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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) und ihre Mitgliedsgesellschaften sind Selbsthilfe-Organisationen, die die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien verbessern wollen. Die Demenz vom Alzheimer-Typ ist die häufigste Form der mit zunehmendem Alter häufigeren Demenzerkrankungen. Der gemeinnützige Verein wurde am 2. Dezember 1989 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz
(DAlzG)
Logo der DAlzG
Zweck Selbsthilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen
Vorsitz: Monika Kaus
Gründungsdatum: 1989
Sitz: Berlin
Website: deutsche-alzheimer.de

Die Gesellschaft hat rund 15.000 Mitglieder in 134 angeschlossenen Organisationen (Stand August 2017).

Organisation und FinanzierungBearbeiten

Die Gesellschaft hat einen interdisziplinär besetzten fachlichen Beirat sowie den Beirat „Leben mit Demenz“, der sich aus Demenzkranken zusammensetzt. Zur Fachberatung existieren weiterhin mehrere ständige Arbeitsausschüsse.

International ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Vollmitglied von Alzheimer Europe sowie Mitglied im Dachverband Alzheimer’s Disease International (ADI). Die Gesellschaft entsendet einen Vertreter in die European Working Group of People with Dementia, einem Beratungsgremium, dem ausschließlich Menschen mit Demenz angehören.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft wird vornehmlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, erhält aber auch Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Zuwendungen der aus der Selbsthilfeförderung der Krankenkassen.

Veröffentlichungen, Kongresse, ForschungsförderungBearbeiten

Als Interessenvertretung der Demenzkranken und ihrer Angehörigen nimmt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft regelmäßig Stellung zu einschlägigen gesetzgeberischen Vorhaben und veröffentlicht eigene Forderungen. Neben Informationsbroschüren vertreibt die Alzheimer Gesellschaft auch mit dem Alzheimer Info seit 1997 eine vierteljährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift.

In mittlerweile zweijährigen Abständen findet ein Alzheimer-Kongress an wechselnden deutschen Orten statt. Darüber hinaus werden regelmäßig fachspezifische Tagungen durchgeführt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft vergibt alle zwei Jahre eine Forschungsförderung, mit der insbesondere Projekte der Versorgungsforschung unterstützt werden, deren Ergebnisse zur Verbesserung von Therapie und Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen erkennbar beitragen können.

HilfeangeboteBearbeiten

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet eine Vielzahl von Hilfsangeboten für Betroffene und deren Familien an, darunter das speziell entwickelte Schulungsprogramm Hilfe beim Helfen, das pflegende Angehörige kostenlos besuchen können. Seit Januar 2002 gibt es das bundesweite Alzheimer-Telefon, ein kostenloses Beratungsangebot für Menschen mit Demenz, Angehörige und alle Interessierten, das jährlich fünf- bis sechstausendmal angerufen wird.[1] Beratung ist auch per E-Mail möglich.

Neben Informationen und Broschüren zu rechtlichen, praktischen und ethischen Fragen bietet der Verein auf seiner Homepage bundesweite Adressverzeichnisse von Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen zum Thema Demenz sowie von Gedächtnisambulanzen an. Für Angehörige von Erkrankten werden bundesweite Treffen organisiert. Die Gründung lokaler Selbsthilfegruppen wird unterstützt.

Im Januar 2011 wurde das im Rahmen des Jugendwettbewerbs Alzheimer and you entstandene Praxishandbuch für den Unterricht veröffentlicht. Es stellt eine praktische Handreichung für Lehrer und andere Pädagogen dar, die das Thema Demenz im Unterricht oder in Jugendgruppen aufgreifen und kreativ umsetzen wollen.[2] Im September 2016 hat die DAlzG die Initiative "Demenz Partner" ins Leben gerufen und sich damit der internationalen "dementia friends"-Bewegung angeschlossen. Im Rahmen der Initiative bieten bundesweit verschiedene Organisationen und Institutionen Kurse an, die ein Basiswissen zu Demenzerkrankungen und dem Umgang mit Betroffenen vermitteln. Außerdem werden Schulungen und Kurse für diverse Berufsgruppen, wie Mitarbeiter des Einzelhandels oder Polizisten, organisiert.

GeschichteBearbeiten

Die Initiative zur Gründung ging von Hans Lauter, damals Chefarzt der Klinik für Psychiatrie an der TU München und dem damaligen Vorsitzenden der Alzheimer Gesellschaft München Koch aus.[3] Erste Vorsitzende war Eleonore von Rotenhan (1989–1993).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martina Lenzen-Schulte: Der unsichtbare Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. März 2011, S. N1f.
  2. Praxishandbuch für den Unterricht bei Alzheimer & You
  3. „‚Damals war Alzheimer praktisch unbekannt.‘ Ein Gespräch mit der Gründungsvorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Eleonore von Rotenhan“. In: Alzheimer Info, Nr. 4/2009.