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Der Natronsee ist ein See im östlichen Arm des Ostafrikanischen Grabens. Er liegt gemeinsam mit dem Magadisee im Magadi-Natron-Becken (2° S, 36° O), etwa 120 km südwestlich von Nairobi, zwischen dem Victoriasee und dem Kilimandscharo.

Natronsee
LakeNatron satellite labelled.jpg
Geographische Lage Ostafrika, Tansania
Zuflüsse Ewaso Ngiro, Moinik, Peninj, Engare Sero und heiße Quellen
Abfluss keine
Daten
Koordinaten 2° 25′ 0″ S, 36° 0′ 0″ OKoordinaten: 2° 25′ 0″ S, 36° 0′ 0″ O
Natronsee (Tansania) (Tansania)
Natronsee (Tansania)
Höhe über Meeresspiegel 600 m
Fläche 1040 km²dep1
Maximale Tiefe 2 m

Besonderheiten

Sodasee

Etwa 20 km südlich des Sees befindet sich der Ol Doinyo Lengai, der einzige Vulkan der Erde mit niedrigschmelzender, im Wesentlichen aus Natriumcarbonat (Soda) bestehender Lava, die in großen Mengen im See gelöst ist.

Der Wasserspiegel des Natronsees ist beträchtlichen Schwankungen unterworfen, bei Trockenheit zerfällt der See in einen Nord- und einen Südsee. Je nach Wasserspiegel schwankt der pH-Wert zwischen pH 9 und pH 10,5.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Ol Doinyo Lengai vom Natronsee aus gesehen

Der See liegt im östlichen Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs (Great Rift Valley) am Fuß des Vulkans Ol Doinyo Lengai. Er befindet sich vollständig im Staat Tansania im Siedlungsgebiet der Massai und wird durch den Südlichen Uaso Nyiro sowie durch mineralreiche heiße Quellen gespeist.

Das ausgesprochen negative hydrologische Budget des abflusslosen Sees wird durch die Niederschläge im 23.207 km² großen Einzugsgebiet nicht ausgeglichen. Dies und die ungewöhnlich basischen Eruptivgesteine der Umgebung verursachen starke Salinität und Alkalinität des Wassers. Der See ist einer der bekanntesten Sodaseen.

Es ist beabsichtigt, dort eine Sodafabrik zu errichten.[2]

Flora und FaunaBearbeiten

 
Flamingos am Natronsee

Der See ist die Heimstatt einer bemerkenswerten Vielzahl von Vögeln, namentlich einer starken Population von Zwergflamingos mit bis zu 2,5 Millionen Individuen. Im See leben alle vier Buntbarscharten aus der Gattung Alcolapia (A. alcalica, A. grahami, A. latilabris und A. ndalalani). Die rötliche Färbung des Sees, die zum Teil aus dem Weltraum erkennbar ist, wird durch Milliarden von Salinenkrebsen (Artemia salina etc.) verursacht, die nur wenige Millimeter groß sind und zur Hauptnahrung der Flamingos gehören.

Konservierende Wirkung der SalzeBearbeiten

Der britische Naturfotograf Nick Brandt fand bei seiner Motivsuche am Natronsee gut konservierte Tierkadaver von Vögeln und Fledermäusen, die an das Ufer angeschwemmt wurden. Der hohe Anteil an Natriumcarbonat und anderen Salzen im Wasser führten zu einer Kalzifizierung am Körper der Tiere, die eine weitere Verwesung verhinderte.[3]

In Film und FernsehenBearbeiten

Der See ist Haupthandlungsort des von Disney produzierten Dokumentarfilms Das Geheimnis der Flamingos, in dem das Leben der dort ansässigen Zwergflamingos gezeigt wird.

HistorischesBearbeiten

Seit 2008 werden rund 120.000 Jahre alte fossile Fußspuren des modernen Menschen analysiert, die am damaligen Rand des Sees in frische Vulkanasche eingeprägt worden waren. Insgesamt sind 350 Abdrücke auf 150 Quadratmetern nachgewiesen worden, die von mehr als 30 Individuen (Männern, Frauen und Kindern) stammen, die vermutlich in zwei Gruppen unterwegs waren.[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rowan Hooper: Deadly lake turns animals into statues. New Scientist, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013 (englisch).
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ippmedia.com
  3. http://www.berliner-zeitung.de/reise/-in-tansania-bizarre-tierkadaver-am-natronsee,10808656,24575976.html Bizarre Tierkadaver am Natronsee
  4. Ann Gibbons: Ancient Footprints Tell Tales of Travel . In: Science, Band 332, Nr. 6029, S. 534–535, doi:10.1126/science.332.6029.534-b