Sigma-Rezeptor

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Der Sigma-Rezeptor ist ein bisher nur ansatzweise verstandener Rezeptor, von dem die Subtypen σ1 und σ2 bekannt sind.

Sigma-Rezeptoren wurden zunächst als ein Typ von Opioid-Rezeptoren (neben µ- und κ-Rezeptoren) angesehen, da Morphin und dessen Verwandten an sie binden. Der dann entdeckte σ1-Rezeptor hatte jedoch nur eine sehr geringe Naltrexon-Affinität, was nicht mit dem zu erwartenden Verhalten von Opioid-Rezeptoren zu vereinbaren war. Und seine Struktur war nicht verwandt mit denen der „anderen“ Opioid-Rezeptoren. Man konnte auch zeigen, dass Sigma-Rezeptoren von Substanzen ausgelöst werden, die gänzlich unverwandt mit Opioiden sind, und dass die Funktion der Rezeptoren nicht in Beziehung zu denen der „anderen“ Opioid-Rezeptoren steht. Man ging dann dazu über, Sigma-Rezeptoren als eigenständigen Rezeptortyp zu betrachten.

Heute weiß man, dass Sigma-Rezeptoren viele verschiedene Wirkungen im menschlichen Körper vermitteln und eine Rolle bei vielen verschiedenen Erkrankungen spielen könnten, wie z. B. Alzheimer, AIDS, Psychosen (wie Schizophrenie oder Depression) und Krebs. Der Sigma-1-Rezeptor findet sich sowohl an der Plasmamembran der Zelle, als auch am endoplasmatischen Retikulum – dort speziell auch an der MAM (Mitochondrien-assoziierte ER-Membran) – und der Kernhülle. Teilweise kann auch derselbe Rezeptor seinen Ort wechseln[1]

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TP Su, TC Su, Y Nakamura: The Sigma-1 Receptor as a Pluripotent Modulator in Living Systems. In: Trends in Pharmacological Sciences. 37, Nr. 4, Apr 2016, S. 262–278. doi:10.1016/j.tips.2016.01.003. PMID 26869505. PMC 4811735 (freier Volltext).