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Alpen-Mastkraut

Art der Gattung Mastkräuter (Sagina)
(Weitergeleitet von Sagina saginoides)
Alpen-Mastkraut
Alpen-Mastkraut (Sagina saginoides), Illustration in Anton Hartinger: Atlas der Alpenflora, 1882

Alpen-Mastkraut (Sagina saginoides),
Illustration in Anton Hartinger: Atlas der Alpenflora, 1882

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Tribus: Alsineae
Gattung: Mastkräuter (Sagina)
Art: Alpen-Mastkraut
Wissenschaftlicher Name
Sagina saginoides
(L.) H.Karsten

Das Alpen-Mastkraut (Sagina saginoides) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Das Alpen-Mastkraut wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 8 Zentimeter. Der niederliegende bis aufsteigende Stängel ist meist unverzweigt. Die gegenständigen Laubblätter sind kahl, schmal linealisch mit kurzer Stachelspitze.[1]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der Blütenstiel ist bis zu 2,5 Zentimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der meist kahle Kelch ist 2 bis 3 Millimeter lang. Die fünf Kronblätter sind wenig kürzer als der Kelch.[1]

Die Kapselfrucht ist fünfzähnig und bei einer Länge von 2,5 bis 3,5 Millimeter wenig bis um die Hälfte länger als der Kelch.[1]

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 22.[2]

ÖkologieBearbeiten

Das Alpen-Mastkraut ist ein krautiger Chamaephyt oder Hemikryptophyt.[1]

VorkommenBearbeiten

Das Alpen-Mastkraut ist ein arktisch-alpines Florenelement. Es kommt hauptsächlich in den Gebirgen Europas und des Kaukasus vor. Man findet es auch in anderen Teilen des nördlichen Eurasiens, in Grönland und von Nordamerika bis Mexiko.

In Mitteleuropa gedeiht das Alpen-Mastkraut auf kalkarmen Lehm- oder Tonböden, die auch torfig oder humos sein können und die feucht und einigermaßen stickstoffreich sein sollen.

In den Alpen kommt es zerstreut vor, im Südschwarzwald und im Bayerischen Wald findet man es selten. Dort besiedelt es im alpinem Klima Schneetälchen, magere Rasen, Viehläger, Fettwiesen und Quellfluren. Es ist trittunempfindlich. Es ist in Mitteleuropa eine schwache Charakterart der Klasse Salicetea herbaceae, kommt aber auch im Alchemillo-Poetum supinae aus dem Verband Polygonion avicularis oder in Gesellschaften der Verbände Cardamino-Montion oder Nardion vor.[2] In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil am Muttekopf bis zu 2433 m Meereshöhe auf.[3]

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Spergularia saginoides durch Carl von Linné Species Plantarum, 1, S. 441[4]. Die Neukombination zu Sagina saginoides (L.) H.Karsten wurde 1882 durch Gustav Karl Wilhelm Hermann Karsten in Deutsche Flora. Pharmaceutisch-medicinische Botanik ..., S. 539. veröffentlicht. Ein Homonym ist Sagina saginoides Dalla Torre. Weitere Synonyme für Sagina saginoides (L.) H.Karsten sind: Sagina linnaei C.Presl, Alsine linnaei (C.Presl) E.H.L.Krause, Alsine saginoides (L.) Crantz, Alsinella saginoides (L.) Greene, Phaloe saginoides (L.) Dumort., Sagina baumgartenii Simonk., Sagina linnaei var. macrocarpa (Rchb.) Beck, Sagina macrocarpa (Rchb.) Maly, Sagina micrantha (Bunge) Fernald, Sagina procumbens L., Sagina saginoides subsp. macrocarpa (Rchb.) Soó, Sagina saginoides var. hesperia Fernald, Sagina saginoides var. macrocarpa (Rchb.) Moss, Sagina saxatilis (Wimm.) Wimm., Sagina spergella Fenzl, Spergella macrocarpa Rchb., Spergella saginoides (L.) Rchb., Spergella saxatilis (Wimm.) Schur, Spergula micrantha Bunge, Sagina saxatilis (Wimmer) Wimmer.[5]

Erwähnenswert ist der Bastard zwischen Sagina procumbens und Sagina saginoides, der als Normans Mastkraut (Sagina ×normaniana Lagerh.) bekannt ist, und der häufig als Rabatten Pflanze auf Friedhöfen angesät wird, weil er mit seinen dichten, moosartigen Polstern das Aufkommen von „Unkraut“ verhindert.

LiteraturBearbeiten

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011,
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Bände 1–5, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Alpen-Mastkraut. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 380. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 503.
  4. Erstveröffentlichung von Linnè 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  5. Sagina saginoides bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 9. Januar 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alpen-Mastkraut (Sagina saginoides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien