Palais Lobkowitz (Prager Burg)

Burg in Tschechien

Das Palais Lobkowitz in der Prager Burg (tschechisch Lobkovický palác) wurde um 1550 als Palais der Herren von Pernstein errichtet. Über Polyxena von Pernstein kam es 1623 an das Haus Lobkowicz, dem es seither – bis auf die Unterbrechung während der Zeit der kommunistischen Herrschaft – gehört.

Palais Lobkowitz

Das Palais befindet sich im Prager Stadtteil Hradschin. Es beherbergt seit 2007 einen Teil der Lobkowiczer Kunstsammlungen.

GeschichteBearbeiten

 
Südansicht

Das Palais wurde um 1550 von Jaroslav von Pernstein als repräsentativer Sitz für seine Familie errichtet. Dessen Enkel Vratislav Eusebius verkaufte es 1623 für 30.000 Gulden seiner Tante Polyxena, die mit Zdeněk Vojtěch von Lobkowicz verheiratet war.[1]

Im Lauf der Jahrhunderte erfolgten verschiedene Verbesserungsarbeiten an den Repräsentationsräumen im Palais, vor allem unter Wenzel Eusebius von Lobkowicz. Die heutige Außenfassade stammt aus der Zeit des Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz. Er war ein Gönner Beethovens und gab die Umgestaltung anlässlich der Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen 1791 in Auftrag.

1918/1919 stellte Maximilian Lobkowicz (1888–1967), Sohn des 10. Fürsten, Ferdinand Zdenko (1858–1938), einige Räume des Palais als Büros für den Ministerpräsidenten der neuen Tschechoslowakei zur Verfügung; die Republik schaffte die Adelstitel ab.

1939 wurde das Palais, wie der gesamte Familienbesitz, vom NS-Regime im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren konfisziert. 1945 rückerstattet, wurde der Besitz 1948 vom kommunistischen Regime neuerlich beschlagnahmt. Nach der Samtenen Revolution von 1989 und der Erlassung von Rückstellungsgesetzen 1991 führte die Familie Lobkowicz um die Rückstellung dieses Palais einen Rechtsstreit mit dem Staat, der bis 2002 dauerte.

Eigentümer ist Martin Lobkowicz (* 1928). 2007 wurde das Palais als privates Familienmuseum eröffnet, das von seinem Sohn William Lobkowicz und dessen Ehefrau Alexandra geleitet wird.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Petr Vorel: Páni z Pernštejna. Vzestup a pád rodu zubří hlavy v dějinách Čech a Moravy. ISBN 80-86182-24-X, S. 274.

LiteraturBearbeiten

  • William B. Russel, Jr.: Die Kunstsammlungen des Hauses Lobkowicz, in Zusammenarbeit mit Scala Publishers. Mit Beiträgen von Laura de Barbieri, John Somerville und John Batty. Scala Publishers, London 2007, ISBN 978-1-85759-525-3, 64+8 S.

Koordinaten: 50° 5′ 29,8″ N, 14° 24′ 17,5″ O