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Die Open-Source Saatgut Lizenz ist eine Lizenz, mit der Pflanzen und deren Saatgut nach den Prinzipien von Open Source gezüchtet und verbreitet werden können. Ziel der Initiative ist es, ein Gegengewicht zur immer stärkeren Kontrolle und Patentierung von Saatgut durch einzelne Konzerne zu schaffen.

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Nutzer sollen die Möglichkeit haben, Pflanzen selbst zu vermehren und deren Saatgut weiter nutzen zu können. Dies war bei Bauern gängige Praxis, wurde durch Agrarkonzerne für deren patentiertes Saatgut jedoch häufig verboten oder durch hybride Züchtungen verhindert. Auch Züchter können diese für eigene Züchtungen verwenden, wenn diese ebenfalls unter der Lizenz veröffentlicht werden („virale Lizenz“, siehe copyleft).

GeschichteBearbeiten

Die Ursprünge der Open-Source Saatgut Lizenz-bewegung kommen aus den USA.[1][2] Die Open Source Seed Initiative (OSSI) wurde 2012 von einer Gruppe von Pflanzenzüchtern, Farmern und Saatgutfirmen gegründet.[3] OSSI arbeitet mit einem Pledge, also Versprechen, d.h die Nutzer der Saatgutes verpflichten sich freiwillig, dies gemäß den Nutzungsrichtlinien zu tun und auf Patente und Sortenschutz zu verzichten.[4][5]

Die deutsche NGO Agrecol präsentierte Anfang 2016 die Open-Source Saatgut-Lizenz und 2017 den Dienstleister OpenSourceSeeds. Dadurch wird es nun erstmals möglich, gemeinnützig erzeugtes Saatgut dauerhaft und rechtlich abgesichert vor Privatisierung zu schützen.[6]

SortenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.golem.de/news/open-source-samen-saatgut-ist-fast-wie-software-1405-106738.html
  2. http://www.vqronline.org/reporting-articles/2014/05/linux-lettuce
  3. http://www.motherearthnews.com/organic-gardening/open-source-seed-initiative-zmgz15djzsto
  4. Open Source Seed Initiative - Adaptive Seeds. Abgerufen am 3. Juli 2017 (amerikanisches Englisch).
  5. About. In: Open Source Seed Initiative. 8. Dezember 2014 (osseeds.org [abgerufen am 3. Juli 2017]).
  6. Silke Helfrich: Bio-Linux oder: Saatgut als Commons. In: CommonsBlog. 14. April 2017, abgerufen am 3. Juli 2017.
  7. Christoph Seidler: Neue Tomatensorte Angriff der Saat-Piraten. Spiegel Online, 27. April 2017, abgerufen am 27. April 2017.
  8. Jürgen Maier: Monopolbildung bei Saatgut "Wir versuchen, dieses Geschäftsmodell zu stören". Deutschlanfunk, 25. April 2017, abgerufen am 27. April 2017.
  9. Alice Thiel-Sonnen: Erstes Open-Source-Gemüse in Deutschland Eine Tomate, frei für Alle. SWR Umwelt und Ernährung, 26. April 2017, abgerufen am 27. April 2017.
  10. International Space Station Astronauts Look Forward To Today's First Taste Of Space Harvest. In: Forbes, 10. August 2015. Abgerufen am 26. Februar 2016.