Bakterieller Inhibitionstest

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Ein bakterieller Inhibitionstest (englisch bacterial inhibition assay, auch bakterieller Hemmtest) ist eine mikrobiologische Methode zur semiquantitativen Bestimmung der Konzentration eines Nährstoffs durch Zellkultur von Bakterien auf einem festen Nährmedium. Umgekehrt kann der bakterielle Inhibitionstest auch zur Bestimmung von Auxotrophien im Stoffwechsel von Mikroorganismen verwendet werden.

Haemophilus influenzae benötigt Stoff X und Stoff V als Wachstumsfaktoren. Wenn einer der beiden Stoffe fehlt, entstehen keine Kolonien.

PrinzipBearbeiten

Die Zugabe einer Probe mit einem im Nährmedium fehlenden Nährstoff führt mit ansteigender Konzentration zu einem beschleunigten Wachstum von Mikroorganismen, für die dieser Nährstoff essentiell ist. Das beschleunigte Wachstum der verwendeten Mikroorganismen führt zu vergrößerten Durchmessern der Kolonien auf dem festen Nährmedium nach einer für den Mikroorganismus typischen Inkubation, meistens für ein bis drei Tage bei Temperaturen zwischen 30 und 37 °C. Anschließend wird der Durchmesser der Kolonien mit den Durchmessern bei Verdünnungsreihen von Positivkontrollen verglichen und somit die Konzentration des fehlenden Stoffes abgeschätzt.

Guthrie-TestBearbeiten

Der Guthrie-Test ist eine Variante des bakteriellen Inhibitionstests zur Bestimmung von Phenylalanin,[1] z. B. zur Bestimmung einer Phenylketonurie bei Neugeborenen.[2] Dabei wurde ein Tropfen Blut auf ein Filterpapier getropft, eingetrocknet und auf ein festes Nährmedium mit einer Bakterienkultur von Bacillus subtilis (ATCC 1651) ohne Phenylalanin gegeben. Weiterhin enthält das Nährmedium B-2-Thienylalanin, welches das Wachstum von Bacillus subtilis in Abwesenheit von Phenylalanin unterbindet. Je nachdem, wie viel Phenylalanin aus dem getrockneten Blutstropfen in das Nährmedium diffundiert, desto größer sind die Kolonien nach der Inkubation. Im Vergleich zu Nährmedien mit bekannten Phenylalanin-Konzentrationen kann die in dem Blutstropfen enthaltene Menge an Phenylalanin bestimmt werden. Mit dem Guthrie-Test können 180 – 240 μmol/L (3 – 4 mg/dL) Phenylalanin bestimmt werden. Bei einem gesunden Menschen 120 μmol/L (2 mg/dL) vorkommen. Der Guthrie-Test besitzt eine gute Übereinstimmung mit anderen Verfahren zur Phenylalaninbestimmung.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Guthrie, R. & Susi, A.A. (1963): A Simple Phenylalanine Method for Detecting Phenylketonuria in Large Populations of Newborn Infants. In: Pediatrics Bd. 32, S. 318–343. PMID 14063511.
  2. S. Vallian, H. Moeini: A quantitative bacterial micro-assay for rapid detection of serum phenylalanine in dry blood-spots: application in phenylketonuria screening. In: Journal of applied genetics. Band 47, Nummer 1, 2006, ISSN 1234-1983, S. 79–83, doi:10.1007/BF03194603, PMID 16424613.
  3. R. Fingerhut, M. Stehn, A. Kohlschütter: Comparison of four different phenylalanine determination methods. In: Clinica Chimica Acta. Band 264, Nummer 1, August 1997, ISSN 0009-8981, S. 65–73, PMID 9267704.