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Zwischen den Zeilen (2018)

Film von Olivier Assayas

Zwischen den Zeilen (Originaltitel Doubles vies, franz. für „Doppeltes Leben“) ist eine Filmkomödie von Olivier Assayas, die am 31. August 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig ihre Weltpremiere feierte. Am 6. Juni 2019 kam er in die deutschen und am darauffolgenden Tag in österreichischen Kinos.

Filmdaten
Deutscher TitelZwischen den Zeilen
OriginaltitelDoubles vies
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr2018
Länge107 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegieOlivier Assayas
DrehbuchOlivier Assayas
ProduktionCharles Gillibert
KameraYorick Le Saux
SchnittSimon Jacquet
Besetzung

HandlungBearbeiten

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Der Verleger Alain und einer seiner Autoren, Léonard, sind von den neuen Praktiken der Verlagswelt überwältigt. Allerdings werden sie darüber taub für die Wünsche ihrer Frauen. Alle kämpfen darum, ihren Platz in dieser Gesellschaft zu finden.

ProduktionBearbeiten

„Dieser Film erzählt davon, wie wir uns an Wandel anpassen, ganz generell. Die Welt hat sich immer verändert, aber in unserer Gegenwart ist der Motor des Wandels die digitale Revolution. Und egal ob wir uns daran anpassen oder dagegen aufbegehren – wir müssen uns auf jeden Fall dazu verhalten.“

Regie führte Olivier Assayas, der auch das Drehbuch schrieb. Dieser wagt sich mit dem Film ganz nah an die Diskussion über die digitale Revolution heran: „Ich wollte einen Film machen, der Teil der momentanen Konversation in der Gesellschaft ist, und bei dem auch der Zuschauer in einem gewissen Sinn Teil dieses Austauschs ist“, sagte Assayas. „Dieser Film erzählt davon, wie wir uns an Wandel anpassen, ganz generell. Die Welt hat sich immer verändert, aber in unserer Gegenwart ist der Motor des Wandels die digitale Revolution. Und egal ob wir uns daran anpassen oder dagegen aufbegehren – wir müssen uns auf jeden Fall dazu verhalten“, so der Regisseur weiter.[2]

Guillaume Canet und Juliette Binoche spielen den Verleger Alain und seine Frau Selena, Vincent Macaigne übernahm die Rolle des Autors Léonard. Magdalena Miedl meint, der Kitt, der die vielen Diskussionen der verschiedenen Menschen im Film zusammenhalte, seien die Affären kreuz und quer durch den Freundeskreis. So habe der Verleger Alain beispielsweise eine Sache mit der jüngeren Social-Media-Expertin Laure laufen, der er sich von Alters wegen unterlegen fühlt. Alains Frau Selena schlafe dafür seit Jahren mit seinem Autor Leonard, und dessen Frau wisse natürlich von dem Betrug, da sie schließlich Leonards Bücher liest.[3]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Astrid Kollex im Auftrag der DMT – Digital Media Technologie GmbH, Hamburg. Christin Marquitan leiht in der deutschen Fassung Selena ihre Stimme.

Der Film wurde am 31. August 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig erstmals gezeigt, wo er für den Goldenen Löwen nominiert war. Im September 2018 erfolgte eine Vorstellung beim Toronto International Film Festival, im Oktober 2018 erfolgten Vorstellungen beim New York Film Festival[4] und beim Hamptons International Film Festival.[5] Im Oktober 2018 soll er im Rahmen der Viennale gezeigt werden[6], hiernach beim Tokyo International Film Festival in der Sektion World Focus. Am 16. Januar 2019 kam der Film in die französischen Kinos. Am 6. Juni 2019 kam er in die deutschen[7] und am 7. Juni 2019 in österreichischen Kinos.[8] Ende Juli und Anfang August 2019 soll er beim Jerusalem Film Festival gezeigt werden.[9]

RezeptionBearbeiten

KritikenBearbeiten

Der Film stieß bislang auf die Zustimmung von 88 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes und wurde hier durchschnittlich mit 7,3 der möglichen 10 Punkte bewertet.[10]

Jon Frosch von The Hollywood Reporter beschreibt den Film als ein wunderbares Gegenstück zu Olivier Assayas' jüngsten Filmen Ende eines Sommers und Die Wolken von Sils Maria, doch was allen drei Filmen gemein ist, sei dass jeder auf seine Weise die Auswirkungen weltweiter wirtschaftlicher, technologischer und kultureller Veränderungen auf individuelle und kollektive französische Identitäten untersuche. Das Interesse des Filmemachers an den Folgen der Globalisierung, das sich thematisch durchgängig durch alle seine Werke ziehe, erweise sich in diesem witzigen und scharfsinnigen Porträt von Menschen als sehr präsent. Der Film sei ein Vergnügen für die Liebhaber des Regisseurs und für die Liebhaber des französischen Kinos, so Frosch weiter. Vom ersten Bild an werde der Betrachter in die Mitte von Gesprächen gedrängt, die dicht, sogar schwindelerregend sind, mit widersprüchlichen Meinungen, so Kindle vs. Bücher, Print vs. Web und Kunst vs. Unterhaltung. Alle Hauptfiguren hätten Schwierigkeiten, ihr inneres und äußeres Leben in Einklang zu bringen und seien hin und her gerissen zwischen Idealen und Verpflichtungen, privaten Wünschen und öffentlichen Haltungen und der Tradition und allem Neuartigen, so Frosch. Selena handele instinktiv und sei unabhängig, treffe aber immer wieder Entscheidungen im Kopf und nicht im Herzen. Leonard sei eindeutig hungrig nach dem Erfolg, den er selbst verachtet. Valteries politischer Idealismus stehe im Widerspruch zu dem harten Pragmatismus, den sie in ihrer romantischen Beziehung vertritt. In dem Film feiere der Regisseur wie in vielen seiner Werken die verführerische Schönheit Frankreichs und den Reichtum der Kultur des Landes, so Frosch, zeige aber auch den Kampf mit den Veränderungen des Landes, den er zutiefst menschlich erscheinen lasse.[11]

Magdalena Miedl bemerkt, es sei nicht das erste Mal, dass Assayas die technische Moderne in einen seiner Filme hineinhole. In Demonlover sei es die Welt des Cyberspace gewesen, in Assayas’ letztem Film Personal Shopper handelte eine lange Szene praktisch ausschließlich von einer Konversation per Textnachrichten auf dem Smartphone. Solche Versuche seien im Kino immer heikel, weil sie sehr schnell veraltet und anbiedernd wirken, dieser Gefahr sei Assayas bisher aber entkommen, so Miedl.[12]

AuszeichnungenBearbeiten

Der Film befindet sich in einer Vorauswahl für den Europäischen Filmpreis 2019.[13][14] Im Folgenden weitere Nominierungen.

Chicago International Film Festival 2018

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2018

  • Nominierung als Bester Film für den Goldenen Löwen (Olivier Assayas)

Toronto International Film Festival 2018

  • Nominierung für den People’s Choice Award (Olivier Assayas)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Zwischen den Zeilen. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 187360/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. https://orf.at/viennale18/stories/3077261/
  3. https://orf.at/viennale18/stories/3077261/
  4. Jordan Raup: 56th New York Film Festival Main Slate Announced. In: filmlinc.org, 7. August 2018.
  5. Non-Fiction In: hamptonsfilmfest.org. Abgerufen am 18. September 2018.
  6. Doubles vies. In: viennale.at. Abgerufen am 21. Oktober 2018.
  7. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 10. April 2019.
  8. Filmstarts Juni 2019. In: skip.at. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  9. Non-Fiction. In: jff.org.il. Abgerufen am 24. Juli 2019.
  10. Non Fiction. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 8. Juni 2019. Anmerkung: Das Tomatometer gibt an, wie viel Prozent der von Rotten Tomatoes anerkannten Kritiker dem Film eine positive Bewertung gegeben haben.
  11. https://www.hollywoodreporter.com/review/fiction-review-1137737
  12. https://orf.at/viennale18/stories/3077261/
  13. Jochen Müller: Lola-Abräumer in Vorauswahl für Europäischen Filmpreis. In: Blickpunkt:Film, 20. August 2019.
  14. EFA Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu. Abgerufen am 20. August 2019.
  15. Nick Allen: CIFF 2018: Preview of the 54th Chicago International Film Festival. In: rogerebert.com, 19. September 2018.