Pejoration

Eine Pejoration (lat. peior: „schlimmer“) ist in der Linguistik der Bedeutungswandel eines Wortes hin zu einem schlechteren Beiklang.

Grundlagen

Pejoration muss sich nicht auf die Begrifflichkeit selbst beziehen. Ein klassisches deutschsprachiges Beispiel hierfür ist die Bezeichnung Weib für ‚Frau‘, das nie die Bedeutung im eigentlichen Sinn verändert hat, sondern nur die wertende Konnotation, während Dirne: „Mädchen“, den Begriff selbst wandelt (Mädchen → Prostituierte). Ein Wort, das sich in seiner Pejoration so verfestigt hat, dass es nurmehr abwertend oder gar als Schimpfwort gebraucht wird, wird selbst zum Pejorativ.

Die Verwendung einer Floskel in pejorativem, herabsetzendem Gebrauch als rhetorisches Stilmittel wird mit Dysphemismus bezeichnet.

Die Theorie der Euphemismus-Tretmühle besagt, dass Wörter in gewissen Themenfeldern sich zwangsläufig zum Pejorativen hin „abnutzen“. Dass Pejoration und das Gegenteil, die Melioration, im Laufe des Sprachwandels aber ein Wort hin- und herschieben, zeigt etwa die Entwicklung der Bedeutung des Begriffs geil: Dieses ursprünglich positiv besetzte Wort in der Bedeutung fett(-haltig) im Sinne von nahrhaft, üppig (Geiltrieb), erlangte dann pejorativ gebraucht die Bedeutung wollüstig, lüstern und im Laufe der früheren Neuzeit schließlich die Bedeutung Wohlgefallen, Anklang findend in der zeitgenössischen Jugendsprache.

Beispiele

Siehe auch

Literatur

Weblinks