Hr. Ms. Piet Hein (1926)

niederländisches Schiff

Die niederländische Hr.Ms. Piet Hein (PH) war ein Zerstörer der Admiralen-Klasse. Es war das einzige Schiff, das am 19. Februar 1942 in der Seeschlacht in der Straße von Badung versenkt wurde.

Hr.Ms. Piet Hein
Die Piet Hein bei Höchstgeschwindigkeit
Die Piet Hein bei Höchstgeschwindigkeit
Schiffsdaten
Flagge NiederlandeNiederlande Niederlande
Schiffstyp Zerstörer
Klasse Admiralen-Klasse
Bauwerft Burgerhout, Rotterdam
Kiellegung 26. August 1925
Stapellauf 2. April 1927
Übernahme 25. Januar 1929
Verbleib Am 19. Februar 1942 in der Seeschlacht von Badung versenkt.
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
98,14 m (Lüa)
Breite 9,53 m
Tiefgang max. 3,00 m
Verdrängung 1316 ts Standard;
1640 ts maximal
 
Besatzung 149 Mann
Maschinenanlage
Maschine 3 Yarrow-Kessel,
2 Sätze Parsons-Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
31.000 PS (22.800 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
36 kn (67 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

später:

Sensoren

kein ASDIC

Bau und KlasseBearbeiten

Das Schiff wurde am 26. August 1925 von der Burgerhouts Scheepswerf en Machinefabriek in Rotterdam auf Kiel gelegt und lief am 2. April 1927 vom Stapel. Namensgebend war der niederländische Admiral und Freibeuter Piet Hein.

Die Admiralen-Klasse sollte Ende der 1920er die veralteten Zerstörer der Roofdier-Klasse ersetzen. Vorbild wurde der britische Entwurf der HMS Ambuscade. Für den Dienst in den Kolonien erhielten die Zerstörer ein Wasserflugzeug, jedoch kein Katapult. Die Anpassungen wurden von Yarrow in Glasgow entworfen. Die acht Schiffe der Klasse wurden von den Werften Burgerhout (5), De Schelde (1) und Wilton-Fijenoord (2) gebaut und nach niederländischen Admiralen benannt. Die Piet Hein war das zweite Schiff der ersten Bauserie. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Zerstörer zum Teil modernisiert und das Flugzeug von Bord genommen.

Video der Piet Hein (1928, niederländische Wochenschau)

Die Niederländische Marine stellte Piet Hein am 25. Januar 1929 in Dienst. Diesen trat der Zerstörer zuerst an der Nordsee und seit 1934 in Niederländisch-Indien an. Bei einer Kollision am 13. Oktober 1938 beschädigte sie den Kreuzer Hr. Ms. Java in der Sundastraße.

BewaffnungBearbeiten

Die niederländischen Neubauten erhielten mit vier 120-mm-Kanonen eine gleichartige Hauptbewaffnung wie die britischen Neubauten. Allerdings handelte es sich um Waffen des schwedischen Herstellers Bofors, die in den Niederlanden in Lizenz gebaut wurden. Je zwei wurden an Bug und Heck sich überschießend angeordnet. Gleicher Herkunft waren zwei 75-mm-Flak, die auf gleicher Höhe auf einer Plattform zwischen den Schornsteinen installiert wurden. Die Flugabwehrbewaffnung ergänzten vier schwere 12,7-mm-Maschinengewehre der Bauart Browning an den Seiten des Brückenhauses. Dazu kam noch die Bewaffnung mit sechs 533 mm-Torpedorohren, die hintereinander mittschiffs in zwei Drillingssätzen hinter den Schornsteinen und vor dem hinteren Deckshaus mit der erhöhten Heckkanone eingebaut wurden.

Vorbereitet waren die Schiffe für einen Einsatz als Minenleger. Sie erhielten für einen derartigen Einsatz zwei Schienen vom hinteren Deckshaus bis zu den Abwurfluken kurz vor dem Heck. Zur Abwehr von U-Booten wurden die Zerstörer mit zwölf Wasserbomben und vier Werfern ausgerüstet.

Das Flugzeugs vom Typ Fokker C.VII-W wurde auf einer Plattform über dem hinteren Torpedorohrsatz transportiert. Auf der Scheinwerferplattform befand sich ein Mast mit einem Ladebaum, um das Flugzeug zum Start auf das Wasser zu setzen oder wieder an Bord zunehmen.

Zweiter WeltkriegBearbeiten

PazifikkriegBearbeiten

Der Zerstörer hatte seit Mai 1940 alliierte Konvois zum Indischen Ozean begleitet. Bei Ausbruch des Krieges im Pazifik gehörte Piet Hein zur alliierten ABDA-Flotte, die versuchte, den japanischen Vormarsch in Richtung der britischen und niederländischen Kolonien in Südostasien zu unterbinden.

Der Zerstörer kämpfte am 4. Februar 1942 bei der Schlacht in der Straße von Makassar gegen japanische Sturzkampfbomber, wobei er unbeschädigt blieb. Am 15. Februar 1942 war er am Angriff auf einen Konvoi bei Palembang beteiligt. Dabei ging das Schwesterschiff Van Ghent durch Navigationsfehler und Strandung verloren.[1]

Versenkung in der Straße von BadungBearbeiten

Am 18. Februar 1942 war ein Bataillon der 48. Infanteriedivision der Kaiserlich Japanischen Armee auf Bali gelandet. Einen Tag später griff die ABDA mit den Kreuzern Hr. Ms. De Ruyter und Hr. Ms. Java und den Zerstörern USS John D. Ford, USS Pope und Hr. Ms. Piet Hein einen japanischen Konvoi an, der aus zwei Transportern und vier modernen Zerstörern der Asashio-Klasse bestand.

Im ersten Gefecht in der Straße von Badung trafen die Kreuzer De Ruyter und Java nachts auf die Japaner. Nach Schusswechseln mit zwei Zerstörern, wobei die Java einen Treffer erhielt, verloren die Kreuzer die Fühlung und nahmen Kurs auf Surabaya, in der Meinung, dass sie ebenfalls Treffer beim Gegner erzielt hätten.

Danach trafen die Zerstörer geführt von Piet Hein auf dem Schauplatz zwischen Bali und Nusa Penida ein. Piet Hein traf allein auf die Japaner und legte einen Rauchschleier, der aber den herankommenden amerikanischen Zerstörern die Sicht behinderte. Im Gefecht mit der Asashio erhielt Piet Hein mehrere Treffer und bot gestoppt und brennend ein gutes Ziel in der Nacht. Asashio und Oshio feuerten neun Torpedos ab und versenkten das Schiff um 23.16 Uhr.[2] ((Lage)) Die beiden Japaner griffen daraufhin die Pope und die John D. Ford an und zwangen die beiden Zerstörer zum Abdrehen.

An Bord der Piet Hein wurden 64 Besatzungsmitglieder getötet, Kommandant Chömpff und der Leitende Ingenieur van Moppes und der Semann Vet wurden mit dem Militär-Wilhelms-Orden ausgezeichnet, die beiden Offiziere erhielten den Orden posthum.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • A.J. Vermeulen: De schepen van de Koninklijke Marine en die der gouvernementsmarine 1814–1962. 1962.
  • Chr. Mark: Schepen van de Koninklijke Marine in W.O. II. 1997.
  • J.M. Mohrmann: Marine-torpedodienst 1875–2000. 2000.
  • M.J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg – Technik, Klassen, Typen. Stuttgart 1991, ISBN 3-613-01426-2

WeblinksBearbeiten

Commons: Hr. Ms. Piet Hein (1926) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rohwer: Seekrieg. 9.– 17.2.1942 Niederländ.- Indien, Japanische Landung bei Palembang (Sumatra).
  2. T. Womack: Bali and the Battle of Badung Strait