Nickendes Weidenröschen

Art der Gattung Weidenröschen (Epilobium)
(Weitergeleitet von Epilobium nutans)

Das Nickende Weidenröschen (Epilobium nutans) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie kommt in Mittel- und Südeuropa vor.[1]

Nickendes Weidenröschen
Nickendes Weidenröschen (Epilobium nutans) mit geöffneten Kapselfrüchten (links) und mit Blüten (rechts)

Nickendes Weidenröschen (Epilobium nutans) mit geöffneten Kapselfrüchten (links) und mit Blüten (rechts)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Nickendes Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium nutans
F.W.Schmidt

BeschreibungBearbeiten

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Das Nickende Weidenröschen ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 25 Zentimetern erreicht. Es besitzt ein kurzbogiges Rhizom. Zur Blütezeit bildet es oberirdische, beblätterte Ausläufer. Die einzeln stehenden Stängel sind unverzweigt, hängen zur Blütezeit über, kurz bogig aufsteigend, kantig und haben zwei bis vier erhabene Längsleisten. An der Spitze sind die Stängel kraushaarig.

Die Laubblätter sind bis zum Blütenstand hinauf gegenständig. Die unteren Laubblätter sind kurz gestielt und ganzrandig, die oberen sitzen und sind teilweise entfernt gezähnt. Die Blattspreite ist 1 bis 2 Zentimeter lang und 0,2 bis 0,8 Zentimeter breit, eiförmig und kahl.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der Blütenstand enthält ein bis sechs Blüten. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zu 5 Millimeter lang und haben eine lange Röhre. Der Achsenbecher ist dicht anliegend behaart mit einzelnen abstehenden Drüsenhaaren dazwischen. Die Krone ist trichterförmig und blass-violett. Der aufrechte Griffel endet in einer keuligen Narbe.

Die Kapselfrucht ist 2 bis 4 Zentimeter lang, anliegend drüsenlos behaart mit einzelnen abstehenden Drüsenhaaren. Sie ist meist rot überlaufen. Die Samen sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang, spindelförmig mit einer feinhöckerigen Oberfläche. Die Spitze trägt ein kurzes, durchscheinendes Anhängsel.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 36.[2]

VerbreitungBearbeiten

Das Nickende Weidenröschen kommt in Mittel- und Südeuropa vor.[1] Das Nickende Weidenröschen kommt in Mitteleuropa zerstreut vor, vorwiegend in den Alpen und den Mittelgebirgen. In Hessen und Sachsen ist es ausgestorben oder verschollen. In Österreich fehlt es in Wien, Burgenland und möglicherweise Oberösterreich.

Es gedeiht vorwiegend an Quellstandorten. Es wächst in Quellfluren und Quellmooren auf sickernassen, eher nährstoffreichen, kalkarmen Tonböden. Es kommt in der subalpinen bis alpinen, seltener schon in der montanen Höhenstufe vor, meist in Höhenlagen von 750 bis 2000, seltener bis 2450 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt es von 1500 Meter bei Grasgehren am Riedberger Horn bis 2150 Meter am Südostfuß des Widderstein auf.[3]

Im pflanzensoziologischen System ist es eine Assoziationscharakterart des Bryo-Philonotidetum seriatae aus dem Verband Cardamino-Montion, kommt aber auch im subalpinen Caricetum fuscae aus dem Verband Caricion fuscae vor.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Datenblatt bei InfoFlora dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 686.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 252.

WeblinksBearbeiten