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Germanialand

Halbinsel im nordöstlichen Grönland
Forschungsstation Danmarkshavn im Süden der Region, September 2013
Germanialand (Grönland)
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Lage Germanialands
Kartenausschnitt mit Germanialand
Beschriftetes Satellitenbild, mit Germania Land im Nordosten

Germanialand (dänisch Germania Land) ist eine unbewohnte Region im Nordost-Grönland-Nationalpark, etwa 10° nördlich des Polarkreises.

GeographieBearbeiten

Germanialand bildet den ca. 2400 km² großen östlichen Teil der Halbinsel zwischen der Dove-Bucht im Süden und dem Skærsfjord im Norden. Seine westliche Begrenzung ist die Valdemarsmuren – der östliche Rand des Hochlands von Søndermarken. Die östliche Begrenzung ist die Küste der Grönlandsee. Der südlichste Punkt ist Kap Bismarck, der nördlichste das Kajkap.[1] Germanialand ist überwiegend flach und im Sommer größtenteils eisfrei, nur im Norden, das durch niedrige Hügel geprägt ist, gibt es zwei Eiskappen, deren größere (Østtungerne) in die Fladebugt kalbt. Das Flachland im Süden weist zahlreiche Flüsse (darunter Østerelv, Westerelv und Stormelv) und Seen (Hulesøen, Termometersøen, Skibssø) auf.

An der Südostküste Germanialands befindet sich die ständig mit acht Personen besetzte Wetterstation Danmarkshavn.

GeschichteBearbeiten

An den Küsten gibt es Spuren früherer Besiedlung durch Inuit. Aus europäischer Sicht wurde Germanialand 1870 von der Zweiten Deutschen Nordpolar-Expedition entdeckt. Eine von Carl Koldewey und Julius Payer geführte Exkursionsmannschaft war vom Winterhafen des Expeditionsschiffs Germania bei der Sabine-Insel fast 280 km nach Norden gezogen und hatte hier ihren nördlichsten Punkt erreicht. Benannt wurde Germanialand aber erst von der Danmark-Expedition 1906–1908, die ihr Basislager in Danmarkshavn hatte. Ludvig Mylius-Erichsen wollte damit nicht nur die Teilnehmer der Expedition von 1869/70 ehren, sondern auch seinen deutschen Expeditionsteilnehmer Alfred Wegener.[2]

1938 baute die Norwegisch-Französische Polarexpedition an der Ostküste Germanialands ihre Basisstation Micardbu, von der nur noch die Fundamente erhalten sind.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Germania Land auf Place names of northern East Greenland, abgerufen am 23. Juni 2019 (englisch)
  2. Eintrag „Germania Land“ in Anthony K. Higgins: Exploration history and place names of northern East Greenland (= Geological Survey of Denmark and Greenland Bulletin 21, 2010), ISBN 978-87-7871-292-9 (englisch), S. 177 f. (PDF; 12,3 MB).
  3. Eintrag „Micardbu“ in Anthony K. Higgins: Exploration history and place names of northern East Greenland (= Geological Survey of Denmark and Greenland Bulletin 21, 2010), ISBN 978-87-7871-292-9 (englisch), S. 253 (PDF; 12,3 MB).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Germania Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 77° 0′ N, 19° 0′ W