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Gries (Graz)

5. Grazer Stadtbezirk
(Weitergeleitet von Graz-Gries)
Gries
5. Stadtbezirk von Graz
AUT Graz COA.svg
Basisdaten [1]
Fläche: 5,05 km²
Einwohner: 26.517 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte: 5.201 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8020, 8053, 8055
Geografische Lage: 47° 4′ N, 15° 26′ OKoordinaten: 47° 4′ N, 15° 26′ O
Lage in Graz
Karte von Gries (Graz)
Bezirksamt: Bahnhofgürtel 85
8020 Graz
Bezirksvorsteher: Tristan Ammerer (GRÜNE)[2]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Thomas Heschl (ÖVP)[2]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Vanessa Trattner (FPÖ)[2]
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien: 1, 3, 5, 6, 7
Buslinien: 31, 32, 33, 35, 39, 40, 50, 66, 67/E
N1, N2, N3, N5, N6, N7, N8
Foto
Griesplatz bei Nacht
Griesplatz bei Nacht

Der Bezirk Gries ist der 5. Grazer Stadtbezirk.

LageBearbeiten

Er grenzt im Norden an den 4. Bezirk Lend (Grenze: Annenstraße, Eggenbergerstraße), im Osten an die Bezirke 1., Innere Stadt und 6., Jakomini (Grenze: Mur), im Süden an die Bezirke 7., Liebenau, 17., Puntigam (Grenze: Tiergartenweg, Herrgottwiesgasse, Lauzilgasse, Triester Straße, Hans-Groß-Gasse) und im Westen an die Bezirke 14., Eggenberg, 15., Wetzelsdorf und 16., Straßgang.

GeschichteBearbeiten

 
Murvorstadt, Karlau und Grazer Feld in der Josephinischen Landesaufnahme, um 1790

Der althochdeutsche Flurname Gries bezieht sich auf ein Kiesgeschiebe oder einen Flur mit grobem Sand wie es in Uferstrecken der Mur häufig vorkommt. Durch seine exponierte, ungeschützte Lage vor den Stadtmauern und wegen der Hochwassergefahr wurde der Gries lange Zeit hindurch von Flößern, einfachen Handwerkern und Händlern als billiges Wohn- und Gewerbegebiet genützt. Erst im 17. Jahrhundert begann sich die feste Bebauung durchzusetzen. Der Bezirk hat seinen multikulturellen Charakter über die Jahrhunderte erhalten.

Bei den Novemberpogromen 1938, in Graz in der Nacht auf den 10. November, wurde die Synagoge am Grieskai von Nationalsozialisten niedergebrannt. An die Geschichte des Landesrabbiners David Herzog, der vom Mob durch die Straßen rund um die Synagoge geprügelt wurde, erinnert heute u.A. der David Herzog Platz vor der Synagoge.[3]

Beim Novemberpogrom wurden etwa 300 Grazer Juden und Jüdinnen verhaftet und die meisten schon am 11. November 1938 in das KZ Dachau überstellt.[4]

Am 21. Oktober 1998 beschlossen alle im Grazer Stadtparlament vertretenen Parteien einstimmig die Wiedererrichtung der Grazer Synagoge.[5]

VerkehrBearbeiten

Das Zentrum des Bezirks ist der Griesplatz. Dieser ist der zentrale Umsteigepunkt von den städtischen Buslinien 31, 32, 33, 39, 40 und 67 zu verschiedenen regionalen Buslinien in die West- und Südsteiermark. Mit Ausnahme der Buslinie 67 führen alle anderen Buslinien vom Griesplatz direkt zum Jakominiplatz.

Im Bezirk liegt auch die Strafvollzugsanstalt Karlau.

Der Nahverkehrsknoten Don Bosco mit regionaler S-Bahn-Anbindung befindet sich am westlichen Rand des Bezirks Gries.

Mit dem Eggenberger Gürtel befindet sich auch die am meisten befahrene Straße in Graz zum Teil in Gries.

BildungBearbeiten

KulturBearbeiten

Die Galerie K5 der Kulturvereinigung Murvorstadt am Griesplatz war im Bezirk Gries jahrelang Anlaufstation für Kunstinteressierte und Künstler aus Graz und der Steiermark. Regelmäßige Ausstellungen trugen zum besonderen Flair des Platzes bei.[7]

Am 24. September 2016 fand das erste Mal das Nachbarschaftsfest Grieskram statt, das ein alljährlicher Fixpunkt der Kunst-Kultur-Kulinarik-Szene des Bezirkes sein soll.

Der Club Wakuum (Verein zur Förderung junger Bands), seit 2013 in der Griesgasse 25 im 1. Stock ansässig, bietet jährlich über 150 Konzerte von popkulturellen Bands verschiedenster Genres.

Mit dem Schaumbad, freies Atelier, findet sich in der Puchstraße eine relativ neue Institution, die avantgardistischer Kunst einen Raum bietet.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der stadteinwärtige Nordteil des Bezirks gehört zum UNESCO-Welterbe Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg.

BauwerkeBearbeiten

  • Altersheimkirche
  • Welsche Kirche
  • Bürgerspitalkirche
  • Kirche Don Bosco
  • Elisabethinenkirche
  • Zentralfriedhofskirche
  • Synagoge (Graz)
  • Kirche St. Andrä
  • Triestersiedlung, erbaut 1930 unter Bürgermeister Vinzenz Muchitsch. Bei der erstmals umfassenden Sanierung der aus den 1920er Jahren stammenden Gemeindebauten (mit Mietwohnungen) wurde an einer Stelle die weiße Bemalung mit „LSR“ und Pfeil schräg hinunter zu einem Kellerfenster an der Triester Straße – als wohl eine der allerletzten in Österreich – als denkmalgeschützt erhalten und nicht mit Wärmedämmung abgedeckt. Eine analoge Markierung an der Rückseite desselben Blocks im Westen zu Vinzenz-Muchitsch-Gasse hin lautete auf „NA“, wie Notausgang. „LSR“ war in dieser Art in den 1970er Jahren noch an einigen alten Wohnblöcken in Österreichs Städten zu lesen, manche der betroffenen Kellerfensteröffnungen waren zusätzlich mit einem 8 cm dicken, massiven, seitlich angeschlagenen Betonflügel verschlossen, was auf die Adaptierung des Kellerraums als Luftschutzraum bei Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg hinweist. Die höher liegende Bemalung mit den bis zu 1 m langen Pfeilen und 30 cm hohen Lettern sollte wohl Suchmannschaften den Weg zu Eingeschlossenen weisen, wenn Häuser teilweise zu Schutthäufen aus Ziegeln und Holzbalken eingestürzt sind.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zahlen + Fakten: Bevölkerung, Bezirke, Wirtschaft, Geografie auf graz.at.
  2. a b c Bezirksräte im Bezirk Gries auf graz.at
  3. Stadtportal der Landeshauptstadt Graz, Admin (Graz Press Service): David Herzog, Rabbiner - Stadtportal der Landeshauptstadt Graz. Abgerufen am 23. Oktober 2019.
  4. DÖW - Erinnern - Fotos und Dokumente - 1938 - 1945 - Novemberpogrom 1938 - Steiermark. Abgerufen am 23. Oktober 2019.
  5. Synagoge (Graz). In: Wikipedia. 29. August 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  6. Pädagogischer Panther 2002, elternbrief.at
  7. Website Murvorstadt (Memento des Originals vom 17. Mai 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.murvorstadt.at