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Die Zinnfigurenklause ist ein ehrenamtlich geführtes Museum zur Geschichte des deutschen Südwestens im Schwabentor in Freiburg im Breisgau.

Zinnfigurenklause
Eingangsbereich im ersten Stock des Schwabentors
Eingangsbereich im ersten Stock des Schwabentors
Daten
Ort Freiburg im Breisgau
Eröffnung 1965
Website
ISIL DE-MUS-048819

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Arthur-Andreas Lehmann, gelernter Buchdrucker und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Burgen der Heimat“, hatte seit Jahren Zinnfiguren und originalgetreue Modelle von Burgen gesammelt, bevor er Anfang Mai 1961 gegenüber dem Gasthaus Schiff seine Zinnfigurenklause eröffnete.[1] Dort wurden durch einige Dioramen historische Ereignisse mit Hilfe von Zinnfiguren nachgestellt und mit Bildern erläutert. Der Freiburger Oberbürgermeister Eugen Keidel stellte 1969 Lehmann die erste Etage des Schwabentors als Ausstellungsraum zur Verfügung. Das Schwabentor war zu diesem Zeitpunkt ungenutzt und sanierungsbedürftig. Später wurde auch die zweite Etage des Torturms genutzt.

Die Stadt kaufte die zwölf Dioramen an, die Lehmann bis 1985 gefertigt hatte. Lehmann verwaltete im Auftrag der Stadt die Zinnfigurenklause zwischen 1985 und 1989. Andreas Müller, der Lehmann ab 1987 während einer Reise vertreten hatte, übernahm nach dessen Tod 1989 im Alter von 80 Jahren übergangsweise die Verwaltung des Museums. Am 2. November 1989 gründete er den gemeinnützigen Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V., dessen Vorsitz er übernahm. Im Dezember 1989 übertrug ihm die Stadt die Betreuung der Sammlung. Das Museum bezahlt keine Miete für die Räume und erhält Beleuchtung, Reinigung und Heizung von der Stadt gestellt. Die Zinnfigurenklause ist unabhängig von den städtischen Museen, die jedoch einen Sitz im erweiterten Vorstand des Fördervereins besitzen.

Nachdem Andreas Müller 2008 in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm Volkmar Vogt, Leiter des Archivs Soziale Bewegungen die Leitung der Zinnfigurenklause.
Martin Wiebel ist 1. Vorsitzender des Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V., und Volkmar Vogt ist im erweiterten Vorstand.

Das Archiv Soziale Bewegungen sammelt seit 1983 Printmedien rund um die Neuen Sozialen Bewegung.[2][3]

SammlungBearbeiten

 
Burgen im zweiten Stockwerk

Die Sammlung des Museums besteht aus 9000 Figuren in 21 Dioramen, welche unter anderem die Schlacht bei Sempach (allein 1.150 Figuren) 1386, den Schwaben- oder Schweizerkrieg von 1499, den Bauernkrieg 1525 im Schwarzwald, die Belagerung der Küssaburg/Oberlauchringen sowie Ereignisse der Badischen Revolution von 1848 in Freiburg und die Belagerung 1713 im Spanischen Erbfolgekrieg darstellen. Des Weiteren gibt es Dioramen mit Burgen des Hoch- und Oberrheins, zur Hexenverfolgung und zum Verhör Martin Luthers in Worms. Viele Figuren sind von der Zinnpest bedroht und müssen gelegentlich nachgegossen und bemalt werden.[4]

Das Museum ist nur in den Sommermonaten (3. Samstag im Mai bis 3. Oktober) geöffnet.

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Dieter Fronz: Geschichte in Dioramen. Die Zinnfigurenklause im Freiburger Schwabentor. In: Regio-Magazin 17, 2000, 5, S. 28–32.
  • Hans-Dieter Fronz: Zinnfiguren – (k)ein Kinderspielzeug. In: In Baden-Württemberg 2002, 2, S. 40–43.
  • Andreas Müller: Das städtische Turmmuseum in Freiburg. Die Zinnfiguren-Klause im Schwabentor; Museum für Geschichte in Dioramen mit Zinnfiguren. In: Regional 6, 2002, S. 19–20.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freiburg: Rückblick 1961, Badische Zeitung, 10. Mai 2011, abgerufen am 23. November 2013.
  2. Kulturausschuss der Stadtverwaltung Freiburg: Beschlussvorlage KA-08/007 aus 3. Sitzung, 8. Mai 2008, abgerufen am 1. Juli 2012.
  3. Julia Littmann: Freiburg: Die Geschichte von unten geht weiter, Badische Zeitung, 17. Mai 2008, abgerufen am 1. Juli 2012.
  4. Julia Littmann: Freiburg: Schwabentor: Neue historische Szene in der Zinnfigurenklause, Badische Zeitung, 1. Juni 2012, abgerufen am 8. Juli 2012.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zinnfigurenklause – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 59′ 34″ N, 7° 51′ 15″ O