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Zystizerkose

Befall mit Finnenformen des Typs Cysticercus
Klassifikation nach ICD-10
B69 Zystizerkose
B69.0 Zystizerkose des Zentralnervensystems
B69.1 Zystizerkose der Augen
B69.8 Zystizerkose an sonstigen Lokalisationen
B69.9 Zystizerkose, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Die Zystizerkose (Cysticercose) ist ein Einlagern der Finnenformen des Typs Cysticercus („Blasenwurm“) von Bandwürmern, insbesondere der Cyclophyllidea, in den Geweben eines Zwischenwirts. Prinzipiell können alle Gewebe Zysten enthalten, häufiger sind Unterhaut, Muskulatur, Leber, Bauchfell und Gehirn betroffen. Als Zoonose ist die Zystizerkose des Schweinebandwurms (Taenia solium, Finne Cysticercus cellulosae) von besonderer Bedeutung.

Neurozystizerkose:
multiple Finnen im Gehirn (MRT-Aufnahme)

Die Finne wird dabei zuerst bindegewebig eingescheidet, dann verkalkt das Bindegewebe. Da der Zystenträger nur Zwischenwirt ist, stellt es für den Wurm keinen Evolutionsnachteil dar, dem Zwischenwirt massiv zu schaden, ihn sogar zu töten: ein massiv mit muskulären (oder zerebralen) Zysten verseuchtes Stück Wild kommt mit größerer Wahrscheinlichkeit zur Strecke und wird von Jägern oder Aasfressern vertilgt. Dabei springt der Bandwurm wieder auf seinen Hauptwirt über, dem er wenig bis gar nicht schadet.

Die Zystizerkose wird chirurgisch oder chemotherapeutisch (mit Praziquantel oder Albendazol, bei Hirndruck oder Arachnoidits im Rahmen einer Neurozystizerkose gegebenenfalls unter Zusatz von Prednisolon oder Dexamethason[1]) behandelt. Die Zyste kann auch durch Bestrahlung abgetötet werden, dabei ist jedoch mit Komplikationen durch die folgende Nekrose zu rechnen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 290.
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