die Grenze zwischen der Air Defense Identification Zone (ADIZ) Taiwans und Japans auf den 123. östlichen Längengrad legten und somit die Westhälfte der Insel mit dem Flughafen Yonaguni Teil der ADIZ Taiwans waren. Deswegen passte Japan am 25. Juni 2010 seine eigene ADIZ durch eine lokale Erweiterung um 12 Seemeilen auf die Ausdehnung seiner Hoheitsgewässer an.[2]

UnterwasserpyramidenBearbeiten

 
Strukturen am Meeresboden vor Yonaguni

siehe Hauptartikel: Yonaguni-Monument

1985 wurden von dem japanischen Taucher Kihachiro Aratake auf dem Meeresboden vor Yonaguni großflächige Strukturen mit Spuren von Flora, Fauna und Stalaktiten entdeckt. Die Struktur des Monolithen ist durchgehend rechtwinklig. Es scheint, als ob planvoll Treppen und Stufen in den Fels gehauen wurden. Es ist umstritten, ob der Monolith, der einer Pyramide ähnelt, durch natürliche Erosion in Tausenden von Jahren geformt wurde oder ob eine Frühkultur den Felsen bearbeitet hat.

FaunaBearbeiten

Aufgrund der Abgeschiedenheit der Insel haben auf ihr viele Tierarten spezielle Unterarten entwickelt. Die Insel ist eine für biogeographische Forschungen interessante Übergangszone, in der taiwanesische und Yaeyama-Landtiere gemischt vorkommen.[3]

Endemisch ist beispielsweise die auf Bäumen lebende Reptilienart Diploderma polygonatum donan. Sie wird auf der Roten Liste gefährdeter Reptilien Japans aus dem Jahr 2020 als gefährdet (Vulnerable) eingestuft. "Donan" bezieht sich auf einen alten einheimischen Namen der Insel Yonaguni, der derzeit nicht offiziell verwendet wird, sowie auf einen speziellen Likör, der auf der Insel hergestellt wird. Eine Bedrohung stellen für die Leguanartigen Reptilien u. a. eingeschleppte Raubtiere wie der Blaue Pfau und das Japan-Wiesel dar.[4] Die stark gefährdete Unterart Elaphe carinata yonaguniensi[5] der Gekielten Kletternatter ist ebenfalls ausschließlich auf Yonaguni verbreitet. Ihre Hauptbeute ist vermutlich die von der IUCN als gefährdet eingestufte Skinkart Plestiodon kishinouyei.[6] Die Unterart Larvivora komadori subrufus der Samtkehlnachtigall war auf Yonaguni verbreitet, sie gilt jedoch inzwischen als ausgestorben.[5]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • S. Noma (Hrsg.): Yonagunijima. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1753.

WeblinksBearbeiten

Commons: Yonagunijima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Japans Insel vor Taiwan. In: Asienspiegel, 21. April 2014.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b 指定離島・指定離島一覧. (PDF) In: 離島関係資料(平成28年1月). 沖縄県企画部地域・離島課 („Referat für Land und Inseln, Planungsabteilung, Präfektur Okinawa“), Januar 2016, S. 1, abgerufen am 3. August 2016 (japanisch).
  2. Shih Hsiu-chuan: Japan extends ADIZ into Taiwan space. In: Taipei Times. 26. Juni 2010, abgerufen am 25. November 2013 (englisch).
  3. Japalura polygonata donan – 改訂・沖縄県の絶滅のおそれのある野生生物(レッドデータおきなわ)第3版 動物編 3.5 爬虫類 (Rote Liste Okinawa – Reptilien: Beschreibung der Arten). (PDF, 851 KB) Präfektur Okinawa, S. 204–205, abgerufen am 27. Januar 2021 (japanisch).
  4. Ota, H., "A New Subspecies of the Agamid Lizard, Japalura polygonata (Hallowell, 1861) (Reptilia:Squamata), from Yonagunijima Island of the Yaeyama Group, Ryukyu Archipelago (PDF)," Current Herpetology, 2003, Pages 61–71.
  5. a b 環境省レッドリスト2020 (Rote Liste 2020). (PDF, 662 KB) Japanisches Umweltministerium, S. 4, abgerufen am 27. Januar 2021 (japanisch).
  6. Kidera, N. & Ota, H. 2017. Plestiodon kishinouyei. The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T8217A96877356. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2017-3.RLTS.T8217A96877356.en. Downloaded on 27 January 2021.