Zielbeziehungsmatrix

Die Zielbeziehungsmatrix ist ein Werkzeug, mit dem die Beziehungen mehrerer Unternehmensziele zueinander analysiert und bewertet werden können.[1][2]

AllgemeinesBearbeiten

Zielbeziehungen sind die Beziehungen zwischen mehreren Zielen zueinander. Die Zielbeziehungen lassen sich auf vier Arten beschreiben:

Komplementäre Ziele (Zielkomplementarität bzw. Zielidentität): Komplementär bedeutet ergänzend; dies ist die Idealbeziehung, in der Ziele zueinander stehen können, denn durch Erreichen bzw. Verfolgen des einen Ziels wird das andere automatisch auch erreicht bzw. begünstigt – man schlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe (siehe auch Synergieeffekt). Beispiel: Ausschuss senken, Kosten reduzieren.

Konkurrierende Ziele: Ziele, die zueinander in Konkurrenz stehen, lassen sich nicht gleichzeitig verfolgen. Kommt man dem einen näher, entfernt man sich automatisch von dem anderen.

Indifferente / neutrale Ziele: In der heutigen hoch-vernetzten, globalisierten Welt gibt es kaum Unternehmensziele, die völlig unabhängig voneinander verfolgt werden können. Das heißt, dass die neutrale Zielbeziehung in der Realität praktisch nicht anzutreffen ist. Ein mögliches Beispiel wären die Qualität der Arbeitsbedingungen und die Geschwindigkeit des Kapitalumschlags.

Antinome Ziele: Ziele, die eine Erfüllung eines anderen oder mehrerer anderer Ziele völlig ausschließen.

Durch die Zielbeziehungsmatrix werden alle Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Zielen untereinander analysiert und übersichtlich aufbereitet. Als Ergebnis kann man aus der Matrix die unterschiedlichen Beziehungsarten und somit die Einflüsse auf die anderen Ziele ablesen.

Stehen Ziele zueinander im Konflikt (konkurrierende Ziele), dann ist es sinnvoll, in einem nächsten Schritt mit einer Präferenzmatrix die Wichtigkeit der einzelnen Ziele zu analysieren, um sich auf die wesentlichen Ziele konzentrieren zu können.

ErmittlungBearbeiten

Die Erstellung der Zielbeziehungsmatrix erfolgt in der Regel nach den folgenden Schritten:[3][4]

  • Ziele auflisten
  • Matrix erstellen
  • Ziele in der Zeilen- und Spaltenbeschriftung in der gleichen Reihenfolge auftragen
  • Schnittpunkte in der Matrix nach der Zielbeziehung bewerten
  • Ergebnisse können in der Zeilen- oder Spaltensumme abgelesen werden
  • ggf. visuelle Aufbereitung der Ziele durch ein Diagramm

Ggf. nachfolgende Schritte: Erstellen einer Präferenzmatrix, um die Wichtigkeit der konkurrierenden Ziele zu analysieren und so eine Gewichtung der Ziele zu ermöglichen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andreas Führer und Rita-Maria Züger: Projektmanagement - Management-Basiskompetenz: theoretische Grundlagen und Methoden mit Beispielen, Repetitionsfragen und Antworten. Compendio Bildungsmedien, Zürich 2010, ISBN 978-3-7155-9440-8, S. 39 (Vorschau in der Google-Buchsuche)
  2. Gerhard Münninghoff: Projektmanagement: Kein Buch mit sieben Siegeln. BoD, Norderstedt 2014, ISBN 978-3-7357-8190-1, S. 23 ff. (Vorschau in der Google-Buchsuche)
  3. Ignatz Schels, Uwe M. Seidel: Excel im Controlling: professionelle Lösungen für Controlling, Projekt- und Personalmanagement. Hanser Verlag, München 2014, ISBN 978-3-446-44072-2, S. 128 (Vorschau in der Google-Buchsuche)
  4. Andreas Führer und Rita-Maria Züger: Projektmanagement - Management-Basiskompetenz: theoretische Grundlagen und Methoden mit Beispielen, Repetitionsfragen und Antworten. Compendio Bildungsmedien, Zürich 2010, ISBN 978-3-7155-9440-8 (Vorschau in der Google-Buchsuche)