Ruprechtsfarn

Art der Gattung Eichenfarne (Gymnocarpium)
(Weitergeleitet von Gymnocarpium robertianum)

Der Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum) ist eine Farn-Art, die in Mitteleuropa vor allem in den Kalkgebieten der Alpen verbreitet ist.

Ruprechtsfarn
Ruprechtsfarn

Ruprechtsfarn

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Wimperfarngewächse (Woodsiaceae)
Gattung: Eichenfarne (Gymnocarpium)
Art: Ruprechtsfarn
Wissenschaftlicher Name
Gymnocarpium robertianum
(Hoffm.) Newman
Illustration aus "The ferns of Great Britain and Ireland"

BeschreibungBearbeiten

Es handelt sich um ausdauernde Farne mit einem lang kriechenden Rhizom. Die Wedel stehen mehr oder weniger einzeln bis leicht büschelig.

Die Wedel sind (mit Stiel) 10 cm bis 40 cm lang, in der Regel aber zwischen 20 cm und 30 cm. Der 1-2 mm dicke Wedelstiel ist im Gegensatz zum Buchenfarn weniger als doppelt so lang wie die dreieckige Wedelspreite. Blattstiel und Blattspreite sind auf der Unterseite kurz drüsig behaart.

Die Wedel sind zweifach gefiedert, außer beim untersten Fiederpaar, wo sie dreifach gefiedert sind. Die untersten Fiedern sind zwar deutlich größer als die anderen Fiedern, im Gegensatz zum Buchenfarn aber kleiner als der Rest der Wedelspreite. Im Gegensatz zum arktischen Gymnocarpium jessoense ist das zur Wedelspitze hinweisende basale Fiederchen des untersten Fieders deutlich schmaler als das gegenüberliegende, zur Blattbasis weisende Fiederchen.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 160-168.[1]

Verbreitung und StandortansprücheBearbeiten

Der Ruprechtsfarn wächst in Kalkfelsritzen, auf Schutt und auf dem Boden von Schutthaldenwäldern, manchmal auch auf Mauern mit kalkhaltigem Gestein. Er ist eine Thlaspietalia-Ordnungscharakterart. Sie kommt gern im präalpinen Gymnocarpietum robertianae bzw. im alpinen Moehringio-Gymnocarpietum vor.[1]

In den Kalkgebieten der Alpen ist er verbreitet, außerhalb der Gebirge kommt er in Mitteleuropa nur zerstreut bis selten vor. Er kommt in Europa und Westasien bis zum Kaukasus vor, ebenso im östlichen Kanada und einigen nordöstlichen Staaten der USA sowie in Algerien.[2][3]

Quellen und weiterführende InformationenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2
  • Wolfgang Frey, Jan-Peter Frahm, Eberhard Fischer, Wolfram Lobin: Kleine Kryptogamenflora Band IV: Die Moos- und Farnpflanzen Europas. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York 1995, ISBN 3-437-30756-8

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 82. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Kathleen M. Pryer: Gymnocarpium Newman. In: Flora of North America, vol. 2. [1].
  3. M. Christenhusz & E. von Raab-Straube (2013): Polypodiopsida. Datenblatt Gymnocarpium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gymnocarpium robertianum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien