Zielebach

Gemeinde im Kanton Bern in der Schweiz

Zielebach ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kantons Bern in der Schweiz.

Zielebach
Wappen von Zielebach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Bern Bern (BE)
Verwaltungskreis: Emmentalw
BFS-Nr.: 0556i1f3f4
Postleitzahl: 4564
Koordinaten: 610448 / 223081Koordinaten: 47° 9′ 31″ N, 7° 34′ 35″ O; CH1903: 610448 / 223081
Höhe: 460 m ü. M.
Höhenbereich: 451–468 m ü. M.[1]
Fläche: 1,91 km²[2]
Einwohner: 330 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 172 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,2 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.zielebach.ch
Gemeindehaus Zielebach (ehemalige Schmiede)

Gemeindehaus Zielebach (ehemalige Schmiede)

Lage der Gemeinde
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Über dieses Bild
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GeographieBearbeiten

Zielebach liegt auf 460 m ü. M., 6 km südsüdöstlich der Stadt Solothurn (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der flachen Schwemmlandebene der Emme, östlich des kanalisierten Flusslaufs, im Schweizer Mittelland.

Die Fläche des 1,9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen völlig ebenen Abschnitt des Berner Mittellandes. Die westliche Gemeindegrenze bildet die Emme, die hier kanalisiert und begradigt entlang dem Ostfuss des Altisbergs, eines Ausläufers der Molassehöhen des Bucheggberges verläuft. Von der Emme erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts über die grundwasserreiche Ebene mit den Waldgebieten des Schachen und des Hochwaldes bis zur Rodung von Zielebach. Im Obergerlafingenwald im äussersten Südosten des Gebietes wird mit 467 m ü. M. der höchste Punkt von Zielebach erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 49 % auf Wald und Gehölze, 42 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 2 % war unproduktives Land.

Nachbargemeinden von Zielebach sind Utzenstorf, Wiler bei Utzenstorf und Bätterkinden im Kanton Bern sowie Biberist, Gerlafingen und Obergerlafingen im Kanton Solothurn.

BevölkerungBearbeiten

Mit 330 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2020) gehört Zielebach zu den kleinen Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 98,2 % deutschsprachig, 1,2 % italienischsprachig und 0,3 % sprechen Polnisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Zielebach belief sich 1850 auf 180 Einwohner, 1900 auf 217 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl stets im Bereich zwischen 200 und 250 Personen. Seit 1980 (217 Einwohner) wurde eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet. Das Siedlungsgebiet von Zielebach ist heute lückenlos mit demjenigen von Obergerlafingen zusammengewachsen.

PolitikBearbeiten

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2019 betrugen: SVP 55,0 %, SP 11,0 %, BDP 11,7 %, FDP 7,8 %, GPS 7,7 %, glp 1,8 %, EVP 0,4 %, Piraten 1,8 %, CVP 0,3 %, DU 1,3 %.[5]

WirtschaftBearbeiten

Zielebach war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, die Viehzucht und die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der im Ort arbeitenden Bevölkerung. Einige weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, unter anderem in einem Betrieb des Transportgewerbes. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Die meisten Erwerbstätigen sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung sowie in der Agglomeration Solothurn arbeiten.

VerkehrBearbeiten

 
Bushaltestelle «Zielebach, Gemeindehaus»

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsachsen, ist aber von Gerlafingen und Obergerlafingen leicht erreichbar. Der nächste Anschluss an die Autobahn A1 (Bern-Zürich) befindet sich rund 4 km vom Ortskern entfernt. Seit Dezember 2008 hat Zielebach zwei eigene Bushaltestellen. Eine liegt im Dorfzentrum und die andere beim Gemeindehaus. Die Buslinie stellt die Verbindung nach Obergerlafingen, Gerlafingen, Biberist, Solothurn und bis nach Bellach her.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1274 unter dem Namen Zielibach; von 1319 ist die Schreibweise Zielebach überliefert. Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Ziolo oder Cielo zurück und bedeutet demnach Bach des Ziolo/Cielo.

Im Mittelalter gehörte Zielebach den Herren von Grünenberg. Seit 1341 hatte auch das Kloster Sankt Urban reichen Grundbesitz im Dorf. Kurz nach 1400 gelangte Zielebach unter Berner Oberhoheit, zur Herrschaft Landshut und in den Einflussbereich der Landvogtei Wangen, welche die hohe Gerichtsbarkeit ausübte. Mit dem Verkauf der Herrschaft Landshut im Jahr 1514 kam das Dorf unter die direkte Berner Herrschaft und wurde der Landvogtei Landshut zugeordnet.

Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Zielebach während der Helvetik zum Distrikt Burgdorf und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt. Zielebach besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Utzenstorf.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Jakob Steiner (1813–1865), Richter und Politiker, Nationalrat und Regierungsrat des Kantons Bern

GalerieBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Zielebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Resultate der Gemeinde Zielebach. Staatskanzlei des Kantons Bern, 20. Oktober 2019, abgerufen am 3. August 2020.