Bahnhof Dessau Wallwitzhafen

Bahnhof in Deutschland
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Der Bahnhof Dessau Wallwitzhafen war ein Personenbahnhof zwischen Dessau und Roßlau in Sachsen-Anhalt. Seine Bedeutung erlangte er durch den Anschluss zum Wallwitzhafen. Mit dem Niedergang dieses Industriehafens Ende der 1960er Jahre verlor er an Bedeutung. Seit 1990 wird der Bahnhof nicht mehr bedient.

Dessau Wallwitzhafen
Bahnhof um 1900 von Südosten
Bahnhof um 1900 von Südosten
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung LDWH
Eröffnung Dezember 1861
Auflassung 1990
Lage
Stadt/Gemeinde Dessau-Roßlau
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 51′ 44″ N, 12° 14′ 4″ OKoordinaten: 51° 51′ 44″ N, 12° 14′ 4″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt

AnlageBearbeiten

Es handelt sich um einen in Nord-Süd-Richtung angelegten Durchgangsbahnhof, welcher auf westlicher Seite zusammen mit dem ehemaligen Stellwerk – zuletzt Blockstelle – liegt. Das als Einzeldenkmal denkmalgeschützte Ensemble liegt mit der Bahnstrecke auf einem Damm. Die 230 m langen Bahnsteige existieren nicht mehr. Das Stellwerk Wf für drei Personengleise und ein Anschlussgleis fungierte bis 2010 als Blockstelle.

GeschichteBearbeiten

Der Bahnhof würde spätestens 1861 als Bahnhof "Wallwitzhafen" mit 1871 zunächst 994 Reisenden im Jahr eröffnet, schon 1890/91 zählte man 25.321 Fahrgäste. Es gab 1914 sogar Vorortzüge auf der Relation Roßlau (Elbe)–Wallwitzhafen–Dessau Hbf–Dessau-Alten mit zwei Zugpaaren als Arbeiterzug zu den Junkerswerken. 1944 erhielt der Bahnhof den Zusatz "Dessau". Zu dieser Zeit wurde der Bahnhof eine eigene Dienststelle. 1963 wurde der Bahnhof dem Dessauer Hbf unterstellt. Das Anschlussgleis zum Hafen war bis 1972 in Betrieb.

Aufgrund der Nichtnutzung des Hafengeländes wurde der Bahnhof ab 1973 durch die Reichsbahndirektion in Halle als Haltepunkt kombiniert mit einer Bedarfsabzweigstelle eingestuft. Die Durchfahrtsgleise 1 und 2 blieben erhalten Die Spitzen von Gleis 3 und Anschlussgleis 4 blieben für die Versorgung des Stellwerks mit Kohle erhalten. Eine Falschfahrweiche blieb erhalten, später wurde sogar noch eine zweite eingebaut. Schließlich wurden die Gleisstümpfe abgebaut und die Reste bei der Ertüchtigung 1987 und 1997 beseitigt. Ebenfalls bis 1997 wurde der Bahnsteig von Gleis 2 zurück gebaut. Letzte Reste sind 2009 verschwunden. 1985 wurden die Lichtsignale eingebaut. Im Rahmen des Neubaus der Muldequerung bis 2010 wurde die Hauptstrecke um 22 Meter nach Nord-Osten verschwenkt, weg von den Gebäuden.

Am 5. September 2010 wurde die Blockstelle Wallwitzhafen außer Betrieb genommen. Am 5. Dezember 2010 folgte die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks (ESTW) Dessau auf der Ersatzneubaustrecke. Die Bahnstrecke wurde um 22 Meter weg vom Bahnhofsgebäude verschwenkt. Ein Verein saniert zurzeit das marode Empfangsgebäude, sowie das Stellwerk.

GüterumschlagBearbeiten

1890 wurden 750.000 t Güter per Eisenbahn angefahren und 140.000 t wieder abgefahren. In der Hochzeit des Hafens gab es einen Umschlag von über 400.000 t Güter von und zur Eisenbahn.

AnsichtenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8.
  • Erich Preuß (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe von 1920 bis heute. Blatt „Dessau Wallwitzhafen“. GeraNova (Loseblattsammlung seit 1997).

WeblinksBearbeiten