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Bayerischer Enzian

Art der Gattung Enziane (Gentiana)
(Weitergeleitet von Gentiana bavarica)
Bayerischer Enzian
Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica)

Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Enziane (Gentiana)
Art: Bayerischer Enzian
Wissenschaftlicher Name
Gentiana bavarica
L.

Der Bayerische Enzian (Gentiana bavarica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

 
Illustration aus Atlas der Alpenflora

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Der Bayerische Enzian ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimetern. Es werden generative und reine vegetative Sprossachsen gebildet. Die Blütenstängel besitzen am Grund keine Blattrosette.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter haben einen glatten Rand und sind alle fast gleich groß. Die unteren können kleiner und genähert sein. Außer den dicht stehenden Rosettenblättern gibt es zwei bis vier Paare entfernt stehende Stängelblätter. Die Blattspreiten sind spatelförmig oder verkehrt-eiförmig und über der Mitte am breitesten. Die Spitze ist stumpf und ohne Knorpelspitze.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen endständig einzeln oder zu ein bis dreien in den Achseln der oberen Blätter.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist aufgeblasen mit gekielten oder schmal geflügelten Kanten. Die Krone ist tiefblau bis hellblau. Die Kronröhre ist walzenförmig und heller. Der Saum ist ausgebreitet und stieltellerförmig, über 15 Millimeter breit. Die Zipfel zwischen den Kronblättern sind nur kleine Zähnchen oder fehlen ganz. Der Griffel ist tief zweilappig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[1]

ÖkologieBearbeiten

Beim Bayerischen Enzian handelt es sich um einen überwinternd grünen Hemikryptophyten.

 
Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica var. subacaulis) mit dem weißblühenden Alpen-Mannsschild (Androsace alpina)

VorkommenBearbeiten

Der Bayerische Enzian kommt in den Alpen und den Karpaten vor. Er wächst in feuchten Matten, Schneetälchen, Gesteinsschutt und in Quellbereichen auf frischen oder feuchten, meist kalkhaltigen, steinigen Böden. Er kommt von der subalpinen bis subnivalen Höhenstufe vor. Er gedeiht in Höhenlagen von 1500 bis 2500, selten bis zu 3600 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt er von 1400 Metern bis zu einer Höhenlage von 2300 Metern auf.[2]

Gentiana bavarica ist in den Alpen eine Charakterart des Arabido-Rumicetum nivalis aus dem Verband Arabidion caeruleae der Schneeboden-Gesellschaften. Er kommt aber auch im Caricetum frigidae vor sowie in Pflanzengesellschaften der Ordnung Montio-Cardaminetalia oder der alpinen Milchkrautweiden (Poion alpinae) bzw. bei der Varietät Gentiana bavarica var. subacaulis des Verbands Androsacion alpinae.[1]

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Gentiana bavarica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 331.

Von Gentiana bavarica gibt es je nach Autor bis zu zwei Varietäten[1]:

  • Gentiana bavarica L. var. bavarica
  • Gentiana bavarica var. subacaulis Cust. Sie unterscheidet sich durch deutlich verkürzte Stängel und zahlreiche dachziegelartig gedrängte Laubblätter.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge 1972, ISBN 0-521-08489-X, S. 63 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 757.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 343.

WeblinksBearbeiten