Kukryniksy (russisch Кукрыни́ксы) ist ein Akronym für eine Gruppe dreier sowjetischer Zeichner und Karikaturisten:

Buchausgabe in Englisch, London 1945

Die drei Künstler sind nebeneinander auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof begraben.

Arbeit und Leben der GruppeBearbeiten

Für den Arbeitsstil dieser Künstler war charakteristisch, dass zuerst jeder einen Entwurf zu einem gegebenen Thema zeichnete. Nachdem dann der beste Vorschlag gekürt wurde, entwickelten sie diese Zeichnung gemeinsam weiter und unterzeichneten sie mit „Kukryniksy“.

Die drei trafen sich an der Moskauer Kunsthochschule Wchutemas, die Kuprijanow von 1921 bis 1929, Krylow von 1921 bis 1928 und Sokolow von 1923 bis 1929 absolvierte.

Ab 1925 arbeiteten die drei Studenten gemeinsam als ständige Mitarbeiter der Zeitungen Komsomolskaja Prawda, Literaturnaja Gaseta, später auch für die Karikaturzeitschrift Krokodil und weitere Zeitungen und Journale. Insbesondere während des Großen Vaterländischen Kriegs zeichneten sie bissige politische Karikaturen. Diese Karikaturen wurden auch als Postkarten hinter der deutschen Front abgeworfen. Deutschen Soldaten, die diese Postkarten bei sich trugen, drohte die Todesstrafe.

Neben ihren Karikaturen und Plakaten schufen die drei auch Buchillustrationen, so zu Zwölf Stühle von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow und zu Der Linkshänder von Nikolai Leskow.

Kuprijanow wurde ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der UdSSR. Er wurde als Held der sozialistischen Arbeit und als Volkskünstler der UdSSR sowie mit weiteren staatlichen Auszeichnungen geehrt. Als freischaffender Künstler zeichnete er unter anderem Landschaften vorwiegend in Westeuropa, Japan und den USA.

Krylow war ebenfalls ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der UdSSR. Vielfach mit gesellschaftlichen und staatliche Auszeichnungen geehrt, zeichnete er vorwiegend Porträts, Landschaften und Stillleben.

Sokolow war ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der UdSSR. Sein Hauptarbeitsgebiet lag außer der politischen Karikatur bei Landschafts- und Porträtmalerei. Er erhielt vielfache gesellschaftliche und staatliche Auszeichnungen.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Making Hitler look silly: Cartoons and posters by Kukryniksy. Einleitung Elena Kuznetsova. London: Soviet War News, 1945

Buchillustrationen in deutschen AusgabenBearbeiten

  • Das Anglo-Amerikanische Panoptikum. Sachsenverlag, Dresden, 1952
  • N.S. Leskow: Der Linkshänder. Buchverlag der Morgen Berlin, 1979 (Reproduktion der Illustrationen nach der Ausgabe von „Detskaja Literatura“, Moskau 1974)
  • Anton Tschechow: Ausgewählte Erzählungen. Franklin-Bibliothek, Ottobrunn, 1982

SonstigesBearbeiten

Die russische Rockband Kukryniksy, die von 1997 bis 2018 existierte, wählte ihren Namen zu Ehren dieser drei Karikaturisten.

LiteraturBearbeiten

  • Georg Piltz: Kukryniksy. Eulenspiegel Verlag, Berlin, 1977

WeblinksBearbeiten

Commons: Kukryniksy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien